„Nie wieder Faschismus“

Nach langer Zeit ausschließlicher Aktivitäten in Facebook mal wieder ein Beitrag hier. Zum Beginn ein alter Filmbeitrag über Außenminister Steinmeiers Engagement gegen Rechts:

Ich möchte hiermit Zweifel anmelden, dass Steinmeier das ernst gemeint hat, was er damals von sich gegeben hat. Warum? Ich habe heute dreimal versucht auf der Facebookseite des Auswärtigen Amtes obige zwei Fotos eines Blumenstraußes zu verlinken, den ich traurigerweise als einziger für die von einem britischen Nazi ermordete Jo Cox an der britischen Botschaft in Berlin abgelegt habe. Unter anderem im Anschluss an diesen Dialog. Die Verlinkung wurde jedes Mal gelöscht, selbst mit der Frage verbunden, ob das der Ernst der Administration sei.

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Aus dieser Umgang mit Engagement gegen Rechtsextremismus kann ich nur schließen, dass es politisch von Steinmeier und seiner Medienabteilung nicht mehr erwünscht ist!

To be short, I tried today three, no now four times to place a link on the Facebook page of the German FM, that showed two photos of flowers to honor Jo Cox that I placed in front of the British Embassy in Berlin. The card says: „Jo Cox, we won’t forget you. Stand together against fascism!“ The Link was removed each time.

Maskirovka

Nähe oder Abstand, worauf sollte man achten im Umgang mit Russland?

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1. Akt, Handlungsort Deutschland

Schroeder, Steinmeier – Google findet nicht ein einziges gemeinsames Foto von Steinmeier, Schröder und Putin, zumindest bei dem öffentlich gewordenen Treffen im Cafe des Artistes stieß Steinmeier erst zu Schröder, kurz nachdem Putin abgefahren war, das Auswärtige Amt hat bei seiner Facebookseite einen Bad-Word-Filter für das Wort „Schröder“. Für mich sieht das so aus, als wenn Steinmeier als Freund und Kanzleramtsminister mit Schröder zusammen schmierige Geschäfte eingefädelt hat, die er auch noch lange weiter gegen die Interessen der baltischen Staaten, Polens und der EU promotet hat (inzwischen tut das Gabriel), aber früh erkannt hat, möglicherweise von Anfang an wusste, dass die Geschäfte mit Putins Gazprom-Mafia und Stasioffizieren in wichtigen Positionen zu dreckig sind, als dass sie später nicht einer weiteren politischen Karriere, möglicherweise einer Kanzlerschaft im Weg stehen würden. Im Gegensatz zu Schröder, dem sein Ruf scheißegal war, wenn er erst mal seine Gazprom-Millionen bekommt. Deutlichstes Zeichen – sein Auftritt in der Elefantenrunde.

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2. Akt, Handlungsort Russland, Europa

Putin, Dugin – Alexander Dugin war Mitbegründer der Nationalboschewistischen Partei Russlands. Vier Monate nach der Krimbesetzung Ende Februar 2014 (Ende April erfolgten die Proklamationen der Republiken Luhansk und Donezk) erklärt Alexandr Dugin, dass er durch Putins Schuld seine Professur in Moskau verloren hat. Vorher galt Dugin bei vielen Insidern als enger Berater von Putin. Egal ob es stimmt oder nicht, damit wurde öffentlich eine deutliche Distanz zwischen Putin und Dugin hergestellt. Seltsam nur: Dugin trifft sich einen Monat später mit Girkin und Malofeew in Vallaam, einem Kloster, das nur wenige Kilometer von Putins Datsche entfernt liegt, und dass als Putins Lieblingskloster gilt. (http://eurasiology.blogspot.de/p/strelkow-im-kloster.html) In einem Kloster wurden auch Waffen im Donbass für den Einsatz von Girkin/Strelkow deponiert.
Girkin führte die Speznas-Einheit an, die die Ostukraine besetzte (und zuvor auch die Krim), Malofeew gilt als möglicher Finanzier und treibende Kraft des novorussischen Projekts und ist möglicherweise das wichtigste Bindeglied zwischen Putin und „Novorussia“. (http://www.bpb.de/internationales/europa/ukraine/185497/die-anfuehrer-der-separatisten-in-donezk-und-luhansk)
Auch Dugin steht in persönlicher Beziehungen zu Beteiligten, tauchte mehrmals in „Novorussia“ auf und promotet es in Russland, den USA und Europa. Er und Malofeew reisen durch Europa zu Rechtspopulisten, Nazis und Monarchisten.

