Maskirovka

Nähe oder Abstand, worauf sollte man achten im Umgang mit Russland?

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1. Akt, Handlungsort Deutschland

Schroeder, Steinmeier – Google findet nicht ein einziges gemeinsames Foto von Steinmeier, Schröder und Putin, zumindest bei dem öffentlich gewordenen Treffen im Cafe des Artistes stieß Steinmeier erst zu Schröder, kurz nachdem Putin abgefahren war, das Auswärtige Amt hat bei seiner Facebookseite einen Bad-Word-Filter für das Wort „Schröder“. Für mich sieht das so aus, als wenn Steinmeier als Freund und Kanzleramtsminister mit Schröder zusammen schmierige Geschäfte eingefädelt hat, die er auch noch lange weiter gegen die Interessen der baltischen Staaten, Polens und der EU promotet hat (inzwischen tut das Gabriel), aber früh erkannt hat, möglicherweise von Anfang an wusste, dass die Geschäfte mit Putins Gazprom-Mafia und Stasioffizieren in wichtigen Positionen zu dreckig sind, als dass sie später nicht einer weiteren politischen Karriere, möglicherweise einer Kanzlerschaft im Weg stehen würden. Im Gegensatz zu Schröder, dem sein Ruf scheißegal war, wenn er erst mal seine Gazprom-Millionen bekommt. Deutlichstes Zeichen – sein Auftritt in der Elefantenrunde.

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2. Akt, Handlungsort Russland, Europa

Putin, Dugin – Alexander Dugin war Mitbegründer der Nationalboschewistischen Partei Russlands. Vier Monate nach der Krimbesetzung Ende Februar 2014 (Ende April erfolgten die Proklamationen der Republiken Luhansk und Donezk) erklärt Alexandr Dugin, dass er durch Putins Schuld seine Professur in Moskau verloren hat. Vorher galt Dugin bei vielen Insidern als enger Berater von Putin. Egal ob es stimmt oder nicht, damit wurde öffentlich eine deutliche Distanz zwischen Putin und Dugin hergestellt. Seltsam nur: Dugin trifft sich einen Monat später mit Girkin und Malofeew in Vallaam, einem Kloster, das nur wenige Kilometer von Putins Datsche entfernt liegt, und dass als Putins Lieblingskloster gilt. (http://eurasiology.blogspot.de/p/strelkow-im-kloster.html) In einem Kloster wurden auch Waffen im Donbass für den Einsatz von Girkin/Strelkow deponiert.
Girkin führte die Speznas-Einheit an, die die Ostukraine besetzte (und zuvor auch die Krim), Malofeew gilt als möglicher Finanzier und treibende Kraft des novorussischen Projekts und ist möglicherweise das wichtigste Bindeglied zwischen Putin und „Novorussia“. (http://www.bpb.de/internationales/europa/ukraine/185497/die-anfuehrer-der-separatisten-in-donezk-und-luhansk)
Auch Dugin steht in persönlicher Beziehungen zu Beteiligten, tauchte mehrmals in „Novorussia“ auf und promotet es in Russland, den USA und Europa. Er und Malofeew reisen durch Europa zu Rechtspopulisten, Nazis und Monarchisten.

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3. Akt, Handlungsort Kreml

Was Putin will, ist recht offensichtlich. Er will seine Macht behalten. Innere Macht gibt es nicht ohne äußere. Deshalb sucht er die politische Kontrolle über Europa zu bekommen. Indem er Rechtsextremisten und Linke fordert und fördert. Sie aufhetzt, die US-Bindung, die Nato und die eigenen Regierungen anzugreifen und Zwietracht sät, wo immer es geht. Vor allem, indem er Flüchtlinge nach Europa bombt. Und indem er die politische Mitte und die Wirtschaft kauft und korrumpiert, wo immer es geht.

Putin lässt jeden verhaften und wegsperren, der ein blau-gelbes oder ein Regenbogenfähnchen hochhält. Neonazis mit Hakenkreuzen und Stalin, Hammer und Sichel dagegen, sind gerngesehene Flaggen und Transparente in den Straßen von Moskau. In letzter Zeit werden immer mehr Plastiken zu Ehren von Stalin oder Dscherschinski enthüllt. Es wird immer offensichtlicher, dass Mafiakleptokratie, faschistoide Strukturen und Imperialismus sich nicht mit der Orthodoxie und Feindbildern vom Westen allein unterfüttern lassen. Es muss wieder eine Ideologie her. Und weil man mit offiziellem Faschismus schlecht angebliche Faschisten bekämpfen kann, wird ganz offensichtlich wieder auf den altbewährten Stalin-Kult zurückgegriffen.

Und da schließt sich wieder der Kreis zum Nationalbolschewisten und Querfrontler Dugin, zu dem Putin offiziell auf Distanz gegangen ist. Auch von diesen beiden findet Google nicht ein einziges gemeinsames Foto. Dugin fordert nicht nur ein eurasisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok und dass man dazu Europa erobern und anschließen sollte, sondern er beschrieb in seiner „vierten politischen Theorie“ auch den Weg dorthin: „Die Vorgehensweise ist klar. Man muss die Liberalen mithilfe von Linken und Faschisten ausrotten und dann die Linken mithilfe der Faschisten. Erst dann müsse man sich auch der Faschisten entledigen.“

Und genau das passiert gegenwärtig in Europa und den USA. Alles läuft genau nach Plan. In den USA treibt Trump die Liberalen vor sich her und polarisiert die Gesellschaft und in Europa tun dies Le Pen, die FPÖ, die AFD und viele andere extremistische Parteien, wobei sich der Schwerpunkt dank des Flüchtlingsandrangs und islamistischer Anschläge immer weiter von links außen nach rechts außen verlagert. Zufall?

Vielleicht sollte man im Umgang mit Russland besser das Abwegigste für das Naheliegenste halten. Maskirovka, das heißt Maskierung, hat eine sehr lange Tradition in Russland. Maskirovka sind nicht nur grüne Männchen ohne Insignien. Es bedeutet Agents Provocateurs, False-Flag-Anschäge, Desinformation, psychologische Manipulation, Unterwanderung, jede Art von Tricksen und Täuschen. Zur Zeit von NKWD und KGB wusste man das. Das Wissen darum scheint nach 25 Jahren schon verloren gegangen zu sein.


Nachtrag 3.5.2016

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3569934/Leaked-documents-ISIS-headquarters-terror-group-Syrian-dictator-Assad-colluded-city-Palmyra.html

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Küsst die Faschisten

Die 14 Identifikationsmerkmale des Faschismus nach Lawrence Britt


1. starker und anhaltender Nationalismus

Faschistische Regime neigen zu einem ständigen Gebrauch von patriotischen Mottos, Slogans, Symbolen, Liedern und was sonst noch dazu gehört. Flaggen sind überall zu sehen, wie auch Flaggensymbole auf Kleidung und anderen öffentlichen Präsentationen.

„Rossija – Und morgen die Welt“


2. Geringschätzung der Menschenrechte

Aus Angst vor Feinden und dem Bedürfnis nach Sicherheit heraus werden die Menschen in einem faschistischen Regime überzeugt, daß die Menschenrechte in einigen Fällen ignoriert werden können. Die Leute sehen in die andere Richtung oder stimmen den Folterungen, Massenhinrichtungen, Ermordungen, langen Inhaftierungen von Gefangenen und so weiter sogar zu.
Russische Söldner misshandeln und ermorden ukrainische Kriegsgefangene.

Russische Söldner misshandeln und ermorden ukrainische Kriegsgefangene.


3. Identifizierung von Feinden/Sündenböcken als vereinigende Sache

Die Leute werden in einen vereinigenden patriotischen Wahn getrieben durch das Ziel, eine erkannte allgemeine Bedrohung oder einen Feind zu beseitigen, sei es eine rassische, ethnische oder religiöse Minderheit; Liberale; Kommunisten; Sozialisten; Terroristen und so weiter.

Poroschenko wird als Nazi und Teufel diffamiert


4. Vorrang des Militärs

Selbst wenn es weitreichende inländische Probleme gibt, erhält das Militär einen überproportional großen Anteil des Staatshaushalts und die inländischen Probleme werden vernachlässigt. Soldaten und das Militär werden verherrlicht.
Topol Interkontinentalrakete bei der Parade auf dem Roten Platz

Topol Interkontinentalrakete bei der Parade auf dem Roten Platz


5. wachsender Sexismus

Die Regierungen faschistischer Länder sind fast ausschließlich von Männern beherrscht. Unter faschistischen Regimen werden traditionelle Geschlechtsrollen stärker betont. Der Widerstand gegen Abtreibung ist groß, wie auch die Homophobie und gegen Homosexuelle gerichtete Gesetzgebung und staatliche Politik.

Festnahme bei einer Demonstration gegen Homophobie


6. kontrollierte Massenmedien

Manchmal werden die Medien direkt durch die Regierung kontrolliert, aber in anderen Fällen werden die Medien indirekt durch Verordnungen der Regierung kontrolliert oder durch geistesverwandte Sprecher oder Vorstände der Medien. Zensur, insbesondere in Kriegszeiten, ist weit verbreitet.
Journalistenmorde - Gedenken an Anna Politkowskaja

Morde an oppositionellen Journalisten – Gedenken an Anna Politkowskaja


7. Besessenheit von der nationalen Sicherheit

Angst wird als Mittel der Motivation für die Massen durch die Regierung eingesetzt.
Russland wird von der Nato

Russland wird von der Nato „eingekreist“.

8. Religion und Regierung sind miteinander verflochten
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Regierungen faschistischer Länder neigen dazu, die gebräuchlichste Religion des Landes zu nutzen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Religiöse Rhetorik und Fachsprache wird von Regierungsmitgliedern häufig genutzt, selbst wenn die Lehrsätze der Religion, der Politik oder den Handlungen der Regierung genau entgegenstehen.
Ein russischer Priester segnet Kampfjets

Ein russischer Priester segnet Kampfjets


9. unternehmerische Macht wird geschützt

Die Aristokraten der Industrie und der Unternehmen eines faschistischen Landes sind häufig diejenigen, die den politischen Führern an die Macht geholfen haben, was zu einer beiderseitig nützlichen Beziehung von Unternehmen und Regierung und zu einer Machtelite führt.
Putins Geschäftsfreunde

Putins Geschäftsfreunde


10. gewerkschaftliche Macht wird unterdrückt

Da die organisierende Macht der Gewerkschaften die einzige wirkliche Bedrohung für ein faschistisches Regime darstellt, werden Gewerkschaften entweder ganz ausgemerzt oder sie werden stark unterdrückt.

