Putin-Hitler-Vergleich

 

putinHitler

Viele haben in letzter Zeit Putin mit Hitler verglichen. Alle wurden kritisiert. Meiner Meinung nach zu unrecht. Will man den Holocaust nicht als Totschlagargument missbrauchen, MUSS man Putin und Hitler vergleichen. Warum sollten Ukrainer, Europäer oder Amerikaner es nicht tun, wenn die russische Propaganda ihnen mit diesen Vergleichen täglich ins Gesicht schlägt? Poroschenko wird von Russland mit Hitler verglichen, Obama auch, Slaviansk wird als Stalingrad dargestellt und alle Ukrainer pauschal als Faschisten.

Recently many compared Putin with Hitler. All were criticised. I think that’s wrong. If one don’t want to use the holocaust as killer argument, one has to compare Putin with Hitler.  Why shouldn’t Ukrainians, Europeans or Americans do it, while the russian propaganda hit them in the face daily with such comparisons? Poroschenko is compared to Hitler, Obama too, Slaviansk is called Stalingrad and all Ukrainians as fascists.

Es nicht zu tun ist ein tradierter intellektuell-moralischer Reflex. Mit zwei Begründungen: Erstens sollte man die einzigartigen Verbrechen Hitlers nicht relativieren. Zweitens sollte man Hitler und dem dritte Reich nicht diese negative Einzigartigkeit nehmen, indem man sie als täglich verwendetes Synonym für das Böse schlechthin verwendet. Beides widerspricht sich. Entweder ist Hitler nicht das Maximum des Bösen, dann muss man ihn auch vergleichen dürfen, oder wenn er es ist, muss man ihn auch als Synonym dafür benutzen dürfen. Wir sollten es akzeptieren, dass Hitler zu einer Art Referenzwert für Skrupellosigkeit und menschliche Abgründe geworden ist. Und wir sollten es wagen, diese Denkschranke beiseite zu legen, denn wir werden mit dieser Auseinandersetzung von Putin konfrontiert. Er hat den Faschismus brachial ins Spiel gebracht. Wenn wir die Verbrechen Hitlers nicht vergleichen, können wir auch keinen neuen Faschismus erkennen, den wir uns geschworen haben, nie wieder zuzulassen. Die gleichen Medien, die schnell dabei waren die Vergleiche von Clinton, Charles oder Schäuble zu verurteilen, haben übrigens wenig Probleme die russische Propaganda von angeblichen Faschisten in der Ukraine unreflektiert nachzuplappern!

Not to do it is a handed down intellectual-moral reflex. With two reasons: First, one shouldn’t qualify the outstanding crimes of Hitler. Second, one shouldn’t take the negative uniqueness off Hitler and the third Reich, by using them as daily used synonym for evil par excellence. That doesn’t match. Either Hitler isn’t the maximum of evil, then it should be allowed to compare, or if he is, it should be allowed to take him as synonym for evil. We should accept that Hitler has become a kind of reference for ruthlessness and human abyss. And we should dare to put aside the thinking barrier, because we are confronted with this conflict by Putin. He brutally brought fascism into the game. If we do not compare Hitlers crimes, we can’t recognize any new fascism, of which we swore, to never let it happen again. By the way, the same media which were very fast to sentence Clinton, Charles or Schaeuble have almost no problems to parrot the russian propaganda of so called fascists in the Ukraine.