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3. Akt, Handlungsort Kreml

Was Putin will, ist recht offensichtlich. Er will seine Macht behalten. Innere Macht gibt es nicht ohne äußere. Deshalb sucht er die politische Kontrolle über Europa zu bekommen. Indem er Rechtsextremisten und Linke fordert und fördert. Sie aufhetzt, die US-Bindung, die Nato und die eigenen Regierungen anzugreifen und Zwietracht sät, wo immer es geht. Vor allem, indem er Flüchtlinge nach Europa bombt. Und indem er die politische Mitte und die Wirtschaft kauft und korrumpiert, wo immer es geht.

Putin lässt jeden verhaften und wegsperren, der ein blau-gelbes oder ein Regenbogenfähnchen hochhält. Neonazis mit Hakenkreuzen und Stalin, Hammer und Sichel dagegen, sind gerngesehene Flaggen und Transparente in den Straßen von Moskau. In letzter Zeit werden immer mehr Plastiken zu Ehren von Stalin oder Dscherschinski enthüllt. Es wird immer offensichtlicher, dass Mafiakleptokratie, faschistoide Strukturen und Imperialismus sich nicht mit der Orthodoxie und Feindbildern vom Westen allein unterfüttern lassen. Es muss wieder eine Ideologie her. Und weil man mit offiziellem Faschismus schlecht angebliche Faschisten bekämpfen kann, wird ganz offensichtlich wieder auf den altbewährten Stalin-Kult zurückgegriffen.

Und da schließt sich wieder der Kreis zum Nationalbolschewisten und Querfrontler Dugin, zu dem Putin offiziell auf Distanz gegangen ist. Auch von diesen beiden findet Google nicht ein einziges gemeinsames Foto. Dugin fordert nicht nur ein eurasisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok und dass man dazu Europa erobern und anschließen sollte, sondern er beschrieb in seiner „vierten politischen Theorie“ auch den Weg dorthin: „Die Vorgehensweise ist klar. Man muss die Liberalen mithilfe von Linken und Faschisten ausrotten und dann die Linken mithilfe der Faschisten. Erst dann müsse man sich auch der Faschisten entledigen.“

Und genau das passiert gegenwärtig in Europa und den USA. Alles läuft genau nach Plan. In den USA treibt Trump die Liberalen vor sich her und polarisiert die Gesellschaft und in Europa tun dies Le Pen, die FPÖ, die AFD und viele andere extremistische Parteien, wobei sich der Schwerpunkt dank des Flüchtlingsandrangs und islamistischer Anschläge immer weiter von links außen nach rechts außen verlagert. Zufall?

Vielleicht sollte man im Umgang mit Russland besser das Abwegigste für das Naheliegenste halten. Maskirovka, das heißt Maskierung, hat eine sehr lange Tradition in Russland. Maskirovka sind nicht nur grüne Männchen ohne Insignien. Es bedeutet Agents Provocateurs, False-Flag-Anschäge, Desinformation, psychologische Manipulation, Unterwanderung, jede Art von Tricksen und Täuschen. Zur Zeit von NKWD und KGB wusste man das. Das Wissen darum scheint nach 25 Jahren schon verloren gegangen zu sein.


Nachtrag 3.5.2016

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3569934/Leaked-documents-ISIS-headquarters-terror-group-Syrian-dictator-Assad-colluded-city-Palmyra.html