„Wir glauben an Putin“ Gewerkschaftsparade am 1. Mai auf dem roten Platz


11. Geringschätzung Intellektueller und der Künste

Faschistische Länder neigen dazu, offene Feindschaft zu höherer Bildung und Akademien zu förden und zu tolerieren. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Professoren oder andere Akademiker zensiert oder sogar verhaftet werden. Freier Ausdruck in der Kunst wird häufig öffentlich angegriffen und die Regierungen lehnen es häufig ab, die Künste zu fördern.
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Ein Polizeikossake prügelt mit der Peitsche auf die Mitglieder der Gruppe Pussy Riot ein.


12. Besessenheit von Verbrechen und Bestrafung

Unter faschistischen Regimes wird der Polizei fast unbegrenzte Macht zur Verbrechensbekämpfung eingeräumt. Das Volk ist häufig bereit, Polizeiverbrechen zu übersehen und sogar Bürgerrechte im Namen des Patriotismus‘ aufzugeben. In faschistischen Ländern gibt es meistens eine landesweite Polizeieinheit mit praktisch unbegrenzter Macht.
Verhaftung Nemzows im März 2012

Verhaftung Nemzows im März 2012


13. wachsende Seilschaften und Korruption

Faschistische Regime werden fast immer von einer Gruppe von Freunden und Genossen regiert, die sich gegenseitig Regierungsposten zuschieben und ihre Macht und ihren Einfluß nutzen, um ihre Freunde davor schützen, zur Verantwortung gezogen zu werden. Es ist in faschistischen Regimen nicht unüblich, daß nationale Ressourcen oder sogar Schätze von den Regierungsmitgliedern angeeignet oder gestohlen werden.
Putin and friends

Putin and friends


14. betrügerische Wahlen

Manchmal sind die Wahlen in faschistischen Ländern ein kompletter Schwindel. In anderen Fällen werden die Wahlen durch Schmutzkampagnen oder sogar die Ermordung von Oppositionskandidaten, Nutzung der Gesetzgebung um die Anzahl der Stimmberechtigten oder der Wahlbezirke zu kontrollieren, oder Beeinflußung der Medien manipuliert. 
Faschistische Länder nutzen auch typischerweise ihre Richterschaft, um die Wahlen zu manipulieren oder zu kontrollieren.
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Noch zwei weitere streng wissenschaftliche Faschismusdefinitionen:
Im Jahr 2004 formulierte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Matthew Lyons die folgende Faschismusdefinition:

„Faschismus ist eine Form rechtsextremerIdeologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von ‚andersartigen‘ Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft – aber nicht immer – unterstützt er Lehren rassischer Überlegenheit, ethnische Verfolgung, imperialistische Ausdehnung und Völkermord. Faschismus kann zeitgleich eine Form von Internationalismus annehmen, die entweder auf rassischer oder ideologischer Solidarität über nationale Grenzen hinweg beruht. Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener männlicher Vorherrschaft, obwohl er manchmal auch weibliche Solidarität und neue Möglichkeiten für Frauen einer privilegierten Nation oder Rasse unterstützen kann.“

In seinem im Jahre 2004 veröffentlichten Buch The Anatomy of Fascism definiert der US-amerikanische Geschichtsprofessor Robert O. Paxton Faschismus so:

„Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#.C3.9Cberblick

*** THE DECADE IN PICTURES ***This pool picture provided 03 September 2007 shows Russian President Vladimir Putin carrying a hunting rifle in the Republic of Tuva, 15 August 2007. Putin is scheduled to visit Australia for the ASEAN conference starting this week. AFP PHOTO / RIA NOVOSTI / KREMLIN POOL / DMITRY ASTAKHOV

“Russlands Präsident verlas eine der angeblich zweieinhalb Millionen Fragen, die ihn aus Anlass der Sendung „Direkter Draht“ erreichten: „Was ist für Sie der russische Mensch, das russische Volk? Seine starken und schwachen Seiten?“ Putin antwortete, viele Fachleute seien der Ansicht, ein Volk habe keine Besonderheiten, es gebe nur den konkreten Menschen. Dem sei nicht zuzustimmen, sagte Putin und nannte die gemeinsame Sprache und Geschichte und das Zusammenleben auf einem Gebiet sowie den „Austausch von Genen“ über Hunderte, ja Tausende Jahre als Wesensmerkmale eines Volkes. „Mir scheint, dass der russische Mensch, der Mensch der russischen Welt, vor allem daran denkt, dass es irgendeine höhere moralische Bestimmung des Menschen gibt“, sagte Putin. Das sei im Westen anders, wo gelte, je erfolgreicher jemand sei, desto besser. In Russland aber fragten sich sogar sehr reiche Leute: Was nun? Denn der russische Mensch richte sich nicht auf sich selbst, sondern „entfaltet sich nach außen. Bei uns ist der persönliche Erfolg nicht genug“, so Putin. „Nur in unserem Volk konnte die Redensart entstehen: ‚Vor der Welt ist auch der Tod schön.’ Das heißt, der Tod für den anderen, für sein Volk.“ Darin lägen die „tiefen Wurzeln unseres Patriotismus“, auch das „massenhafte Heldentum“ im Krieg. Viele Völker hätten eigene Vorteile, „aber das ist unser“. Und auch wenn es in der heutigen Welt viel Austausch gebe, auch von Genen, und Russland von anderen Völkern manches aufnehmen könne, „werden wir uns immer auf unsere Werte stützen“.

(http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/fernsehauftritt-in-moskau-schoener-sterben-mit-putin-12900846.html)

Putin: „Man muss in einem vaterländischen Feldzug vor allem den Sieg im Kopf haben und nicht die bedenkenvolle Fehlervermeidung. Der Kriegsverlauf kann auch unordentlich und nicht lupenrein ausfallen, es kommt auf die kühl kalkuliert erzeugte Emphase des Volkes an und nicht zwingend auf das Kriegs- oder Völkerrecht, nicht auf klar erkennbare Militärinsignien und dergleichen.“

(http://www.zeit.de/2014/13/wladimir-putin-psyche-autobiografie)

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Kurt Tucholsky (1890-1935)

Rosen auf den Weg gestreut

Ihr müsst sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müsst mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!
Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: „Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!“
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft.

Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?
Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …
Und verspürt ihr auch
in euerm Bauch
den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:
Küsst die Faschisten, küsst die Faschisten,
küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

Neonazis in Heidenau

Neonazis trifft man in Heidenau,

Antiimperialisten

… Antiimperialisten in München,

Pegida

… Pegida in Dresden,

... Montagsdemonstranten in Berlin,

… Montagsdemonstranten in Berlin,

Udo Voigt bei einem Kongress rechtsextremer Parteien in St. Petersburg

… Udo Voigt bei einem Kongress rechtsextremer Parteien in St. Petersburg,

... trinkfeste Volksgenossen an der alkoholischen Front,

… trinkfeste Volksgenossen an der alkoholischen Front,

Genossen

… trinkfeste Genossen an der Eine-Hand-wäscht-die-andere-Front,

Willy Wimmer im Propagandaeinsatz

… Ex-Verteidigungsstaatssekretär der CDU Willy Wimmer im Propagandaeinsatz,

Der Börsenguru Dirk Müller weiß, Putin ist gut gegen Kapitalismus.

… und Putins Börsenguru Dirk Müller im faschistischen Deutschland. Er beschreibt präzise, woran er beteiligt ist. Nicht der Staat.

Elsaesserklein

Andere wie Ken Jebsen, „Freeman“ oder Jürgen Elsässer sind schwer zu treffen. Sie sind ständig unterwegs im Einsatz für den Fasch… pardon, Frieden!

Alexander Dugin:

The order of destruction (deconstruction) becomes now DOGMATIC:

  1. Against liberalism.
  2. When the liberals are dead and for sure, let us liquidate the materialist marxists (principal critics of Modern world by Guenon instead of radical critics of capitalism by Marx). When the Global Oligarchy will lay in the ruins we will need finish with reds. But before that point we are allies. Who call to fight left first are traitors. Fight first REAL ENNEMY.
  3. When there are no more liberals and Global Oligarchy, there is no more marxists with their idiotic materialism and mechanistic determinism, with their imagined proletariat or worse „multitudes“, with their unqualified egalitarianism and perverted mentally „intellectuals“ and „degenerated art“, we will exterminate finally neo-nazi fools. Only then but not earlier. But if any person of these three ideological camps would eventual change his (her) mind accepting our logic and our Fourth Path he (she) will be cordially welcomed.