Gary Kasparow sagte einen nachdenkenswerten Satz, als er den Personenkult Hitlers und Putins bei den olympischen Spielen in Berlin und in Sotschi verglich: „Jeder, der glaube, dies sei eine Übertreibung, vergisst den wichtigen Faktor, dass Hitler 1936 als „durch und durch respektabler und legitimer Politiker” angesehen wurde.“ Ich bin nicht sicher, ob noch viele Menschen auf dieser Welt Putin als respektablen und legitimen Politiker bezeichnen würden, aber vielleicht sollte man das als Ausgangspunkt nehmen. Putin und Hitler vor dem Holocaust. In dieser Phase haben jedenfalls beide viel gemein. Beide fühlen/fühlten sich von den „Westmächten“ eingekreist und gegängelt. (http://www.tagesspiegel.de/meinung/antiamerikanismus-und-antisemitismus-ueber-links-rechts-klassen-und-rassen-hinweg/9747690.html) Hitler durch den „Schandfrieden von Versaille und Putin durch den Natobeitritt ehemaliger Mitgliedsstaaten der Sowjetunion, dessen Unterlassung angeblich versprochen war, in Wirklichkeit aber niemals irgendwo schriftlich niedergelegt oder gar unterschrieben wurde. Warum hätte man dieses auch souveränen Staaten verweigern sollen, die sich von Russland bedroht fühlten. Und beide waren bzw. sind bereit den alten Zustand mit Gewalt wieder herzustellen. Entsprechend äußerte Putin in einer Rede auch vollstes Verständnis für Hitlers Anspruch, das Diktat der Westmächte zu beenden. Er machte Versaille für den Ausbruch des zweiten Weltkriegs verantwortlich, nicht Hitler! (https://www.youtube.com/watch?v=EvsvItAWqZY) Konsequenterweise hält er auch den Zusammenbruch der Sowjetunion für die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Nicht den 2. Weltkrieg und nicht die Judenvernichtung!

Gary Kasparow said a thinking worth sentence when he compared the personality cult of Hitler and Putin during the Olympic Games in Sotschi:“Everyone who believes that it is an exaggeration forgets the factor, that Hitler was seen as a respectable and legitim politician in 1936.“ I’m not sure if many people would still name Putin a respectable and legitim politician, but maybe one should take that as a starting point. Putin and Hitler before the holocaust. At least in this phase both have a lot in common. Both felt / feel encircled and spoon-fed by western powers. Hitler by the „shameful peace“ of Versaille and Putin by the Nato accession of former members of the Soviet Union, something of what he insists was promised not to happen. In reality it was never written down or signed. Why should this have been denied to sovereign staates, that felt threatened by Russia. And both wanted and want to re-establish the former state violently. Accordingly in a speech Putin expressed his full understanding for Hitler’s claim to terminate the dictates of the Western powers. Consistently to him the breakdown of the Soviet Union was the worst catastrophy of the 20th century. Not the second world war and not the holocaust!

Mehrfach angesprochene und möglicherweise zumindest historisch die wichtigste Parallele: Der Vergleich von Hitlers Umgang mit Österreich und dem Sudetenland und der Tschechoslowakei einerseits und von Putins Umgang mit der Krim und der Ukraine andererseits. Die Vergleichbarkeit besonders mit dem Sudetenland, in dem Hitler eine objektiv nicht benachteiligte deutsche Minderheit durch das Aufhetzen der Bevölkerung und das Bewaffnen und Organisieren von Freikorps dazu benutzte eine Angliederung an das Reich vorzubereiten, ist so groß, dass man annehmen könnte, dass Putin Hitlers Strategie als Blaupause verwendet hat. Mindestens zweimal wurde in den Medien ausführlicher darauf eingegangen. Einmal brachte die Zeitung „Die Welt“ einen Artikel dazu nach der Äußerung von Schäuble (http://www.welt.de/geschichte/article126439623/Was-an-Schaeubles-Putin-Hitler-Vergleich-stimmt.html) und einmal ging der russische Historiker und Philosophieprofessor Andrei Zubov darauf ein, den seine öffentliche Positionierung in der Zeitung Wedomosti vorübergehend seinen Job am Staatlichen Moskauer Institut für Internationale Beziehungen kostete. (http://www.rferl.org/content/interview-in-crimea-putin-has-lost-his-mind/25284114.html)

Addressed for a few times and possibly at least historicly the most important parallel: Hitlers handling of Austria and the Sudetenland and Czechoslowakia on one hand and Putins handling of Crimea and the rest of Ukraine on the other. The comparability especially with the Sudetenland, where Hitler used an objectively not disadvantaged German minority by the instigation of the population and arming and organizing Freikorps to prepare an annexation to the Reich, is so obvious, that one could believe that Putin took Hitlers strategy as a blueprint.  … Translation will be continued!

