Linke Reflexe

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Wie kann es sein, dass jemand der noch von Negerküssen redet ein Faschist ist, jemand der in der Ukraine Journalisten foltert und ermordet, weil sie nicht wunschgemäß berichten, ein Antifaschist?
Es ist schon erstaunlich! Die europäische Rechte weiß, wo die richtigen Faschisten zu finden sind. Von Le Pen bis Udo Voigt lobt man dort Putin und schickt auf seinen Wunsch Wahlbeobachter in ein Land, das Putin überhaupt nichts angeht. Und offenbar auch die europäischen Juden, zumindest die ukrainischen wissen wo die richtigen Faschisten zu suchen sind. Sie sind mit dem Rechten Sektor im Gespräch, dessen Chef sagt, dass man Antisemitismus mit allen legalen Mitteln bekämpfen werde. Auf dem Maidan standen Rechter Sektor und Juden wie viele andere Bürger mit unterschiedlichsten Überzeugungen Seite an Seite gegen Janukowitschs Berkut. Nur die deutsche ölinteressengeleitete Politik und die deutsche Linke glaubt an das Faschismusgespenst, das Putin mit übelster Greuelpropaganda inszeniert, um von seinem und dem russischen Faschismus abzulenken. Getreu Siliones Satz, dass der Faschismus, wenn er das nächste mal käme, nicht sagen würde, er sei der Faschismus, sondern er sei der Antifaschismus. Wie können zwei Generationen, die ihre Eltern oder Großeltern vorwurfsvoll gefragt haben, wie sie den deutschen Faschismus zulassen konnten, so blind sein?
Die russische Propaganda ist größtenteils noch weit unter dem Niveau von „Sudelede“ Schnitzler, den viele sich früher im Westen und im Osten ansahen, um etwas zu lachen zu haben. Jedenfalls, was ihre offensichtliche Unlogik und Unwahrheit anging. Was allerdings völlig anders ist, ist der Hass den Putins Propaganda jetzt kunstvoll aufbaut. Es ist unübersehbar, dass es, wie übrigens auch in Syrien, eine Agenda dafür gibt. Es begann mit dezenten Übertreibungen und kleinen Unwahrheiten, dann wurden die Adjektive härter und gehässiger, das was eingepflanzt war, wurde durch ständige Wiederholung verfestigt, dann wurden völlig unwahre Geschichten aufgetischt, Wörter wie Mörder, Terroristen, Faschistenregierung werden im Moment zum Standardrepertoire und dazu gesellt sich übelste Greuelpropaganda, zum Beispiel mit einem Video das das angebliche Hängen eines Russland-Anhängers in schonungsloser Länge zeigt. Auch sonst wird nicht an blutigen Details der Horrorstories gespart. Sie bereiten den Boden für die Entmenschlichung, mit der beide Seiten einander an die Gurgel gehen sollen, damit Putin schließlich irgendwann seinen schützenden Arm ausstrecken kann.
Wie kann das nicht nur bei Apoopas und ehemaligen Friedensmarschierern, sondern bei linken Akademikern und Intellektuellen  in Europa, aber vor allem in Deutschland verfangen? Löst das Wort „Faschismus“ einen pawlowschen Reflex aus? Schüttet es soviel Adrenalin aus, dass dieses das Gehirn für eine klare Analyse vernebelt?
Das Wort Faschist wurde über Jahrzehnte zu einem hohlen Label, dass man jedem aufdrückte, dessen Meinung nicht in den eigenen „gesellschaftlich“ genannten Konsens passte. In den politischen Diskussionen der 70er und 80er etikettierten sich die verschiedensten K-Gruppen damit freizügig gegenseitig und natürlich die verhasste Staatsgewalt. In den letzen zwei Jahrzehnten bekommt es dagegen jeder verpasst, der Kritik an aggressiven linken Stömungen übt oder auch nur dezent seine Stimme gegen den wachsenden Einfluss des Islam in Europa erhebt. Diese so abgestempelten Menschen werden öffentlich teils gejagt, bespuckt und attackiert als wären sie keine Menschen mit einer anderen Meinung,  sondern Freiwild. Es wird nicht mehr die intellektuelle Auseinandersetzung mit politischen Gegnern gesucht, sondern die körperliche. Heute muss man wohl konstatieren, dass das Wort Faschist in seiner Funktion so etwas ähnliches wie ein Judenstern geworden ist. Jeder, den man aus dem Weg haben möchte, bekommt es an die Brust geheftet. Wer das tut, ist völlig egal. Das Geschrei mit dem das Opfer bedacht wird lenkt vollständig vom Täter ab.
Etwas wovon die Linke sich ebenfalls zu blenden lassen scheint, ist der Antiimperialismus. Schizophrenerweise obwohl er von einem Staat und einer Ideologie wie eine Fackel vor sich her getragen wird, der gerade ein anderes Land überfallen, einen Teil davon annektiert hat und den Rest mit allen Mitteln destabilisiert. Spätestens seit Vietnam und den israelisch-palästinensichen Konflikten ist der Antiimperialismus bei der Linken ein Synonym für Antiamerikanismus und einen antisemitisch eingefärbten Antizionismus. Und dort gibt es ein Kontinuität zum deutschen Faschismus. Hitler sah genauso wie jetzt Putin und seine braunen Ideologen Deutschland von den Westmächten durch den Versailler Vertrag unterjocht und bedrängt. Noch vor dem Bolschewismus waren die Westmächte sein Hauptpopanz. Zusammen mit den Juden. Und genau diese beiden Feindbilder finden sich im linken Antiimperialismus wieder. Und sie finden sich genauso bei den braunen Ideologen Putins und bei ihren europäischen Freunden in der europäischen Rechten. Das Kuriose dabei ist, dass die Linke, wie ein Hund, der sich in den eigenen Schwanz zu beißen versucht, vorne auf die europäischen Rechten einschlägt und nicht das andere Ende des braunen Schwanzes hinter sich sieht, den relativ viel mächtigeren und gefährlicheren Kreml. Einen großen Teil seiner Macht, die über Panzer, Kampfjets und Atomraketen hinausgeht, verschaffen sie ihm!

http://www.taz.de/Europas-Rechtspopulisten-und-Russland/!138258/

http://www.sueddeutsche.de/politik/zweiter-weltkrieg-und-ukraine-krise-deutsche-muessen-sich-ihrer-verantwortung-bewusst-sein-1.1956607

http://www.rp-online.de/politik/ausland/putins-propaganda-traegt-fruechte-aid-1.4220468

https://news.vice.com/article/how-russia-conquered-eastern-ukraine-without-firing-a-shot

http://ukraine-nachrichten.de/prorussische-netzwerk-hinter-medialen-diffamierung-ukrainischen-proteste-eine-rechtsextreme-bewegung_3926_meinungen-analysen

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