Russische Faschisten und andere Primaten

Aleksandr-Dughin_tintindSchon im März letzten Jahres stieß ich im Zusammenhang mit der russischen Aggression auf der Krim auf den Namen Alexander Dugin und las einiges über ihn, was mich beunruhigte. Besonders, dass viele  Veröffentlichungen von ihm auf den Seiten des amerikanischen Nazis Anglin zu finden waren, der so übelkeiterregende Seiten wie „Daily Stormer“ und „Total Fascism“ betreibt bzw. betrieb. Erstere ist inzwischen grafisch entschärft und zweitere findet man heute nur noch im Web Archiv. Viele schrieben mir, dass man Dugin nicht ernst nehmen müsse und er keine Rolle in Russland spielen würde. Etwas seltsam für jemand, der an der Moskauer Universität lehrte, regelmäßig im russischen Fernsehen zu sehen ist und sich nicht nur selbst als Berater Putins bezeichnet. Ich hatte keine große Lust mehr, mich durch sein Geschwurbel durchzuarbeiten, nachdem für mich mit zwei Dingen, die ich von ihm gelesen hatte, seine Position klar schien. Erstens, er möchte, dass Russland Europa erobert bzw. angliedert. Er möchte, falls nötig mit Gewalt, ein Eurasisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok errichtet sehen, also in genau den Ausmaßen, wie Putins Traum von einer (von Russland dominierten) eurasischen Wirtschaftsunion. Erklärtes Ziel ist es, an Know how, High Tech und die Wirtschaftskraft des Westens zu gelangen. Zweitens, er möchte zumindest Eurasien mit Hilfe von Kommunisten und Faschisten von den Liberalen befreien, danach mit Hilfe der Faschisten die Kommunisten ausrotten und zuletzt die Faschisten. Wer dann übrigbleiben soll, ist nicht ganz klar, aber offensichtlich ist er nicht gewillt oder in der Lage sich selbst und seine Lehre als faschistisch zu erkennen. Wörtlich sagt er, Oppositionelle wie die Pussy Riots möchte er aufs Maul hauen und dann mit dem LKW auf der Müllkippe entsorgen. Das erinnert stark an Le Pen senior, der für jüdische Kritiker seiner Partei „eine Ofenladung fertigmachen“ wollte.
Kurzum, ich dachte mir, den ideologischen Über-, nein eher Unterbau dieses Herren aus der Mülltonne der Geschichte kann man sich eigentlich ersparen. Seine Ziele sprechen für sich und er ist nur in dem Maße gefährlich, wie er ernst genommen wird.
Leider lag ich mit meiner Vermutung richtig, dass man ihn ernster nehmen muss, als mir viele einreden wollten. Denn der Unrat aus der ausgelehrten Mülltonne der Geschichte wird offensichtlich von vielen gierig aufgesammelt, die alle Lehren aus dem dritten Reich völlig vergessen oder nie erlangt haben. Besonders, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – über ein massives ethisches Defizit verfügen. Dugin spielt eine große Rolle bei der prorussischen Propaganda, denn viele Fäden westlicher Putinpropagandisten laufen bei ihm zusammen. Er knüpft und pflegt Verbindungen zu vielen Rechtsextremisten, Linken und Anhängern seiner Querfrontideologie quer durch Europa und die USA und er ist an Malofeews Seite  ein wichtiges, vielleicht das wichtigste Rad in dem Räderwerk, das die Krimannexion vollzogen hat und den Krieg in der Ostukraine begann und am Laufen hält. Last but not least, er ist offensichtlich die treibende und auf Russland ausrichtende Kraft hinter dem Querfrontbündnis der neuen griechischen Regierung.
Ein Grund, sich doch noch einmal etwas ausführlicher mit seiner Lehre zu beschäftigen. Zumindest, zu versuchen, mich in eine Übersetzung hineinzulesen, die heute von Andreas Umland veröffentlicht wurde:
Dugin: „There are, in the 20th century, only three ideologies that have managed to demonstrate that their principles are realistic in terms of their political-administrative implementation – these are liberalism, communism and fascism. As much as one may like to – it is impossible to name another model of society which would not be one of the forms of these ideologies and [which], at the same time, existed in reality. There are liberal countries, there are communist [countries] and there are fascist (nationalist) [countries]. Others are absent. And are impossible. In Russia, we have passed two ideological stages – the communist and the liberal. What remains is fascism.“
Schon dieser erste Absatz verursacht mir große Bauchschmerzen. Ich halte es für nicht akzeptabel, „Liberalismus“, Kommunismus und Faschismus gleichberechtigt nebeneinander zu stellen.  Der Wunsch nach Sicherung der Grundbedürfnisse, wenn nicht sogar einem gewissen Wohlstand, vielleicht sogar so etwas wie Glück und, auch bei Dugin ausdrücklich erwähnt, „Freiheit“ dürfte wohl jedem politischen Modell zugrunde liegen. Keiner verkauft seine politische Lehre mit der Aussage, dass er sich bereichern oder Macht für sich allein haben will. Selbst die schlimmste Diktatur gibt immer vor, die Menschen von irgendetwas befreien zu wollen. Sehr beliebt dabei zum Beispiel: von den Juden.
Wie man sicher unschwer merkt, bin ich weder Historiker, noch Politologe, noch Philosoph, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwas nicht stimmt, wenn man ein System der Willensbildung von unten, also Demokratie, gleichwertig neben Systeme der Willensbildung von oben stellt. Also Kommunismus, Faschismus und um das zu ergänzen, was Dugin auslässt: Monarchie und Religionen. Die letzten beiden sind es ja wohl auch, auf die hinsteuert. In seinem Fall: Zarismus und Orthodoxie. Wo die Reise hingehen soll, wird von Demagogen wie Dugin erfahrungsgemäß sehr gerne verschwiegen. Insbesondere, wenn man wie er politische Gruppen gegen einander benutzen will, die später selbst entsorgt werden sollen. Aber auch eine weitere Auspägung, die man wohl unter Totalitarismus einordnen könnte, sollte man nicht außer Acht lassen. Den Mafiastaat. Er wird durch Putins Ansprüche verkörpert, die noch in scharfe Konkurrenz zu den archaischen Zielen Dugins treten könnten.
Ich glaube nicht, dass man Demokratie als eine  Ideologie unter anderen Ideologien sehen darf. Sie ist ein konkurrierendes Grundprinzip zu allen obrigkeitsstaatlichen Prinzipien. Entweder das Volk bestimmt, oder es wird von oben bestimmt. Alles außer der Demokratie gehört in die letztere Kategorie. Auch der Kommunismus, der nur eine Selbstbestimmung des Volkes vortäuscht, während in der Praxis die Macht immer in den Händen der Partei bleibt. Jedenfalls in allen bisher staatlich praktizierten Formen des Kommunismus. Die Konkurrenz dieser beiden Grundprinzipien der Willensbildung von unten oder von oben zieht sich vermutlich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Auch wenn wenig über demokratische Entwicklungen aus der Zeit vor der griechischen Antike bekannt ist, findet man demokratisches Verhalten sogar bei anderen Primaten wie den Makaken.

(http://www.fr-online.de/wissenschaft/tierwelt-demokratie-unter-affen,1472788,3286270.html)

Es wäre also seltsam, wenn von der evolutionären Entstehung des Menschen bis zur Antike nie der Versuch unternommen wurde, dass sich ein Volk oder eine größere Gruppe selbst regiert.
Bestechender Vorteil dieses demokratischen Grundprinzips ist, dass es als Regierungsform die Gewähr bietet, den Wünschen einer maximalen Anzahl von Menschen gerecht zu werden. Da die Freiheit des einen bekanntermaßen immer am Beginn der Freiheit des anderen endet, kommt dabei zwangsläufig immer eine Minderheit zu kurz. Diese ist jedoch bei jeder anderen Regierungsform wesentlich größer. Meist ist es keine Minderheit, sondern eine Mehrheit. Mitunter sogar eine so große, dass nur eine Person ausgenommen bleibt: Der König, Kaiser, Zar, Führer oder wie immer sich dieser Autokrat dann nennen mag.
Freiheit und Wohlstand sind rein rechnerisch in der Demokratie am besten gewährleistet. Wenn also ein Herr Dugin diese Ziele verfolgt und nicht Freiheit und Wohlstand für sich selbst, oder irgendeinen anderen Herren dem er dient, erlangen will, dann ist er entweder dumm oder ein Lügner, wenn er die Demokratie abschaffen und durch ein wie auch immer geartetes autoritäres Regime ersetzen will. Oder er möchte den Menschen – offensichtlich mit Gewalt – sagen, was sie zu wollen haben. Dann kann er ihren Wünschen natürlich mit Leichtigkeit gerecht werden. Dass die politisch administrative Umsetzung sowohl von Faschismus wie auch Kommunismus im 20. Jahrhundert „grandios“ gescheitert sind, scheint sich noch nicht bis zu Herrn Dugin herumgesprochen zu haben. Damit seine Hypothese in Erfüllung geht, setzt er sich jetzt mit ganzer Kraft dafür ein, den „Liberalismus“, sprich die Demokratie, zum Scheitern zu bringen.
Soviel zum ersten Absatz. 😉

Tschüss EU!

10802052_10203775735849661_510664044926919810_nWenn man Eins und Eins zusammenzählt, haben sich seit Sonntag alle europäischen Sanktionen gegen Russland erledigt. Sanktionen werden vom Europäischen Rat EINSTIMMIG beschlossen. D.h. jeder Staat hat ein Vetorecht. Die neue Führung Griechenlands hat enge Beziehungen zu Dugin. Griechenland kann man ab jetzt also als von Russland gesteuert bezeichnen. Der erste Widerspruch Griechenlands gegen eine Verurteilung Russlands liegt schon vor. Das heißt klipp und klar: Es wird keine weiteren Sanktionen aus Europa geben. Eine Abstimmung darüber wurde heute schon auf !Februar! verschoben. Der russische Faschismus hat jetzt einen Fuß in der europäischen Tür. Ehrlich gesagt halte ich das für den Anfang vom Ende der EU.
Lediglich eine „Koalition der Willigen“ wie es beim Irakkrieg hieß, scheint mir jetzt noch möglich. Würde Steinmeier da mitmachen? Ich glaube kaum. Sie bestünde aus Polen, dem Baltikum, Skandinavien und Großbritannien.

http://www.cps.org.uk/blog/q/date/2015/01/30/greece-the-eu-nato/

http://empr.media/news/new-greek-foreign-minister-associated-with-ruscism-ideologue

http://anton-shekhovtsov.blogspot.de/2015/01/greek-left-wing-syriza-forms-coalition.html

http://news.softpedia.com/news/Russian-Hackers-Leak-List-of-Pro-Russian-Influence-Group-Made-of-High-Profile-European-Individuals-466418.shtml

Die Liste: https://cgrozev.files.wordpress.com/2014/12/elitelist.pdf

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Die wundersame Duginisierung Deutschlands und Frankreichs

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Wir müssen Europa erobern – Alexander Dugin 12.04.2013

