Déjà vu

 

Gestürztes Stalindenkmal 1956 in Ungarn

Neues Deutschland 25.10.1956

Es ist klar, dass wir zur Stunde nicht über die Kenntnis aller Einzelheiten der Ereignisse in Ungarn verfügen können. Soviel steht aber bereits fest: Am 23. und 24. Oktober versuchten die ausländischen Imperialisten mit Hilfe konterrevolutionärer Elemente in Ungarn einen bewaffneten Putsch gegen die sozialistische Volksmacht durchzuführen. Das Ergebnis ist bekannt: Die Konterrevolutionäre wurden vom werktätigen ungarischen Volk und seiner Volksarmee binnen kurzer Frist niedergeschlagen. Einige Mitteilungen werfen ein bezeichnendes Licht auf die Taktik der Drahtzieher dieses gegen die Sache des Friedens und des Sozialismus gerichteten Verbrechens. Unter dem Einfluss einer verlogenen Propaganda über die Ereignisse in Volkspolen, mit Hilfe der bürgerlich-nationalistischen Verfälschung der Losungen „Unabhängigkeit und Selbständigkeit“ kam es in Budapest zu Demonstrationen, die offenkundig von den Gruppen der Untergrundorganisation zu antisowjetischen Provokationen ausgenutzt wurden. Die Fakten zeigen, dass hinter den verlogenen Phrasen von „Unabhängigkeit und Selbständigkeit“ der Plan des bewaffneten Sturzes der Volksmacht, der Wiederherstellung der kapitalistischen Sklaverei für das ungarische Volk stand.

 

Neues Deutschland 30.10.1956

In der Nacht von Sonntag zu Montag erlebte die Welt ein gespenstisches Schauspiel. Die Völkerunterdrücker, gegen die um die gleiche Stunde von Mittelasien bis zum Atlantischen Ozean die arabische Welt für die nationale Freiheit im Generalstreik stand, appellierten an die UNO im Namen der Freiheit der Völker. Der amerikanische Vertreter Mister Lodge versicherte, „dem ungarischen Volk bei der Erlangung seiner Grundrechte helfen“ zu wollen. Ihm schlossen sich der englische und der französische Vertreter an, der es sogar fertigbrachte, zum Echo des französischen Geschützdonners in Algerien die Ideen der „Gleichheit, Freiheit und menschlichen Würde“ zu beschwören. So bekannte Apostel der Demokratie, wie Franco, Tschiangkaischek und Hitlers ungarischer Diktator Horthy, traten gleichzeitig und mit den gleichen Worten wie die obengenannten Herren für eine kapitalistische Intervention in Ungarn ein. Keineswegs durfte Bonns Außenminister von Brentano fehlen, der die Vorgänge in Ungarn zu Verleumdungen der Sowjetunion und als Argument für Adenauers Aufrüstung benutzte.

 

Junge Welt 31.10.1956

Seit einer Woche überschlagen sich die Westpresse und der westliche Rundfunk dabei, das in Ungarn geflossene Blut in Sensationen, Lügen, Verleumdungen und Spekulationen umzumünzen. Auffallend ist bei dieser „Berichterstattung“, dass sie zu einem großen Teil mit der Unterzeile „Von unserem Wiener Korrespondenten“ versehen ist. Diese Wiener Korrespondenten berichten seitenlang darüber, was ihnen irgendein Kaufmann, irgendeine Schauspielerin erzählt haben soll, die gerade aus Ungarn gekommen sie.

 

Neues Deutschland 2.11.1956

Zur Stunde, da diese Zeilen in Druck gehen, wütet in einigen Gebieten Ungarns, darunter auch in Budapest, das auf Bitte der Regierung Nagy von sowjetischen Einheiten geräumt wurde, der weiße faschistische Terror in seiner scheußlichsten Gestalt. Ehrliche Sozialisten und Arbeiterfunktionäre, Kommunisten, Gewerkschafter, Jugendliche, Soldaten und Polizeiangehörige wurden in den letzten Tagen von zentral gelenkten faschistischen Banden ermordet. Faschistische Banden durchsuchen seit Donnerstag Häuser und Wohnungen, in denen Mitarbeiter des ungarischen Jugendverbandes leben, morden junge Menschen, nur weil sie Sozialisten sind und in der Jugendorganisation mitgearbeitet haben., weil sie ihren Staat, den Staat der Arbeiter und Bauern lieben.

 

Sowjetische Panzer 1956 in Budapest

 

Hier die ausführliche Gegenüberstellung westlicher und östlicher deutscher Zeitungsmeldungen über den Ungarnaufstand:

http://www.ungarn1956.de/site/40208544/default.aspx

Muss man noch betonen, dass keinerlei Einfluss von Faschisten auf den Aufstand dokumentiert oder nachgewiesen wurde und dass es den Aufständischen ausschließlich um ungarische Selbstbestimmung und ein Ende der sowjetischen Herrschaft ging?

 

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