„Wir verlernen, was eine Demokratie ist“

Interview mit einem Politiker-Paar: Marieluise Beck und Ralf Fücks sind sich einig, dass die Ukraine und der Umgang mit Putin zum Lackmustest des freiheitlichen Europa werden.

Von  Richard Herzinger und Andrea Seibel
Auszug übernommen aus der WELT

Beck: Wir leben in einer „postheroischen“ Gesellschaft, die den Krieg scheut und darauf setzt, dass alle Konflikte durch Dialog und Kompromiss gelöst werden können. Das gilt insbesondere für Deutschland. Denken Sie an das wachsende Unverständnis für Israel – dass israelische Bürgerinnen und Bürger sagen: Wir sind bereit, uns gegen unsere Feinde, die uns vernichten wollen, zur Wehr zu setzen. Das Problem ist, dass die russische Führung nicht nach unserer Logik der Konfliktvermeidung handelt. Sie ist bereit, Gewalt einzusetzen, und rechnet damit, dass der Westen ihr nicht ernsthaft entgegentreten wird. Darauf sind wir nicht vorbereitet.

Fücks: Die deutsche Politik hat darauf gesetzt, dass 1989/90 ein neues Zeitalter der Demokratie und des Friedens begonnen hat. Inzwischen ist dieser Traum geplatzt. Statt einer Globalisierung der Demokratie entwickeln sich die Verhältnisse eher zurück in Richtung Autoritarismus und militärische Machtpolitik. Wir sind in einer neuen Systemkonkurrenz zwischen demokratischen Gesellschaften und autoritären Regimes.

Das ganze Interview hier: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article128882538/Wir-verlernen-was-eine-Demokratie-ist.html