Heutzutage spürt man, Russland hat einen sehr großen (guten?) Mangel an einer nationalen Idee. Einerseits verstehen alle, dass sie erforderlich ist, andererseits ist es zur Zeit nicht so einfach etwas sinnvolles, etwas meinetwegen neues, etwas überzeugendes anzubieten. Ich habe viele Jahre über dieses Problem, über das Problem der nationalen Idee nachgedacht. Und vor kurzem, während das ? analysiert und verschiedene europäische Länder besucht habe, kam mir eine Idee in Bezug darauf, wie man das Problem der nationalen Idee lösen könnte. Ich möchte sie als Vorschlag, als eine Art Hypothese darlegen. Und die Gesellschaft und vor allem der Staat soll entscheiden, ob man sie annehmen oder ablehnen soll. Die Idee ist folgende: Wir müssen Europa erobern. Eingliedern und anschließen. Als erstes würden viel sagen: Was soll das? Was soll diese Idee. Was soll dieses Erobern, Anschließen und Eingliedern? Und dieses Besetzen? Was soll das Ganze überhaupt? Aber wenn die anfängliche Abneigung und Empörung überwunden ist, oder der Eindruck, als hätte man etwas falsches gesagt, weil man sich nicht überlegt oder sich vielleicht an das falsche Zeitalter oder auf die falsche Epoche bezogen hat,… Und überhaupt, was soll das heißen: Europa erobern? Also wenn all dieses vorüber ist – man muss den Leuten natürlich die Möglichkeit geben sich durchzukeuchen und sich durchzuschreien. Die Liberalen würden sagen: Wir haben es schon immer vermutet. Ihr wolltet schon immer darauf hinaus. Wenn das Geschrei der hirnkreischenden Agenten des Westens, der fünften Kolonne und anderer hirnjaulenden Kräfte sich gelegt hat, sowie die Verblüfftheit der Patrioten selbst, die weitaus bescheidenere Ziel als primär ansehen – wir sollen uns vor allem retten, Hauptsache überleben, wir sollen uns vor allem erhalten, wenn die Weltempörung vorüber ist, kann man es sich überlegen. Warum nicht? Und dann könnte man sich z.b. an unseren großen ? erinnern, der ein solches Konzept im 19ten Jahrhundert vertreten hat. Er war der Meinung, dass das russische Reich Europa erobern und der russische Zar ein europäischer Zar werden soll um auf dies Weise das byzantinische Reich wiederherzustellen. Im Rahmen dieses globalen römischen bzw. dritten römischen Reiches könnten wir den Europäern ein hohes Maß an Autonomie gewähren. Die orthodoxe Kirche kann da schnell eine gemeinsame Sprache mit den konservativen katholischen Kreisen finden. Wir würden den Katholiken nicht verbieten ihren Glauben auf dem Territorium unseres Reiches auszuüben, wie es anfänglich in den Zeiten der Einheit, sagen wir Konstantin bis Karl dem Großen der Fall war. Als Westeuropa, obwohl das eine weitgehende Autonomie genoss, den byzantinischen Kaiser als Einheitsherrscher anerkannt hat. Andererseits kann man diese Idee bei Nietzsche … Nietzsche sagte, dass Europa wie einst Griechenland unter römischem Schutz sein soll. Die Russen sollen Europa erobern. Und Nietzsche sagte das als Deutscher. Er meinte, es wäre viel besser, wir könnten uns dann auf die Entwicklung unserer Kultur und unserer nationalen Identität konzentrieren. Und müssen uns nicht mehr um strategische Fragen kümmern. Die Russen würden ihre Wächtertrupps zu uns schicken und ihre Vopos auf unserem Boden aufstellen um uns zu beschützen und uns zu verteidigen. Und wir würden als einzigartige Kultur aufblühen. Es gab also auch in Europa Vertreter von dieser Idee. Der selben Meinung war auch unser ?. Der selben Ansicht war auch ein Freund von (Milischkowski?) ?, der Dostojewski bewundert hat. Generell gesagt hat die europäische Elite sich überlegt, Europa an Russland abzutreten. An ein starkes Russland. An ein konservatives Russland. An ein selbstsicheres Russland. An ein Russland, das am Zenit seiner Macht ist. Das heißt, dass es eine prorussische 5. Kolonne in Europa gibt steht fest. Das sind europäische Intellektuelle, die die europäische Identität stärken wollen. Werfen wir einen Blick auf die europäischen Streitkräfte. Die sind so gut wie nicht vorhanden. Es gibt natürlich den Nato-Block. Doch die Nato mischt sich in keine ernsthaften Operationen ein. Das haben wir in Südossetien und Abchasien erlebt. Wir haben uns mit ihrem Freund Saakaschwili angelegt und sind aus diesem Konflikt als Sieger hervorgegangen. Es gab viel Tumult und Wasserballett im schwarzen Meer. Wir haben amerikanische Kreuzer, Nato-Kreuzer gesehen, na und? Südossetien und Abchasien gehören mittlerweile uns. Oder sich selbst. Wir würden also den Europäern vorschlagen sich selbst zu gehören und sie selbst zu sein. Wir würden Europa einfach zu unserem Protektorat machen. Europa ist militärisch schwach. Wir brauchen nicht zu kämpfen. Warum sollten wir mit Waffen kämpfen? Lasst uns mit Hilfe der Soft Power kämpfen. Lasst uns vorschlagen Europa vor Homoehen zu schützen. Vor Femen, vor Pussy Riot. Um Europa vor sich selbst zu retten. Denn das europäische Bewusstsein zerfällt heutzutage. Alle zurechnungsfähigen Europäer verstehen, dass Europa kurz vor einem Abgrund steht. In den Klauen? (Mit dem Glauben?) voller entarteter Abkömmlinge von archaischen Einwanderern, die die europäische Identität vernichten werden. Sie müssen etwas unternehmen. Und wie sie sehen schießen sie mittlerweile auf eigene Leute. Sie fangen an sich selbst zu vernichten, weil sie nicht verstehen, was sie tun sollen. Lass es ihnen sagen. Unter unserem Protektorat wird euch Schutz gewährt. Schaut, die Pussy-Riot-Aktivisten sitzen im Gefängnis. Wir werden auch die eurigen einknasten. Bei Euch randalieren die Femen-Aktivistinnen ungestraft in Kathedralen. Bei uns kriegen sie kurzerhand aufs Maul und werden mit einem LKW auf die Müllkippe transportiert. Wo sie auch hingehören. …
Die Europäer hassen sich in Wirklichkeit selbst so sehr und so oft bekennen sie ihre Sünden vor allen, dass sie längst müde sind, den Weg des Nihilismus zu gehen. Und wir würden ihnen sagen: Wir verlangen gar nichts von Euch. Hört auf Buße zu tun. Wir werden bei Euch Ordnung schaffen. Ihr seid ja nicht im Stande das Einwanderungsproblem allein zu meistern. Und wir werden es schaffen. Wir werden die Einwanderer nach dem Motto Koffer, (Bank?) und zurück loswerden. Wir werden natürlich auch unsere eigenen Einwanderungsgesetze verschärfen müssen. Aber das was bei uns vor sich geht, kann mit den europäischen Verhältnissen überhaupt nicht verglichen werden. Denn Europa verschwindet geradezu vor unseren Augen. Wir als indoeuropäisches Volk weil wir eine Vielfalt auf verschiedenen Ebenen haben, haben Erfahrung in der Umsetzung eines echten und (praktiven?) Multikulturalismus. Und für diejenigen, die Angst davor haben, dass wir sie gleich vertreiben würden, sage ich, nein, erst würden wir ihnen eine Reihe von Adaptionsmaßnahmen anbieten, damit sie in unserem globalen eurasischen Imperium bleiben können, dem auch Europa angehören würde. Das wäre auch eine gute Gelegenheit, unsere Erfahrung im Umgang mit der eurasischen Kulturvielfalt in Europa anzuwenden. Wir würden zeigen, was echte Toleranz ist. Das ist nämlich keine Gleichgültigkeit gegenüber den Einwanderern, sondern Integration von (?) unterschiedlichster Gesellschaften und Kulturen in eine einheitliche Zivilisation. Außerdem wäre es auch unseren Bürgern recht, weil das Visumproblem sich automatisch erledigen würde. Es würde keine Probleme mit der Visumkontrolle und keine Grenzen mehr geben. Die EU würde zur eurasischen Union als Teil derselben beitreten. Dann wären auch unsere prowestlich eingestellten Bürger vollkommen zufrieden gestellt. Weil wir in Europa wären. Russland würde in gewissem Sinne zu Europa gehören. Weil es keine Grenzen mehr geben würde. Die europäischen Werte könnten bei uns durchaus Anwendung finden. Vorausgesetzt, die Europäer würden sie bewahren. Weil die europäischen Werte in ihrer aktuellen postmodernen Form gerade das sind, was Europa tötet. Deswegen würden wir in den europäischen Medien eine gewisse patriotische Zensur einführen. Keine liberale wie jetzt, wo ein Zeitung auf verschiedenen Ebenen zehntausende Male überprüft wird, ob sie ein unliberales Element beinhaltet. Das heißt, dort herrscht eine totalitäre, rassistische, eurozentristische, liberale Zensur vor. Wir würden diese Zensur abschaffen. Und den Leuten die Möglichkeit geben, ihre Meinung frei zu äußern. Aber wir würden eine antinihilistische Zensur einführen. Die gewisse nihilistische Ausprägungen in der menschlichen Seele zurückhalten und globalisieren sollte. Darüber hinaus haben wir doch Erfahrung mit Expansion nach Europa, die zu Sowjetzeiten stattfand, als unsere kommunistische Partei, die Komintern und Kominform sehr beeindruckende Ergebnisse in Sachen Eindringen in die europäischen Parlamente erzielt haben. Ja, das war unser außenpolitisches Instrument. Die heutige Situation ist anders. Wir sind keine kommunistischen Länder mehr. Aber wir können mit anderen Partnern reden. Und wenn wir diese nationale Idee als eine (Expansion?) der EU in die eurasische Union oder als Expansion nach Europa definieren würden, könnten wir uns eigentlich um dieses große (?) einigen. Stellen Sie sich vor, Europa eingliedern, das wäre etwas typisch Russisches. Wenn man uns sagt, ihr müsst, sagen wir, das Bruttoinlandsprodukt um 0,13% steigern, oder ihr müsst Einwanderer unterbringen, oder irgendwelche Hunde impfen, das ganze ist natürlich cool, aber das widerspricht dem russischen Charakter. Deshalb machen wir das alles nicht. Wir haben nicht vor, das Bruttoinlandsprodukt zu steigern, weil wir darauf pfeifen. Die Russen mobilisieren sich bloß für ein großes Ziel. Europa eingliedern ist ein großes Ziel. Übrigens russische ? des 19ten Jahrhunderts, die den Westen bewunderten, wollten westliche Technologien übernehmen, damit Russland mächtig und großartig wird. Damit es den Westen besiegen kann. Lasst uns diesem (Westlertum?) zuwenden. Gefallen Euch westliche Technologien? Dann lasst uns sie holen. Wie kann man sie holen? Die Europäer würden uns irgendwelche Transistoren gegen Erdöl und Gas nur kleckerweise übergeben. Lasst uns aber sämtliche westliche Hochtechnologien auf Anhieb holen. Das heißt, denn wenn wir Europa erobern würden, würden uns alle Hochtechnologien anheim fallen. Und da hätten wir Entwicklung, da hätten wir Modernisierung, wenn wir sie wollten. Da hätten wir übrigens die Europäisierung unserer Gesellschaft. Peter der Erste hat auch ein Fenster nach Europa geöffnet. Und was hat er daraus gezeigt? Er hat einfach eine Kanone zum Fenster hin geschoben und hat begonnen sich an der europäischen Politik zu beteiligen. Indem er Kosaken im ? von Europa einmarschieren ließ. Und das Wort Bistro ist eine der Spuren, die dort von ihm geblieben ist. Ich halte diese Spur nach Westen für äußerst wichtig.