Viele andere nahmen Bezug auf Hitlers und Putins Strategie …

Milan Štěch, Prinz Charles, Hillary Clinton, Mikheil Saakashvili, Zbigniew Brzezisnki, John McCain und der Kanadische Premier Stephen Harper. Und der Editorial Writer der Washington Post beantwortet seine eigene Frage, wie präzise ein solcher Vergleich wäre, mit „In mancher Hinsicht alarmierend.“

… Kaum jemand ging jedoch auf Hitlers und Putins Ziele ein, …

Vladislav Inozemtsev von der The Moscow Times: „Wie Hitler vor ihm, hat Putin keine Idee wie man das derzeitige globale System durch ein stabileres ersetzen könnte. Er will nur neues Territorium sichern, so wie Hitler versuchte einen größeren Lebensraum für das deutsche Volk zu garantieren.“

Auch wenn ich kein Historiker oder Fachjournalist bin, sondern einfach nur das tue, was eigentlich Job unserer Medien wäre, erlaube ich mir, dem zu widersprechen. Meiner Meinung nach ist Lebensraum das letzte, was Putin in der Ukraine sucht. Primär dürften ihn in der Ukraine der Erhalt wichtiger, schwer zu ersetzender Rüstungszulieferer für Russland und die Sicherung der Marinestützpunkte und Flughäfen interessieren, die in die Abhängigkeit von einer ihm nicht mehr hörigen Regierung zu fallen drohten. Dazu kommt, dass er das für seine Macht schleichende Gift von Revolutionsambitionen mit Terror von Russland fernhalten will. Vor allem ist es aber schon seit vor Putins Regierungsantritt erklärtes Ziel fast aller namhaften Ideologen und Politiker Russlands, die Russische Föderation wieder auf die alte Größe und den alten Einflussbereich der Sowjetunion zu restaurieren. (http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/14_sr2_23_malek.pdf) Und dieser Anspruch, der einhergeht mit Putins nun nicht mehr friedlich zu erfüllendem Wunsch nach einer eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft bis nach Lissabon und mit Alexander Dugins Forderung Europa zu erobern und Eurasien geopolitisch bis nach Lissabon auszudehnen, machen Putin brandgefährlich was seine Ziele anbetrifft. Sie sind unzweifelhaft wie bei Hitler auf geopolitische Expansion ausgerichtet.

… und noch weniger auf Hitlers und Putins Potentiale!

Ein paar Zahlen:

Die NSDAP erzielte bei den Reichstagswahlen 1932 37,2 Prozent, bei den Reichstagwahlen 1933 43,9 Prozent. alle Demokratische Parteien zusammen erreichten nur 39,4 Prozent.

Putin erzielte bei den Präsidentenwahlen 2012 63,75 Prozent, seine Partei einiges Russland 2011 49,3 Prozent. Alle demokratische Parteien kamen zusammen auf 18,2 Prozent

Nach Umfragen würde Putin aktuell mit 75 Prozent der Stimmen gewählt. (http://de.ria.ru/zeitungen/20140620/268809485.html)

Man kann natürlich darüber spekulieren, ob Hitler später einen ähnlich großen Rückhalt in der Bevölkerung hatte, diese Zahlen sprechen aber dafür, dass Putins Rückhalt in der Bevölkerung noch deutlich größer ist, als es der von Hitler war. Und dafür, dass das Potential für demokratische Parteien nicht einmal halb so groß ist wie es im Deutschen Reich war.

Die Zahl der Gestapomitarbeiter betrug im Maximum 1944 30.000 Mitarbeiter. (http://de.wikipedia.org/wiki/Geheime_Staatspolizei) Die Einwohnerzahl des Deutschen Reiches 80 Millionen.

Russlands Inlandsgeheimdienst (FABSI plus FSB) beschäftigt ca. 220.000 Mitarbeiter bei einer russischen Einwohnerzahl von 143 Millionen. (http://www.geheimdienste.org/russland.html) (http://backyard-safari.blogspot.de/2010/02/spetsnaz-iii-der-fsb-seit-1991.html)

Das ergibt rechnerisch eine gut viermal so hohe Geheimdienstlerzahl pro Kopf gegen das eigene Volk wie im Dritten Reich.