Die New World Order

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Hitler hat Millionen Menschen in den Tod geschickt. In Gaskammern und Kriege. Niemand bestreitet heute ernsthaft, dass der Krieg gegen ihn notwendig und gerechtfertigt war. Sein Appeasement wurde schon damals heftig kritisiert und heute in der Rückschau von fast allen Historikern als naiv angesehen. Wenn man allerdings Lehren aus der Geschichte ziehen will und das haben wir uns einmal alle nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschworen, dann sollte man einen Aspekt nicht aus den Augen verlieren: Hitler war im Grunde genommen nur ein ideologisch verbohrter Kleingeist. Seine “Erfolge” hat erst ein williges Volk möglich gemacht und ein durchtriebener Propagandaminister, der die damaligen Medien virtuos beherrschte. Putin, der jetzt die zivilisierte Welt herausfordert, ist dagegen kein Opfer seiner Ideologie, sondern genau das, was die Welt seit der Erfindung von Fernsehen und Internet global am meisten befürchten musste. Nämlich ein völlig skrupelloser Krimineller, dem es nur um seine Macht geht und der dafür beliebige, linke wie rechte Ideologien je nach Bedarf genauso virtuos handhabt, wie er den Umgang mit den neuen Medien beherrscht. Russland ist kein Staat mit einer Mafia, sondern eine Mafia mit einem Staat. Zusätzlich ausgestattet mit dem größten Atomwaffenarsenal aller Staaten und mit der Manpower und dem ganzen altbewährten Werkzeugkasten des weltweit gefürchteten KGB. Und das Volk ist erneut willig und lässt sich nach orwellscher Manier und Silones Prognose Faschismus zu Antifaschismus umdeuten. Nicht nur in Russland. Auch in Europa und selbst in den USA. Weltweit schießen Nazis, Faschisten und Rechtsextremisten aus dem Boden wie Pilze. Und natürlich völlig zufällig auch Ereignisse wie die an Silvester in halb Europa, die ihnen in die Hände spielen. In der Teaparty, in Soldiers-of-Odin-Bürgerwehren in Finnland, In der PIS und unter Orban, in der AFD, NPD und Pegida, in einer freien Deutschen Armee, in Schweden, in den baltischen Staaten und in Wehrsportgruppen in Tschechien und anderen europäischen Staaten. Sie alle wollen mit Russland kooperieren beim Kampf gegen bestehende demokratische Regierungen zur Wahrung ihrer ethnischen oder nationalen Identität und der Abwehr von Migranten. … die Putin gleichzeitig in wachsender Zahl in Syrien produziert! Die westlichen Demokratien werden von allen Seiten und auf allen Ebenen angegriffen. Mit militärischem Druck, mit Korruption, mit Hirnwäsche der Bürger durch russische oder eigene unterwanderte Medien, mit zugeführten Migrantenströmen, mit Faschismussponsoring und dadurch, dass man die Politiker und Wirtschaftsbosse zu Komplizen macht. Zum Beispiel in Syrien und zum Beispiel mit der Gazprom. Und vielleicht sogar mit einem Terrorismus, den man selbst erzeugt oder steuert, um ihn dann gemeinsam zu bekämpfen.

http://www.the-american-interest.com/2015/12/23/the-implications-of-russias-mafia-state/

http://m.welt.de/print-wams/article99908/Was-weiss-der-Kanzler-ueber-seinen-Freund-Putin.html

http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-06-29/putin-allies-aided-russian-mafia-in-spain-prosecutors-say

http://derstandard.at/2000020856477/Wladimir-Putin-auf-der-Anklagebank

http://www.theguardian.com/world/2010/dec/01/wikileaks-cable-spain-russian-mafia

http://www.nzz.ch/international/europa/schmutzige-geschaefte-fuehren-in-die-schweiz-1.18656592#kommentare

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2599008/Spur-nach-Moskau#/beitrag/video/2599008/Spur-nach-Moskau

https://meduza.io/en/feature/2015/12/17/opinion-russia-the-mafia-state

http://intersectionproject.eu/article/society/chaika-diagnosis

Rechtsextremismus Frankreich
Russia and Front National: Following the Money
Le Pen: Da machen wir das nächste Mal eine Ofenladung
Kasparow über Putin, Trump und den wirklichen Faschismus
Putins Infiltration der europäischen Politik
Russische Kampfschulen

 