https://www.youtube.com/watch?v=e-oH58VA5Rw

lepensenior

Jean-Marie Le Pen 8.6.14

Der Gründer der rechtsextremen französischen Partei Front National (FN), Jean-Marie Le Pen, hat mit einer antisemitischen Äußerung für Empörung gesorgt. In einem Video auf der Webseite der Partei äußerte sich Le Pen abfällig zu Kritikern der FN. Als er darin darauf angesprochen wird, dass zu den Kritikern auch der jüdische Sänger Patrick Bruel gehört, sagt der 85-Jährige: „Das wundert mich nicht. Sehen Sie, da machen wir das nächste Mal eine Ofenladung.“

Das wurde allgemein als Verweis auf Öfen verstanden, die in Konzentrationslagern während des Holocaust verwendet wurden. Der Front National war bei der Europa-Wahl Ende Mai mit 25 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft in Frankreich geworden. Le Pen sitzt im Europäischen Parlament.

http://www.welt.de/politik/ausland/article128848465/Da-machen-wir-das-naechste-Mal-eine-Ofenladung.html

lepenjunior

Front National 27.11.14

Der rechtsextreme Front National (FN) erhält für die kommenden Wahlkämpfe in Frankreich einen Millionenkredit aus Russland. Am Wochenende berichtete das Internetportal Mediapart, Marine Le Pens Partei erhalte einen Kredit von 9 Millionen Euro von der First Czech Russian Bank. Nun stellt sich heraus, dass es sich dabei wohl nur um die erste Tranche eines 40-Millionen-Euro-Kredits handelt.

Le Pen hat die Zahlung über neun Millionen Euro bereits bestätigt. Andere Summen seien jedoch vollkommen aus der Luft gegriffen, sagte die Parteichefin. Ihr Finanzberater, Bernard Monot, gab allerdings an, die Partei benötige 45 Millionen Euro für die Finanzierung bis zum Präsidentschafts- und Parlamentswahljahr 2017, schreibt Mediapart. Auch Schatzmeister Wallerand Saint-Just hält es für möglich, dass seine Partei mehr Geld erhält. Seiner Kenntnis nach bis zu 10 Millionen Euro.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-11/front-national-frankreich-kredit-russland

pegidalogo

Pegida-Demo 13.12.2014

Mit einer Pelzmütze auf dem Kopf gab Carsten van Ryssen einen Journalisten des Fernsehsenders „Russia Today Deutsch“. Er spielte seine Rolle sehr überzeugend, denn die Pegida-Anhänger gaben dem Mann mit dem aufgesetzten russischen Akzent bereitwillig Auskunft.

„Sie sind ein schönes Gegengewicht zu unseren gleichgeschalteten Medien, die uns alle manipulieren“, lobte einer der Demonstranten. „Russia Today“ sei objektiv, alle anderen deutschen Medien seien doch Verräter, sagte ein anderer.

Van Ryssen bekam bei seiner Tarnkappen-Mission auch schnell die Sprüche zu hören, die einem inzwischen so bekannt vorkommen. Nein, Nazis gebe es hier keine. „Ich bin aus der Mitte der Gesellschaft, ich bin AfD-Mitglied,“ rechtfertigte sich einer.“ Ein anderer: „Ich bin weder Hooligan, noch rechtsradikal“.

Auch zum Reizthema Islamisten und ISIS konnte die „heute-show“ als russischer Sender getarnt einige eindrückliche Stimmen einsammeln.

„Wenn jemand hier kriminell wird, ein Auto klaut, Körperverletzung macht, nehmen, raus!“ sagte ein Pegida-Anhänger. Ob ihm denn persönlich schon mal so etwas passiert sei, wollte van Ryssen wissen. Ja, von einem Serben sei ihm das Auto geklaut worden. Ob der Serbe denn ein Islamist gewesen sei. Nein, das nicht.

Und: der radikale Islamist rangiert auf der Skala des Bösen wirklich ganz, ganz oben bei den Pegida-Demonstranten. Ein radikaler Islamist, so stellte einer fest, sei „hundert Mal schlimmer als ein ganzes Stadion voll Homosexueller.“

http://www.huffingtonpost.de/2014/12/13/heute-show-undercover-pegida_n_6319092.html

Nach-der-Landtagswahl-in-Brandenburg-und-Thueringen-Pk-AfD

Gauland sagte am Mittwoch im rbb-Inforadio (7.1.2015)

… es könne nicht sein, dass ausländische Arbeitskräfte nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt würden. „Es kann nicht sein, dass wir nach dem Motto vorgehen: Es ist egal wer zu uns passt, Hauptsache er arbeitet für uns. Das ist die Haltung, die wir grundsätzlich ablehnen. Es kann nur sein, dass Menschen, die zu unserem Kulturkreis passen, die bei uns integrierbar sind, hier auch leben und arbeiten.“
Das solle gesetzlich festgelegt werden, forderte Gauland.
Das Asylrecht für Kriegsflüchtlinge bleibe davon aber unberührt. Politisch oder religiös verfolgte Menschen sollten nach wie vor aufgenommen werden, sagte Gauland. Dies sei auch eine der Positionen der Dresdener Pegida-Bewegung, der die AfD sehr nahe sei.
http://www.presseportal.de/pm/51580/2920342/rbb-exklusiv-brandenburgs-afd-landeschef-gauland-fuer-veraendertes-einwanderungsgesetz

steinmeierkrawatte

Steinmeier 9.12.14 in Jekaterinenburg wörtlich:

… “Hier sind einige Beispiele: Eingangs habe ich über Geografie gesprochen und gesagt: Von Jekaterinburg ist es nach Lissabon fast so weit wie nach Wladiwostok. Diese zentrale Lage öffnet vielleicht den Blick für diesen Wirtschaftsraum als Ganzen. Ich habe kürzlich in Deutschland vorgeschlagen, dass wir Möglichkeiten zu einem engeren Dialog zwischen der Europäischen Union und der  Eurasischen Wirtschaftsunion ausloten mit dem Ziel, unser gemeinsames Wirtschaftspotential besser auszunutzen. In einem solchen Dialog könnten wir über wirtschaftliche Synergien genauso konstruktiv sprechen wie über Sorgen oder Interessenskonflikte im Umgang miteinander. Und schließlich kann ein solcher Dialog ein erster Ansatz sein für gemeinsame Schritte in Richtung eines wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmens von Lissabon bis Wladiwostok, den Russland immer befürwortet hat. Ich bin sicher: Davon würden beide Seiten profitieren.” …

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Reden/2014/141209-BM_Jekaterinburg.html

DuginRPG

Noch einmal Dugin:

Die Reihenfolge der Zerstörung (Dekonstruktion) wird nun dogmatischen:

Gegen den Liberalismus.
Wenn die Liberalen tot sind und das sicher, lassen Sie uns die materialistischen Marxisten liquidiern (die Hauptkritiker der modernen Welt von Guenon anstatt der radikalen Kritiker des Kapitalismus von Marx). Wenn die globale Oligarchie in Trümmern liegt müssen wir mit den Roten Schluss machen. Aber bis zu diesem Punkt sind wir Verbündete. Wer dazu aufruft, die Linken vorher zu bekämpfen ist ein Verräter. Erst müssen wir den wirklichen Feind bekämpfen.
Wenn es keine Liberalen und keine globale Oligarchie mehr gibt, auch keine Marxisten mehr, mit ihrem idiotischen Materialismus und mechanistischen Determinismus, mit ihrem eingebildeten Proletariat oder schlimmeren „Massen“, mit ihrer unqualifizierten Gleichmacherei und pervertierten geistig „Intellektuellen“ und „Entartete Kunst“, dann werden wir schließlich auch die Neonazi Deppen auszurotten. Erst dann, nicht früher. …

http://www.4pt.su/en/content/why-fascism-was-wrong

Nachtrag:

Die Achse, entlang derer sich die Kompassnadeln von NPD, AfD und Pegida ausrichten:
http://www.global-review.info/2011/07/12/front-national-faschismus-und-die-eurasische-achse-mit-china-und-russland%E2%80%94brzezinskis-alptraum-der-usa/

https://euobserver.com/foreign/127204

http://www.vox.com/2015/1/14/7541095/charlie-hebdo-muslims-threats

Vladimir Putin: The Russian World is coming to Europe

PutinFuehrer2President Putin’s Direct Line on April 17 offered a wonderful opportunity for reflecting on the present and the future of European civilization. The head of state sought to express his most fundamental ideas about the current geopolitical environment in Europe, and it was clear that his outlook on this issue is holistic and dynamic, yet inherently precise.
First of all, Putin made it plain that he still considers Europe to be a single integrated civilization stretching from Lisbon to Vladivostok. He sees no need to “carve out separate civilizations,” by delineating the boundaries of which lands look to Russia, vs. those that identify more with Europe.
But Russia cannot possibly accept the idea of NATO inching toward its borders. The problem with this treaty on collective security is that it ignores Russia’s interests – if NATO could only incorporate Russia, many of the problems would disappear.
Russia finds the external imposition of extremely liberal moral values to be inappropriate, and on this issue Russians have much in common with the more principled majority of the European public – but their opinions are not verbalized by the official policy makers because of the latter’s over-dependence on Washington and Brussels. The Russian president pointed to his beloved Germany, where he claims fears of American surveillance force the politicians into the hallways to confer in whispers. But Putin noted that the political elite cannot entirely disregard the majority position, and the fact that they are unable to do so must be counted as a victory for Viktor Orbán and his colleagues in Hungary, as well as the result of advances made by the European Right overall.
Putin hardly views Europe as an alien civilization, on the contrary, the continent represents a battleground between a liberal individualism that is truly alien to Russia vs. a European traditionalism, which – although still held captive by its Atlantic partnerships – is closer to Russia’s heart. The Russian world the president spoke about at the end of his show is a community of Russian speakers of varying nationalities who are scattered across the globe – a single people with its own, distinct genetic code, a people who do not fear death and who disdain mindless creature comforts – it is the world that is able to provide contemporary Europe with what it seems to lack – namely, the courage to defy culturally alien dictates imposed from the outside.
In his responses to the media Putin made it clear that he was well acquainted with the political leaders of Europe and had great respect for them, emphasizing that they are very admirable and deeply professional individuals, but that they are all bound by a certain, utterly spurious, ideological solidarity – one that is both anti-conservative and anti-Russian. They cannot support Russia’s position in the conflict with Ukraine, even when the outwardly pro-European forces at the helm there violate the law with anti-Semitic remarks in their pursuit of power.
But meanwhile, a keen ear can detect the howls of Europe’s true heartland – the people who simply cannot grasp why the EU, which is already bursting at its seams, should welcome in Ukraine, a country that is already depleted, poor, and unstable. That European public sees Putin as the most rational force on the continent anywhere from Lisbon to the Urals, a force that is free of American control and immune to pressure from any unsolicited allies in the East.
The Russian world is on its way to Europe in order to oblige the “official” Europe to listen to its own electorate, a group long forgotten by a European bureaucracy under the thumb of Washington. And for a long time we didn’t understand what was really going on in the silence of those European offices, until Edward Snowden broke the news to us and to the whole world.
And this was, in essence, the challenge that Putin put before the citizens of the West – a admonition to listen to the voice of the majority – in this case the majority of their own countries – and to stop resisting its opinion, with the added warning that if the West persists in this resistance, it should not be surprised if there is pushback. However, he pointedly refrained from any harsh rhetoric against the West. The Russian leader even found kind words for President Obama.
An interesting era of struggle for the identity of Europe has begun – an era to reclaim the entire continent, an era of a new abduction of Europe. Economic pragmatism still has its place, but it is no longer the highest priority – oil and gas are now the arguments in a much more substantial dispute. A dispute of minds. A dispute of ideas. If the Russian world wins this dispute, a place will be found at the table of European nations (perhaps seated at the head) for the new EuroRussia, with its vast, diverse population. But if victory crosses the Atlantic, then a civilization will ascend to the top that has been cribbed from a dystopia created by Aldous Huxley or Anthony Burgess – an spent world in thrall to a cult of hedonistic pleasure that has forgotten the words “Homeland,” “Family,” and “God.”
It turns out that in annexing the Crimea, Russia has not left Europe, but has finally returned to it after two decades of isolation and self-imposed exile from the continent’s fate. And while the Western public reviles the intellectuals and academics who for years went on about Russia’s “uniqueness,” blaming them for the current situation, Putin is celebrating the triumphant return of the Russian state to European civilization, not as an unwelcome guest, but as its imminent liberator.

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Von Boris Mezhuev
Veröffentlicht bei GlobalResearch

 

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Tief im Osten, weit voraus

Außenminister Steinmeier hat jetzt in Russland eine seiner besten Reden gehalten. VON  UND 

… „Steinmeier zeigt in Jekaterinburg, wie man klar auf das Geschehene schauen und trotzdem im Gespräch bleiben kann. Er verurteilt die „russische Annexion der Krim“ und die einseitige Verschiebung von Grenzen ohne Achtung für staatliche Souveränität: „So dürfen wir nicht miteinander umgehen.“ Aber er warnt auch, dass die politische Entfremdung nicht auf die Menschen übergreifen dürfe. Und dann macht er Angebote. So schlägt er etwa vor, die EU und die Eurasische Wirtschaftsunion sollten einen Dialog eröffnen. Das greift einen alten Vorschlag auf, für den sich seinerzeit Medwedew starkgemacht hatte, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok. Steinmeier spricht vorsichtig von einem „ersten Ansatz“ in diese Richtung, aber er sendet das Signal, dass er hier vieles versuchen will.“ …

http://www.zeit.de/2014/51/frank-walter-steinmeier-russland-rede/seite-2

Steinmeier wörtlich: … „Hier sind einige Beispiele: Eingangs habe ich über Geografie gesprochen und gesagt: Von Jekaterinburg ist es nach Lissabon fast so weit wie nach Wladiwostok. Diese zentrale Lage öffnet vielleicht den Blick für diesen Wirtschaftsraum als Ganzen. Ich habe kürzlich in Deutschland vorgeschlagen, dass wir Möglichkeiten zu einem engeren Dialog zwischen der Europäischen Union und der  Eurasischen Wirtschaftsunion ausloten mit dem Ziel, unser gemeinsames Wirtschaftspotential besser auszunutzen. In einem solchen Dialog könnten wir über wirtschaftliche Synergien genauso konstruktiv sprechen wie über Sorgen oder Interessenskonflikte im Umgang miteinander. Und schließlich kann ein solcher Dialog ein erster Ansatz sein für gemeinsame Schritte in Richtung eines wirtschaftspolitischen Ordnungsrahmens von Lissabon bis Wladiwostok, den Russland immer befürwortet hat. Ich bin sicher: Davon würden beide Seiten profitieren.“ …

http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Reden/2014/141209-BM_Jekaterinburg.html

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Dazu zwei Anmerkungen:

Boris Mezhuev ist Assistenzprofessor an der Moskauer Staatsuniversität Er hatte auch schon die Möglichkeit seine Ansichten im Valdai Club und im Wiener Institute for Human Sciences darzulegen, dem Kuratoren wie Kurt Biedenkopf, Joschka Fischer und George Soros vorstehen.

Die Eurasische „Wirtschafts“-Union ist kein Vorschlag Medwedews, sondern ein Projekt Putins. Und Putin betrachtet die Wirtschaftunion nur als Zwischenstufe zu einer Eurasischen Union mit einer „übernationalen Machtstruktur“, die die Europäische Union ablösen (und die USA ausschließen) soll.

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http://www.themoscowtimes.com/opinion/article/future-isn-t-bright-for-eu-russian-relationship/513145.html

 

Habt Ihr einen Knall?!

nazichurch
Sorry, aber hier frage ich das mal, ist ja meine Seite und nicht die Facebookseite des Außenministeriums. Wer auf den folgenden Beitrag schreibt, ICH sei ein Krieghetzer und nicht etwa Russland, der kann nicht mehr ganz dicht sein:

http://www.t-online.de/nachrichten/specials/id_71885628/kriegs-in-der-ost-ukraine-russischer-geheimdienstler-prahlt-.html
Vielleicht sollte man noch einmal zusammenfassen: Girkin ist beim russischen militärischen Geheimdienst GRU. Er bestätigt, was Beobachtern schon immer klar war, nämlich dass er und seine Einheit und nicht unzufriedene russische Ukrainer den Krieg in der Ostukraine angezettelt haben und dass sie Waffen aus Russland bekommen. Dieser Krieg hat schon mindestens 4000 Menschenleben gekostet. Und er war schon mit einem Teil seiner Leute auf der Krim aktiv. Und er bestätigt, dass russische Soldaten in der Ostukraine sind. Putin bestätigt im Interview mit Seipelt, dass Russland die Krim militärisch besetzt hat und weicht der Frage nach Waffenlieferungen in die Ostukraine aus. Girkin traf sich mit Malofeew und Dugin in einem Kloster in Karelien, dass nur wenige Kilometer entfernt von einer Datsche Putins liegt und in dem man auch Putin öfter sieht. In der Ukraine wurden Waffen für Girkins Leute in Kircheneinrichtungen deponiert. Dugin und Malofeew gelten als eng mit Putin verbunden. Malofeew finanziert die Separatisten. Girkin, Dugin und Malofeew hängen einer nationalistisch-religiös-zaristischen Ideologie an. Dugin will ein Eurasien von Wladiwostock bis Lissabon, Putin, der Russland autokratisch regiert, will das russische Reich restaurieren und eine Wirtschaftsgemeinschaft von Wladiwostok bis Lissabon. Dugin will Europa erobern, die Liberalen mit Kommunisten und Faschisten ausrotten danach die Kommunisten mit Hilfe der Faschisten. Oppositionelle will er „mit dem LKW auf der „Müllhalde“ entsorgen. Dugin und Rogosin unterhalten enge Kontakte zu Le Pen, deren Vater mit Oppositionellen „eine Ofenladung fertigmachen“ will. Putin redet von der Überlegenheit russischer Gene, rechtfertigt Hitlers Krieg mit dem Versailler Vertrag und die Aufteilung Polens zwischen Stalin und Hitler. Girkin, Malofeew, Rogosin, Dugin und Putin sehen alle das Hauptübel der Welt in den amerikanischen Eliten. Bankern und Juden. Die russische Armee bedroht täglich europäische Staaten und die USA mit Luftraumverletzungen und maritimen Aktivitäten. Russland hat massiv militärisch aufgerüstet und forciert diese Aufrüstung weiter.
Jeder sollte anhand dieser Fakten für sich selbst entscheiden, ob wir einen Außenminister brauchen, der meint, dass man diesen Leuten in den Anus kriechen sollte.