Putin kontrolliert die Massenmedien und das Internet. Die Kontrolle zumindest aller Inlandsdaten ist gleichzusetzen oder übersteigt sogar die Kontrolle die die NSA in den USA ausübt. Zur totalen Kontrolle kommt eine durchgreifende Zensur. Die Gleichschaltung der Medien ist vergleichbar mit der des Dritten Reichs. Wie in Russland gab es auch im NS-Staat einige nicht direkt staatlich kontrollierte Medien. Aber bürokratische Vorschriften und Gesetze zwangen und zwingen in beiden Staaten die Medien auf Linie. (http://www.zukunft-braucht-erinnerung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=210&Itemid=127) (http://de.wikipedia.org/wiki/Medien_in_Russland)

Es gibt nicht nur jetzt schon eine strenge Zensur in der russischen Kunst, sondern es wird auch an einer Kulturdoktrin gebastelt, die frappierend an die “Entartete Kunst” des dritten Reichs erinnert. Sie grenzt russische Kultur scharf vom westlichen, als „beliebig“ kritisierten Verständnis von Toleranz und Multikulturalismus ab. Künstlerische Freiheit dürfe nicht dazu verwendet werden, „Werte, die für das traditionelle russische Wertesystem nicht annehmbar“ seien, zu vertreten. (http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1596081/Russland_Eine-PutinDoktrin-fur-die-Kultur?direct=1596230&_vl_backlink=/home/politik/aussenpolitik/1596230/index.do&selChannel=103)

Welche Macht hat Putin im Staatsapparat im Vergleich zu Hitler?

Der Oberbefehl über die russischen Streitkräfte liegt beim Präsidenten der russischen Föderation, also bei Putin. (http://de.wikipedia.org/wiki/Russische_Streitkr%C3%A4fte#Organisation)

Auch sonst hat er praktisch uneingeschränkte Macht in Russland. Wenn er will, kann er mit Dekreten regieren. (http://www.stern.de/politik/ausland/kompetenzen-die-macht-des-praesidenten-521423.html) Eine Gewaltenteilung gibt es de facto in Russland nicht.

Das bei weitem gefährlichste und unterschätzteste Potenzial Putins dürfte jedoch sein Propagandaapparat sein, falls man das weltumspannende Netz überhaupt noch so nennen darf.

Die russische Regierung hat einen perfekten Orwellismus entwickelt. Gab es im 3. Reich noch einige verharmlosende Umschreibungen wie den Begriff „Endlösung“, so muss man bei Russland fast durchgehend das Gegenteil von dem verstehen, was die eigentliche Bedeutung des Begriffs ist. Sucht man im Internet nach Organisationen, die Bezeichnungen wie Frieden oder Demokratie tragen, verbergen sich dahinter häufig russische NGOs, oder präzise gesagt, Propagandaorganisationen, die den Krieg gegen die westlichen Demokratien, besonders gegen Israel und die USA anfeuern. Von Russland finanzierter Terrorismus und Krieg gegen den eigenen Staat, unterstützt von russischen Söldnern und gelenkt vom russischen Geheimdienst nennt sich wahlweise Demonstrationen für Separatismus oder für Föderalismus. Invasionstruppen nennen sich Friedenssicherung, wer sich wehrt ist ein Kriegstreiber, ein mit einem Gewehrlauf im Gesicht erpresstes Stimmkreuz nennt sich Sezession oder Referendum. Menschliche Schutzschilde nennen sich Unterstützung aus der Bevölkerung.

Die Grenzen zwischen klassischer Agententätigkeit und Geheimdienst gesponsorten pseudowissenschaftlichen Instituten und Veröffentlichungen sind nicht mehr auszumachen und wahrscheinlich auch völlig fließend. Genauso wie die von bezahlten Organisationen und Internetaktivisten zu ideologisch verblendeten und gehirngewaschenen Nacheiferern.

Dabei ist diese Propaganda einerseits ausgefeilt in den Methoden, die in den letzten Winkel aller Arten von Medien reichen. Besonders das Internet ist dicht durchzogen von Blogs, die alle die gleiche rötlichbraune Querfrontsauce absondern wie russische Zeitungen und Fernsehsender. Andererseits funktioniert sie nach den gleichen Prinzipien, nach denen auch die Nazipropaganda funktionierte. Primitivste Hetze in größtmöglichster Dichte und Dauer. Dazu gehören Videos von Folter, Erhängen, Kopfabschneiden, zerfetzte Menschen und bevorzugt tote oder verletzte Kinder, wo immer es geht. Dabei ist sich die Propaganda nicht einmal zu zynisch, immer wieder die Leichen aus Putins anderen Kriegen als angebliche Opfer der ukrainischen „Faschisten“ zu präsentieren.