Nachtrag zum Tag der Einheit

Tut mir leid, ich feiere nicht. Ich gestehe es, ich gehöre mit zu denen, die Kohl ausgepfiffen haben auf dem Balkon des Schöneberger Rathauses. Weil er sich den Sieg der zum Glück friedlichen Revolution an seine Fahnen geheftet hat. Ich hatte der Bürgerrechtsbewegung in der DDR viel Erfolg gewünscht und habe mich für die DDR-Bürger gefreut als die Mauer fiel. Aber ich habe mir nicht die Einheit gewünscht. Zumindest nicht so schnell. Und ich weiß, warum ich das sage. Ich habe meine langjährige Lebensgefährtin wenige Wochen später auf einer privaten Silvesterfeier von Ostberlinern und Westberlinern in Ostberlin kennengelernt. Im April 90 bin ich nach Ostberlin gezogen und habe 10 Jahre dort gelebt. Ich stand zufällig neben Gysi, als er in einer kalten Nacht vor dem ZK zum Nachfolger von Krenz erkoren wurde, kenne Stasiopfer und Stasitäter persönlich und wurde als Wessi bei meiner Tätigkeit im Osten genauso herablassend behandelt wie meine Lebensgefährtin im Westen. Ich habe eine ganze Reihe Freunde im Ostteil dazubekommen, aber ich habe auch erlebt, wie die Elbogen im Ostteil immer spitzer wurden, auch krimineller, weil man nicht gleich den Wohlstand der Wessis bekam. Ich kenne das „gutbürgerliche“ Millieu der Kids, die sich die ganze Nacht lang vor der Kiste Wrestling reingezogen haben, während der Vater oder die Oma daneben sich die Birne mit Braunem zugekippt haben, weil sie die plötzliche Konfrontation mit 40 Jahren Selbstbetrug von einem blühenden Sozialismus nicht verkraftet haben. Abends zogen die Kids los um vietnamesische Zigarettenhändler an der Kaufhalle „abzuziehen“. Meine Bilanz des Zusammenwachsens ist sehr durchwachsen. Aber auf keinen Fall ein Grund zu euphorischer Freude, besonders wenn ich den braunen Dreck sehe, der jetzt in Deutschland wieder Oberwasser bekommt. Aufgewachsen in den von autoritätsgläubigen Stasieltern bewohnten blümchentapezierten Ruinen von Städten wie Bautzen, das ich recht gut kennengelernt habe. Für solches Gesindel wünschte ich mir die Mauer zurück!

Nur weil jemand keine Arbeit hat, weniger verdient als andere, oder Angst vor Flüchtlingen hat, die ganz überwiegend selbst nichts sehnlicher wollen als Frieden, hat er keinerlei Recht darauf, Asylanten anzugreifen, ihre Heime anzustecken oder im Internet zu Gewalt gegen sie aufzuhetzen. Es wird gerade eine Schwelle in Deutschland überschritten, die Rechtsbruch hoffähig macht, akzeptabel für eine breite Masse. Das hatten wir schon einmal in der deutschen Geschichte. Das und warum das so war, bekommt jeder in der Schule ausführlich beigebracht, wenn er sich nicht die Ohren zuhält. Meine Mutter hat alles erleben müssen, was ein junges Mädchen 1945 in Berlin erleben musste, die Erstürmung der „Reichshauptstadt“ durch die Russen, Vergewaltigungen, Hunger, Trümmerfrau, Berlinblockade, … Ich selbst bin in Westberliner Ruinen aufgewachsen und habe den Mauerbau als Kind erlebt. Vor 30-40 Jahren habe ich mich noch mit Nazis geprügelt, denen wir all das zu verdanken hatten, heute bin ich zu alt dafür. Aber wer Gewalt gegen andere, unschuldige Menschen zum Teil seiner Weltanschauung macht, mit dem muss man nicht 70 Jahre nach dem seine Gesinnungsgenossen Millionen Menschen vergast haben immer noch geduldig diskutieren. Sondern ihn nur in den Hintern treten. Es gibt kein Recht auf Dummheit wegen später Geburt. Die Geschichtsbücher, die Museen und das Internet sind voller Beschreibungen und Zeugnisse der Naziverbrechen. Deshalb: Null Toleranz für Nazis! Egal, ob sie rötlich, monarchistisch, russisch oder sonstwie eingefärbt sind. Wie auch immer die Verpackung aussieht, der Kern ist immer der gleiche: aggressiver Nationalismus, Rassismus, Intoleranz und Menschenverachtung. Und ein prekärer sozialer Background macht einiges verständlich, aber es kann und darf nie Rechtfertigung sein! Sonst öffnen wir alle Tore und Schleusen zu einer Wiederholung des entsetzlichsten Teils der deutschen Geschichte.

Küsst die Faschisten

Die 14 Identifikationsmerkmale des Faschismus nach Lawrence Britt


1. starker und anhaltender Nationalismus

Faschistische Regime neigen zu einem ständigen Gebrauch von patriotischen Mottos, Slogans, Symbolen, Liedern und was sonst noch dazu gehört. Flaggen sind überall zu sehen, wie auch Flaggensymbole auf Kleidung und anderen öffentlichen Präsentationen.