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Nachzutragen wäre vielleicht noch, dass nach der heutigen Meldung einer französischen Zeitung Marie le Pen neun Millionen aus Russland bekommen soll.

http://www.mediapart.fr/journal/france/221114/marine-le-pen-decroche-les-millions-russes?onglet=full
http://nblo.gs/11ApCN

Russian Truth

Wage es nie, die russische Wahrheit Unwahrheit zu nennen!

 

http://www.nytimes.com/2014/09/07/world/europe/evidence-grows-of-russian-orthodox-clergys-aiding-ukraine-rebels.html?_r=0

http://www.interpretermag.com/dugin-tells-separatists-in-ukraine-what-to-do-next/

http://in.reuters.com/article/2014/09/16/russia-church-fighter-idINL6N0RH4IP20140916

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Noch einmal zur Erinnerung das Punkgebet der Pussy Riots:

 

Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!
Vertreibe Putin, vertreibe Putin!

Schwarzer Priesterrock, goldene Schulterklappen –
Alle Pfarrkinder kriechen zur Verbeugung
Das Gespenst der Freiheit im Himmel
Homosexuelle werden in Ketten nach Sibirien geschickt.

Der KGB-Chef ist euer oberster Heiliger,
Er steckt die Demonstranten ins Gefängnis.
Um den Heiligsten nicht zu betrüben
Müssen Frauen gebären und lieben.

Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck!
Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck!

Mutter Gottes, du Jungfrau, werde Feministin,
Werde Feministin, werde Feministin!

Kirchlicher Lobgesang für die verfaulten Führer –
Kreuzzug aus schwarzen Limousinen.
In die Schule kommt der Pfarrer,
Geh zum Unterricht – bring ihm Geld.

Der Patriarch glaubt an Putin.
Besser sollte er, der Hund, an Gott glauben.
Der Gürtel der Seligen Jungfrau ersetzt keine Demonstrationen –
Die Jungfrau Maria ist bei den Protesten mit uns!

Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!
Vertreibe Putin, vertreibe Putin!

 

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Putin muss schizophren sein!

Ein Auszug aus der Eröffnungsrede zum Treffen internationaler Rabbis im Kreml:

VLADIMIR PUTIN: You said that the whole nation to declare their enemy and destroy this nation – it’s crazy. And I always thought so. Today I think it’s more dangerous than madness. This is a deliberate policy aimed at achieving their own selfish purposes, using methods such anti-human. It’s not crazy. These are people who do not know what they are doing. And those who commit their crimes during the war, it concerns the Holocaust, it concerns the annihilation of other nations – this is a deliberate policy, it’s worse than crazy.

And one more thing that I would pay attention. You said you’d be foolish to deny what happened. You know, I think you should not just be stupid, you have to be arrogant to deny what happened. But, unfortunately, this insolence as well as they did 70 years ago, often reaches his goal. After Goebbels told: the improbable lie, the faster will believe it. And he sought his own, he was a talented man.

It seems to me that today those who distort history, try to belittle the merits of those who destroyed Nazism, and, conversely, to change places even criminals and their victims, they just operate on the same logic: the improbable lie, the faster in believe it. And we, of course, you must do everything to prevent such practices, such criminal practice.

(http://kremlin.ru/news/46180#sel=11:72,11:75)

Die Bewunderung für Goebbels ist unverhohlen. Und es ist nicht das erste Mal, dass er Methoden des Faschismus gerechtfertigt hat. Auch Hitlers „Befreiung“ Deutschlands vom „Schandfrieden von Versaille“ hat sein vollstes Verständnis. Nach seiner Auffassung war der Versailler Vertrag ursächlich für den 2. Weltkrieg. Diese Bewunderung für Goebbels allerdings bei einer Konferenz mit Rabbis durchblicken zu lassen, zeugt schon von viel Chuzpe!

Aber vor allem trifft jeder dieser Sätze hundertprozentig auf den Umgang Russlands und der Separatisten mit der Ukraine zu. Aber die kann er nicht meinen, denn er will ja alles tun, um solche kriminellen Praktiken zu verhindern.

Oder will er nicht!? Siehe letzter Blogbeitrag.

Ich könnte jetzt noch eine ganze Reihe Links anfügen, in den spekuliert und behauptet wird, wer die Separatisten aus welchen Gründen rekrutiert, mit Waffen beliefert und finanziert. Achmetov, Dugin, Malofeew, …  Beweise hat bisher offenbar niemand. Um so schwerer ist es zu sagen, wie nah derjenige Putin steht. Aber egal, ob Putin der Getriebene von so kriegs- und blutgierigen Faschisten wie Dugin ist, ob er es sympathisierend duldet, oder ob er selbst die Zügel dabei in der Hand hat, unter dem Strich bleiben die Tatsachen, dass Putin die Armee an die ukrainische Grenze schickt, dass sich Waffen in den Händen der Separatisten befinden, die wenige Wochen zuvor in aktiven Armeebeständen gecheckt wurden und dass Putin der Ukraine droht und ihre Regierung selbst als Junta und Faschisten bezeichnet. Er zieht also mit den Separatisten, ihren Hintermännern und russischen Faschisten an einem Strang. Und das könnte ein Galgenstrick für Europa werden, wenn die Politiker und die Bürger nicht endlich aufwachen!

Zur Zeit bremst Obama die USA aus, Europa bremst Obama aus und die Bundesregierung bremst Europa aus. Bei jedem Versuch Putin eine klare Grenze zu setzen. Egal ob militärisch oder auch nur wirtschaftlich. Einem „Hitlerversteher“ mit großen Ambitionen und keinen erkennbaren Skrupeln gegenüber genau das gleiche Appeasement wie gegenüber Hitler. Es ist zum Haare raufen!

Der normale russische Orwellismus, oder ist Putin schizophren?

 

 

fightingNazis

 

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 Dossier Ukraine
Ukraine-Analysen
Die Anführer der Separatisten in Donezk und Luhansk
Oleg Kaschin, Moskau

2.6.2014
Der folgende Text wurde im Original am 19. Mai 2014 auf der russischen Nachrichten- und Analyse-Website slon.ru unter dem Titel „Von der Krim in den Donbass: Die Abenteuer von Igor Strelkow und Alexander Borodai“ veröffentlicht. Der Autor ist ein russischer investigativer Journalist, der unter anderem für die russischen Printmedien Kommersant, Komsomolskaja Prawda, Iswestija und Expert geschrieben hat. Die Redaktion der „Ukraine-Analysen“ veröffentlicht den Text in einer gekürzten Version mit Zustimmung des Autors. Die im Text geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Meinung des Autors wieder und sind in Teilen spekulativ. Die Einschätzungen des Autors stellen jedoch aus Sicht der Redaktion eine interessante Ergänzung zur Debatte um die Rolle der Separatisten dar, die von Kiew nur als Marionetten Moskaus und von Moskau als Vertreter der ostukrainischen Bevölkerung dargestellt werden.

Separatisten in der Ostukraine. (© picture-alliance/dpa)

Falls jemand nach der „Hand Moskaus“ bei den Donezker Separatisten gesucht hat, so kann die Suche als erfolgreich beendet betrachtet werden. Der russische Polittechnologe Alexander Borodai hat sich selbst aus unerklärlichen Gründen an die Spitze der separatistischen Regierung in Donezk gestellt, als ob er ein Geschenk an das offizielle Kiew machen wollte, welches jetzt überall, vor der UNO und anderswo, Borodai präsentieren wird – und erklären kann, dass Russland schon aufgehört hat sich zu verstecken und bereits offen alle bestehenden Normen missachtet.

Ich muss sagen, dass die Ernennung von Borodai tatsächlich fast absolute Klarheit in die Donezker Ereignisse bringt. Es ist nicht die Art von Klarheit, auf die sich Kiew bezieht, aber Borodais Ernennung ist eine ziemlich gute Nachricht für Kiew, da sie zeigt, dass es die Ukraine in der Region Donezk im Gegensatz zur Krim nicht mit einer offenen oder geheimen Invasion durch Russland zu tun hat, sondern mit einer Gruppe von bewaffneten Aktivisten [der nationalistischen russischen Szene].

„Öffentlich-private Partnerschaft“

Als Borodai noch, ohne das es jemand wissen sollte, auf der Krim aktiv war, antwortete er verneinend auf meine direkte Frage, ob er ein russischer Offizieller wäre, und erklärte, dass seine Tätigkeit im Rahmen „einer öffentlich-privaten Partnerschaft“ liege. Von welcher Art der Partnerschaft die Rede war, verstand ich erst viel später, als mein Bekannter aus [der ukrainischen rechtsextremen Organisation] „Rechter Sektor“ erzählte, dass einer der Sponsoren des Wahlkampfs von Dmitri Jarosch, einem führenden Vertreter der Organisation „Rechter Sektor“, der russische Großunternehmer Konstantin Malofeew war.

In Anbetracht des ausgeprägten national-patriotischen Images von Malofeew, fand ich diese Informationen amüsant – wenn ich das beweisen könnte, wäre es ein Skandal: entweder hilft Malofeew ohne Wissen des russischen Staates auf eigene Faust dem erklärten Feind Russlands oder aber der erklärte Feind Russlands ist eigentlich kein richtiger Feind. (In der Tat weiß niemand, wo es mehr Fans des „Rechten Sektors“ gibt – in der Ukraine oder im Kreml, für den der „Rechte Sektor“ die liebste Horrorgeschichte ist.) Aber Beweise für die Beteiligung Malofeews am Wahlkampf Jaroschs hatte ich nicht, und so ging ich den einfachsten Weg und fragte meine Leser in einem sozialen Internet-Netzwerk, ob jemand etwas davon gehört hatte.