Heute heißen die Verbreitungswege nicht mehr Stürmer oder Volksempfänger, sondern Fernsehen und Internet. Das Potential das darin steckt, sollte jedem klar sein, die Erfolge sind deutlich erkennbar. Die EU-Hasser haben regen Zulauf und keiner will die Verteidigungsbereitschaft erhöhen. Europa, vor allem Deutschland, hat sich von den USA abgewandt. Nur dank Snowden? Wahrscheinlich auch ohne ihn. Aber sollte Snowden wirklich ein etwas naiver Weltverbesserer sein? Ich glaube nicht an Zufälle!

Zuletzt: Wie gefährlich ist der Charakter und die Ideologie Putins?

Ich möchte mich nicht auf hobbypsychologische Abwege begeben, die vermutlich in Richtung Narzissmus suchen würden. (http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/psychopathen-fbi-profiler-erklaert-wie-man-sie-erkennt-a-963716.html) Fakt ist, der zweite Tschetschenienkrieg, der maßgeblich auf Putins Initiative beruhte, kostete etwa 80.000 Menschenleben und der Syrienkrieg der ohne russische Speznas, ohne russisches Geld, ohne russische Waffen und ohne russisches Veto nach kurzer Zeit beendet gewesen wäre, kostete bisher ca. 160.000 Menschen das Leben. Verschwundene eingerechnet vermutlich fast 200.000. In russischen Gefangenenlagern, besonders in Tschetschenien sind Folter, Vergewaltigungen und Hinrichtungen an der Tagesordnung. (http://www.berliner-zeitung.de/archiv/amnesty-international-legt-heute-jahresbericht-vor-folter-in-russischen-gefaengnissen,10810590,10179568.html)

Ich fürchte, wer sechsstellige Zahlen von Toten mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dem sind auch sieben- oder achtstellige Zahlen egal, auch wenn die Putin noch von Hitler trennen.

Putin vermeidet nicht Tote aus Gewissensgründen, sondern aus Opportunitätsgründen. Er führt verdeckte Kriege, von denen er sich öffentlich distanzieren kann, indem er Ethnien und religiöse Gruppierungen aufeinander hetzt und alimentiert. Auch und vielleicht vor allem, weil ein offener konventioneller Krieg die Gefahr eines Atomkriegs birgt und deshalb kaum noch führbar ist. Jedenfalls nicht für eine Atommacht.

Putin redet davon, dass Russen aufgrund ihrer Gene zu Höherem bestimmt sind  (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/fernsehauftritt-in-moskau-schoener-sterben-mit-putin-12900846.html) und er rechtfertigt und bekennt sich zu Kriegsverbrechen. (http://www.zeit.de/2014/13/wladimir-putin-psyche-autobiografie)  Zitat: „Listen carefully. I want you to understand me clearly: if we make that decision, it will only be to protect Ukrainian citizens. And let’s see those troops try to shoot their own people, with us behind them – not in the front, but behind. Let them just try to shoot at women and children! I would like to see those who would give that order in Ukraine.“
Er fördert nicht nur Nationalismus, sondern heizt ihn an, er lässt Rechtsradikale in Russland nahezu unbehelligt gewähren, die Farbige, Homosexuelle und Immigranten behandeln, wie die SA Juden behandelte. Also bevorzugt tot- oder zu Krüppeln schlagen. (http://www.spiegel.de/video/neonazis-in-russland-mit-hakenkreuz-und-kalaschnikow-video-1057929.html) Und er lässt einflussreiche russische Ideologen wie Alexander Dugin, die Emigranten und Oppositionelle so behandeln wollen wie Juden, in der Welt herumreisen, Netzwerke aufbauen und für Ihn Werbung und Propaganda machen. In einem Atemzug mit Forderungen nach der Eroberung Westeuropas und der Entsorgung von Oppositionellen auf der Müllkippe! Diese Leute knüpfen ein ständig dichter werdendes Netz zu europäischen Rechtsradikalen und ihren Parteien. Teilweise mit den gleichen Gruppierungen, die man benutzt um ukrainische Parteien wegen dieser Kontakte als Faschisten zu diffamieren. Umgekehrt sind natürlich auch Besuche von Marine Le Pen beim russischen Vizepremierminister kein Problem. Anton Shekhovtsov liefert hierzu eine sehr genaue Betrachtung: http://anton-shekhovtsov.blogspot.de/2014/03/is-putin-new-hitler-in-making.html