„Rossija – Und morgen die Welt“


2. Geringschätzung der Menschenrechte

Aus Angst vor Feinden und dem Bedürfnis nach Sicherheit heraus werden die Menschen in einem faschistischen Regime überzeugt, daß die Menschenrechte in einigen Fällen ignoriert werden können. Die Leute sehen in die andere Richtung oder stimmen den Folterungen, Massenhinrichtungen, Ermordungen, langen Inhaftierungen von Gefangenen und so weiter sogar zu.
Russische Söldner misshandeln und ermorden ukrainische Kriegsgefangene.

Russische Söldner misshandeln und ermorden ukrainische Kriegsgefangene.


3. Identifizierung von Feinden/Sündenböcken als vereinigende Sache

Die Leute werden in einen vereinigenden patriotischen Wahn getrieben durch das Ziel, eine erkannte allgemeine Bedrohung oder einen Feind zu beseitigen, sei es eine rassische, ethnische oder religiöse Minderheit; Liberale; Kommunisten; Sozialisten; Terroristen und so weiter.

Poroschenko wird als Nazi und Teufel diffamiert


4. Vorrang des Militärs

Selbst wenn es weitreichende inländische Probleme gibt, erhält das Militär einen überproportional großen Anteil des Staatshaushalts und die inländischen Probleme werden vernachlässigt. Soldaten und das Militär werden verherrlicht.
Topol Interkontinentalrakete bei der Parade auf dem Roten Platz

Topol Interkontinentalrakete bei der Parade auf dem Roten Platz


5. wachsender Sexismus

Die Regierungen faschistischer Länder sind fast ausschließlich von Männern beherrscht. Unter faschistischen Regimen werden traditionelle Geschlechtsrollen stärker betont. Der Widerstand gegen Abtreibung ist groß, wie auch die Homophobie und gegen Homosexuelle gerichtete Gesetzgebung und staatliche Politik.

Festnahme bei einer Demonstration gegen Homophobie


6. kontrollierte Massenmedien

Manchmal werden die Medien direkt durch die Regierung kontrolliert, aber in anderen Fällen werden die Medien indirekt durch Verordnungen der Regierung kontrolliert oder durch geistesverwandte Sprecher oder Vorstände der Medien. Zensur, insbesondere in Kriegszeiten, ist weit verbreitet.
Journalistenmorde - Gedenken an Anna Politkowskaja

Morde an oppositionellen Journalisten – Gedenken an Anna Politkowskaja


7. Besessenheit von der nationalen Sicherheit

Angst wird als Mittel der Motivation für die Massen durch die Regierung eingesetzt.
Russland wird von der Nato

Russland wird von der Nato „eingekreist“.

8. Religion und Regierung sind miteinander verflochten
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Regierungen faschistischer Länder neigen dazu, die gebräuchlichste Religion des Landes zu nutzen, um die öffentliche Meinung zu manipulieren. Religiöse Rhetorik und Fachsprache wird von Regierungsmitgliedern häufig genutzt, selbst wenn die Lehrsätze der Religion, der Politik oder den Handlungen der Regierung genau entgegenstehen.
Ein russischer Priester segnet Kampfjets

Ein russischer Priester segnet Kampfjets


9. unternehmerische Macht wird geschützt

Die Aristokraten der Industrie und der Unternehmen eines faschistischen Landes sind häufig diejenigen, die den politischen Führern an die Macht geholfen haben, was zu einer beiderseitig nützlichen Beziehung von Unternehmen und Regierung und zu einer Machtelite führt.
Putins Geschäftsfreunde

Putins Geschäftsfreunde


10. gewerkschaftliche Macht wird unterdrückt

Da die organisierende Macht der Gewerkschaften die einzige wirkliche Bedrohung für ein faschistisches Regime darstellt, werden Gewerkschaften entweder ganz ausgemerzt oder sie werden stark unterdrückt.

„Wir glauben an Putin“ Gewerkschaftsparade am 1. Mai auf dem roten Platz


11. Geringschätzung Intellektueller und der Künste

Faschistische Länder neigen dazu, offene Feindschaft zu höherer Bildung und Akademien zu förden und zu tolerieren. Es ist nicht ungewöhnlich, daß Professoren oder andere Akademiker zensiert oder sogar verhaftet werden. Freier Ausdruck in der Kunst wird häufig öffentlich angegriffen und die Regierungen lehnen es häufig ab, die Künste zu fördern.
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Ein Polizeikossake prügelt mit der Peitsche auf die Mitglieder der Gruppe Pussy Riot ein.