Bereits nach 30 Sekunden kam ein Anruf von der Krim. Der Anrufer, ein Beamter, teilte mir mit, dass die Geschichte mit Jarosch so lächerlich ist, dass diese sogar als Lüge nicht durchginge, weil jeder bereits weiß, dass Konstantin Malofeew wirklich aktiv an den ukrainischen Ereignissen teilnimmt, aber nicht auf der Seite des „Rechten Sektors“, sondern auf der gegnerischen Seite. Die durch Malofeews Stiftung organisierte Spendenaktionen für die Krim fand vollständig öffentlich statt und als nicht öffentliche Ergänzung erzählte mir mein Gesprächspartner von der Krim noch, dass – bereits bevor die „höflichen Leute“ Malofeews auf die Krim kamen – der Unternehmer aus seiner eigenen Tasche zur Unterstützung des „Bürgermeister des Volkes“ in Sewastopol, Alexey Tschalyj, eine Million US-Dollar überwiesen hatte.

Die Krim wurde durch die russische Armee und einen russisch-orthodoxen Oligarchen annektiert

Alle meine Gesprächspartner beschrieben Malofeew gleich: Ja, er ist aufrichtig und ernsthaft verrückt nach Spiritualität, nationaler Großmacht, Militärgeschichte und besitzt eine riesige Bibliothek historischer Literatur. Damals in den neunziger Jahren war er als russisch-orthodoxer Aktivist in Petersburg bekannt und zwei Jahrzehnte später verwandelte er sich in einen herausragenden Vertreter der sozialen Gruppe „orthodoxe Geschäftsleute“. Personen aus seinem Bekanntenkreis berichten, dass vielleicht fraglich sei, wie er sein Geld verdiene, dass aber ohne Frage klar sei, wofür er es ausgebe: für Kirchen, Schulen, Geschichtsforschung und ähnliches. Er ist ein Mann, der bereit ist, sein Geld dafür auszugeben, dass Russland zu so etwas ähnlichem wird, wie das, was „wir verloren haben“.

Nachdem Borodai zum Ministerpräsidenten der Volksrepublik Donezk ernannt worden war, bestätigte Konstantin Malofeew selbst der russischen Tageszeitung „Wedomosti“, dass Borodai früher in seiner Firma Marshall Capital gearbeitet habe. Mit Igor Strelkow, der als Anführer der Freischärler zum Held der Nachrichten über die Kämpfe in Slowjansk wurde, hat mich auf der Krim Borodai persönlich bekannt gemacht. Außerdem behauptete er seinen alten Freund Strelkow selbst auf die Krim eingeladen zu haben.

So hat also diese „öffentlich-private Partnerschaft“ auf der Krim ausgesehen. Auf staatlicher Seite wurde die Krim, wie bereits bekannt, durch die russische Armee annektiert und auf der privaten Seite durch die Leute des Oligarchs Malofeew.

Slowjansk gegen Donezk

In der Rolle des „Volksgouverneurs“ des Donbass trat als erster Pawel Gubarew auf. Er verschwand dann schnell in einem Kiewer Gefängnis und nachdem er wieder in die Freiheit entlassen wurde, gab er einige skandalträchtige Erklärungen ab. Aus dem Gefängnis befreite ihn eigentlich nur Strelkow – im Austausch gegen ukrainische Soldaten. Den anderen Anführern der Donezker Volksrepublik war die Freiheit Gubarews ganz offensichtlich nicht mehr nötig. Gubarew ist so bereits eine Übergangsfigur aus einer früheren Folge der Geschichte und nicht mehr. Er hatte sich in Eigenregie zum „Volksgouverneur“ ernannt, ich vermute für den Fall, dass Moskau plötzlich einen lokalen Alexej Tschalyj in Donezk benötigen sollte. Höchstwahrscheinlich konnte der ukrainische Geheimdienst Gubarew auch nur deswegen so leicht verhaften, weil Donezk selbst ihn auslieferte, da „Eigeninitiative nicht benötigt wird“.

Die Anführer der Donezker Volksrepublik, die laut Gubarew vom wichtigsten Donezker Oligarchen, Rinat Achmetow unterstützt wurden, gehören zur Mannschaft von Denis Puschilin (von seinen Verbindungen zu Achmetov berichtet offen und mit einigen konkreten Beispielen, [die russische Journalistin] Julia Latynina; erinnert sei auch an die Anekdote, nach der die Leute Puschilins eine Bankfiliale verteidigten, die der Familie des Ex-Präsidenten Janukowitsch gehörte).

Puschilins Leute halten bereits einen Monat lang Gebäude im Zentrum von Donezk besetzt ohne zu schießen (entweder haben sie keine Waffen oder nur wenige), hängen auf ihren Barrikaden Plakate auf, veranstalten Kundgebungen und bedrohen eigentlich niemanden. Trotzdem schaffen sie ein überzeugendes Bild des Separatismus in Donezk. Ich nehme an, dass Rinat Achmetow genau dieses Bild benötigte, um mit Kiew zu verhandeln und versprechen zu können, Puschilin und seine Leute zum Rückzug zu bewegen, wenn Kiew die gewünschten Zugeständnisse mache. Es wäre wahrscheinlich letztendlich auch alles so gelaufen, wenn da nicht Slowjansk gewesen wäre. In Donezk sitzen Leute in Verwaltungsgebäuden, Rentner gehen zu Kundgebungen und auf den Straßen sind Pseudobarrikaden zu sehen. In Slowjansk ist alles ernst. In Slowjansk sitzt Strelkow.

Che Guevara in Bolivien

Strelkow hat keinen Platz in ausgeklügelten Plänen, wie dem des Pseudo-Separatisten Puschilin, der versucht Kiew im Interesse von Achmetow, Janukowitsch oder Moskau einzuschüchtern. Strelkow kämpft einfach. Er tut das, von dem er schon immer geträumt hat, als er historische Schlachten nachspielte und in der [extrem nationalistischen russischen] Zeitung „Sawtra“ Artikel schrieb.

Die anhaltenden Gerüchte über einen Militärputsch in der Donezker Volksrepublik, d. h. über den Sturz Puschilins durch Strelkow, belegen in erster Linie den eskalierenden Konflikt zwischen Slowjansk und Donezk. Donezk braucht Slowjansk nicht, Puschilin braucht Strelkow nicht. Strelkow macht es den Separatisten in Donezk unmöglich nach Hause zu gehen, selbst wenn Achmetov Puschilin entsprechende Anweisungen gibt.

Die Kämpfer in Slowjansk haben schon mehrfach Geiseln genommen, aber die wichtigsten Geiseln sitzen in Donezk – die Separatisten wider Willen, die gedacht haben, dass alles nur ein Spiel sei, bis Strelkow kam. Der ernannte seinen Freund Borodai zum Ministerpräsidenten der Donezker Volksrepublik und übernahm damit de facto selber die Macht im Donezker Büro der Volksrepublik.

Das wiederum bedeutet, dass Borodai den Posten des Ministerpräsidenten der Donesker Volksrepublik nicht als Kreml-gesteuerter Polittechnologe erhalten hat, sondern als Freund von Strelkow, als Verteidiger des Weißen Hauses [d. h. des Gebäudes des russischen Parlaments gegen den von Präsident Boris Jelzin angeordneten Einsatz der Armee] im Jahr 1993, als langjähriger Autor der Zeitung „Sawtra“ und als Freund der Familie des [links-nationalistischen Agitators] Alexander Prochanow.

Wenn wir von Leuten des Kreml reden, dann meinen wir in der Regel abgebrühte Zyniker, die für Geld bereit sind alles zu sagen und zu tun, was verlangt wird. Das ist aber eine unglückliche Verharmlosung, da es in Wirklichkeit eine beachtliche Zahl von Menschen gibt, die die derzeitigen Werte des Kreml für sich selbst bereits 20 Jahren vor Putin formuliert haben. Das sind Menschen, die schon immer von einem solchen Kreml geträumt haben, wie wir ihn jetzt haben, für die die Arbeit für diesen Kreml nicht einfach ein Job ist, sondern die Fortsetzung dessen, was sie bei der Zeitung „Sawtra“ schon vor langer Zeit gemacht haben.

Ohne Zweifel gehört Borodai genau zu dieser Gruppe. Sein Auftauchen in Donezk nicht in der Rolle eines geheimen Beraters, sondern eines Menschen, der offen ein schweres Verbrechen nach ukrainischem Recht begeht, zeigt, dass er nicht mehr von jemandem angestellt ist. Die jüngsten Äußerungen Strelkows zeigen alles Mögliche, aber nicht, dass ihm Russland hilft. Strelkow ist offensichtlich verzweifelt. Die einheimische Bevölkerung unterstützt ihn wohl nicht und ist schon gar nicht bereit zu kämpfen. Hilfe kann er von niemandem erwarten. Er ist in der Lage von Che Guevara in Bolivien – alle denken, dass jetzt alles wie in Kuba wird, aber tatsächlich wird natürlich alles ganz anders.

Dass Borodai sich Strelkow angeschlossen hat, gehört zu einer Geschichte über wahre Freundschaft und sonst nichts. Borodai kann nicht als Beweis für die Verantwortung des Kreml an Strelkows Aktivitäten dienen. Das ist nicht die Hand Moskaus, es ist einfach Borodai – auch so etwas gibt es.

Russland trägt selbstverständlich von Anfang an Verantwortung für die Krise in der Ukraine. Und speziell im Falle des Donbass reicht bereits die propagandistische Unterstützung aus, um Russland als Förderer der Separatisten zu bezeichnen. Die propagandistische Unterstützung kann nach Bedarf an- und wieder abgestellt werden, wie es auch schon mehrfach geschehen ist. Aber wie kann der Feldherr Strelkow abgestellt werden? Die Entwicklung der Ereignisse in Slowjansk demonstriert, dass dieser Abschnitt der ukrainischen Front sich längst nach seiner eigenen Logik entwickelt, längst den Rahmen der inner-ukrainischen Intrigen mit Beteiligung Achmetows verlassen hat und auch den der von der Krim bekannten „öffentlich-privaten Partnerschaft“.

Übersetzung aus dem Russischen: Lina Pleines