Last but not least sollte vielleicht noch ganz beiläufig erwähnt werden: Putin ist laut Forbes der mächtigste Mann der Welt. Putin verfügt mit etwa 8500 Sprengköpfen über die weltweit höchste Zahl an Atomsprengköpfen in den Händen einer Regierung und er liegt mit den russischen Rüstungsausgaben weltweit an dritter Stelle!

Wiegt das atomare Potential den Holocaust auf? Ich denke, das wäre wirklich eine unredliche Frage. Auf jeden Fall könnte aber ein einziger Atomsprengkopf aus dem russischen Arsenal, beispielsweise über Berlin gezündet, genauso viele Menschen töten.

Fazit:

Nochmal die Frage: Darf man Hitler und Putin vergleichen? Ja! Putin ist genauso skrupellos und zynisch, er hat ein größeres Volk (und größere Teile des Volks) hinter sich, das ihm zujubelt und aus tiefstem Herzen hinter seinen Zielen und seiner Ideologie steht. Und er hat die meisten Atomwaffen!

Er hat bisher nicht die Absicht geäußert Millionen Menschen zu vergasen. Aber er hat einen Charakter, dem man es zutrauen muss und er hat die gleichen Ziele und Ambitionen. Er beherrscht die Propaganda noch besser als Hitler, ist damit erfolgreicher als Hitler, auch international, und er ist von seiner Macht und seinen Ressourcen her potenziell wesentlich gefährlicher als Hitler.

Silone sagte:
Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: „Ich bin der Faschismus.“ Er wird sagen: „Ich bin der Antifaschismus.“
Putin und seine Anhänger sagen: „Wir bekämpfen die faschistische New World Order.“
Also die angebliche Verschwörung jüdischer amerikanischer Banker und Politiker, um die ganze Welt zu beherrschen.

Ich bin sicher, wenn Hitler noch leben würde, würde er ihnen zustimmen.

Noch eine interessante Ergänzung:

http://recentr.com/2014/06/wann-tragt-moskau-den-krieg-nach-westeuropa/

bangster Screenshot (198) Kopie Screenshot (206).jpgScreenshot (122) Kopie3a

rothsch

 

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5 Gedanken zu „Putin-Hitler-Vergleich

  1. Moin, Moin!

    ad1: Hinter „… o wie Hitler versuchte einen größeren Lebensraum für das deutsche Volk zu garantieren.“ fehlen bei Ihnen die Ausführungsstriche, denn da endet das Zitat der Moscow Times.

    ad. 2: Wenn Sie den VT-Ansatz mit Snowden rausnehmen, dann würde ich sagen: „Genau meine Rede seit neunzehnhundertschlagmichtot“. Natürlich gibt es Zufälle, daran muss man nicht glauben. Wer überall Gottes Beitrag sieht, macht sich unglaubwürdig … „Gott“ können Sie von mir aus durch „Putin“ ersetzen :mrgreen:

    • ad 1: Danke!
      ad 2: Natürlich meine ich Putin und nicht Gott. Ich halte es für wahrscheinlicher, dass er seine Finger bei Snowdens Whistleblowing im Spiel hatte, als dass nicht. Ob das Geld oder geldwerte Leistungen waren, ob an Snowden oder jemand, der ihn dazu überredet hat „auszupacken“, indem er bei ihm moralische Zweifel an seinem Job genährt hat, ist egal. Wäre Snowden jedenfalls wirklich der große Idealist, ja sogar idealistische Patriot, als der er sich darstellt, hätte er sich längst dazu verhalten müssen, wie er von Putin für dessen Zwecke missbraucht wird.

  2. Pingback: stilstand» Blogarchiv » Schlimm ist’s auf der Krim

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