12. Besessenheit von Verbrechen und Bestrafung

Unter faschistischen Regimes wird der Polizei fast unbegrenzte Macht zur Verbrechensbekämpfung eingeräumt. Das Volk ist häufig bereit, Polizeiverbrechen zu übersehen und sogar Bürgerrechte im Namen des Patriotismus‘ aufzugeben. In faschistischen Ländern gibt es meistens eine landesweite Polizeieinheit mit praktisch unbegrenzter Macht.
Verhaftung Nemzows im März 2012

Verhaftung Nemzows im März 2012


13. wachsende Seilschaften und Korruption

Faschistische Regime werden fast immer von einer Gruppe von Freunden und Genossen regiert, die sich gegenseitig Regierungsposten zuschieben und ihre Macht und ihren Einfluß nutzen, um ihre Freunde davor schützen, zur Verantwortung gezogen zu werden. Es ist in faschistischen Regimen nicht unüblich, daß nationale Ressourcen oder sogar Schätze von den Regierungsmitgliedern angeeignet oder gestohlen werden.
Putin and friends

Putin and friends


14. betrügerische Wahlen

Manchmal sind die Wahlen in faschistischen Ländern ein kompletter Schwindel. In anderen Fällen werden die Wahlen durch Schmutzkampagnen oder sogar die Ermordung von Oppositionskandidaten, Nutzung der Gesetzgebung um die Anzahl der Stimmberechtigten oder der Wahlbezirke zu kontrollieren, oder Beeinflußung der Medien manipuliert. 
Faschistische Länder nutzen auch typischerweise ihre Richterschaft, um die Wahlen zu manipulieren oder zu kontrollieren.
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Noch zwei weitere streng wissenschaftliche Faschismusdefinitionen:
Im Jahr 2004 formulierte der US-amerikanische Politikwissenschaftler Matthew Lyons die folgende Faschismusdefinition:

„Faschismus ist eine Form rechtsextremerIdeologie, die die Nation oder Rasse als organische Gemeinschaft, die alle anderen Loyalitäten übersteigt, verherrlicht. Er betont einen Mythos von nationaler oder rassischer Wiedergeburt nach einer Periode des Niedergangs und Zerfalls. Zu diesem Zweck ruft Faschismus nach einer ‚spirituellen Revolution‘ gegen Zeichen des moralischen Niedergangs wie Individualismus und Materialismus und zielt darauf, die organische Gemeinschaft von ‚andersartigen‘ Kräften und Gruppen, die sie bedrohen, zu reinigen. Faschismus tendiert dazu, Männlichkeit, Jugend, mystische Einheit und die regenerative Kraft von Gewalt zu verherrlichen. Oft – aber nicht immer – unterstützt er Lehren rassischer Überlegenheit, ethnische Verfolgung, imperialistische Ausdehnung und Völkermord. Faschismus kann zeitgleich eine Form von Internationalismus annehmen, die entweder auf rassischer oder ideologischer Solidarität über nationale Grenzen hinweg beruht. Normalerweise verschreibt sich Faschismus offener männlicher Vorherrschaft, obwohl er manchmal auch weibliche Solidarität und neue Möglichkeiten für Frauen einer privilegierten Nation oder Rasse unterstützen kann.“

In seinem im Jahre 2004 veröffentlichten Buch The Anatomy of Fascism definiert der US-amerikanische Geschichtsprofessor Robert O. Paxton Faschismus so:

„Faschismus kann definiert werden als eine Form des politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit, wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und äußeren Expansion verfolgt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#.C3.9Cberblick

*** THE DECADE IN PICTURES ***This pool picture provided 03 September 2007 shows Russian President Vladimir Putin carrying a hunting rifle in the Republic of Tuva, 15 August 2007. Putin is scheduled to visit Australia for the ASEAN conference starting this week. AFP PHOTO / RIA NOVOSTI / KREMLIN POOL / DMITRY ASTAKHOV

“Russlands Präsident verlas eine der angeblich zweieinhalb Millionen Fragen, die ihn aus Anlass der Sendung „Direkter Draht“ erreichten: „Was ist für Sie der russische Mensch, das russische Volk? Seine starken und schwachen Seiten?“ Putin antwortete, viele Fachleute seien der Ansicht, ein Volk habe keine Besonderheiten, es gebe nur den konkreten Menschen. Dem sei nicht zuzustimmen, sagte Putin und nannte die gemeinsame Sprache und Geschichte und das Zusammenleben auf einem Gebiet sowie den „Austausch von Genen“ über Hunderte, ja Tausende Jahre als Wesensmerkmale eines Volkes. „Mir scheint, dass der russische Mensch, der Mensch der russischen Welt, vor allem daran denkt, dass es irgendeine höhere moralische Bestimmung des Menschen gibt“, sagte Putin. Das sei im Westen anders, wo gelte, je erfolgreicher jemand sei, desto besser. In Russland aber fragten sich sogar sehr reiche Leute: Was nun? Denn der russische Mensch richte sich nicht auf sich selbst, sondern „entfaltet sich nach außen. Bei uns ist der persönliche Erfolg nicht genug“, so Putin. „Nur in unserem Volk konnte die Redensart entstehen: ‚Vor der Welt ist auch der Tod schön.’ Das heißt, der Tod für den anderen, für sein Volk.“ Darin lägen die „tiefen Wurzeln unseres Patriotismus“, auch das „massenhafte Heldentum“ im Krieg. Viele Völker hätten eigene Vorteile, „aber das ist unser“. Und auch wenn es in der heutigen Welt viel Austausch gebe, auch von Genen, und Russland von anderen Völkern manches aufnehmen könne, „werden wir uns immer auf unsere Werte stützen“.

(http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/fernsehauftritt-in-moskau-schoener-sterben-mit-putin-12900846.html)

Putin: „Man muss in einem vaterländischen Feldzug vor allem den Sieg im Kopf haben und nicht die bedenkenvolle Fehlervermeidung. Der Kriegsverlauf kann auch unordentlich und nicht lupenrein ausfallen, es kommt auf die kühl kalkuliert erzeugte Emphase des Volkes an und nicht zwingend auf das Kriegs- oder Völkerrecht, nicht auf klar erkennbare Militärinsignien und dergleichen.“

(http://www.zeit.de/2014/13/wladimir-putin-psyche-autobiografie)

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Kurt Tucholsky (1890-1935)

Rosen auf den Weg gestreut

Ihr müsst sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müsst mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!
Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft!

Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: „Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!“
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft.

Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?
Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …
Und verspürt ihr auch
in euerm Bauch
den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:
Küsst die Faschisten, küsst die Faschisten,
küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft –!

Neonazis in Heidenau

Neonazis trifft man in Heidenau,

Antiimperialisten

… Antiimperialisten in München,

Pegida

… Pegida in Dresden,

... Montagsdemonstranten in Berlin,

… Montagsdemonstranten in Berlin,

Udo Voigt bei einem Kongress rechtsextremer Parteien in St. Petersburg

… Udo Voigt bei einem Kongress rechtsextremer Parteien in St. Petersburg,

... trinkfeste Volksgenossen an der alkoholischen Front,

… trinkfeste Volksgenossen an der alkoholischen Front,

Genossen

… trinkfeste Genossen an der Eine-Hand-wäscht-die-andere-Front,

Willy Wimmer im Propagandaeinsatz

… Ex-Verteidigungsstaatssekretär der CDU Willy Wimmer im Propagandaeinsatz,

Der Börsenguru Dirk Müller weiß, Putin ist gut gegen Kapitalismus.

… und Putins Börsenguru Dirk Müller im faschistischen Deutschland. Er beschreibt präzise, woran er beteiligt ist. Nicht der Staat.

Elsaesserklein

Andere wie Ken Jebsen, „Freeman“ oder Jürgen Elsässer sind schwer zu treffen. Sie sind ständig unterwegs im Einsatz für den Fasch… pardon, Frieden!

Alexander Dugin:

The order of destruction (deconstruction) becomes now DOGMATIC:

  1. Against liberalism.
  2. When the liberals are dead and for sure, let us liquidate the materialist marxists (principal critics of Modern world by Guenon instead of radical critics of capitalism by Marx). When the Global Oligarchy will lay in the ruins we will need finish with reds. But before that point we are allies. Who call to fight left first are traitors. Fight first REAL ENNEMY.
  3. When there are no more liberals and Global Oligarchy, there is no more marxists with their idiotic materialism and mechanistic determinism, with their imagined proletariat or worse „multitudes“, with their unqualified egalitarianism and perverted mentally „intellectuals“ and „degenerated art“, we will exterminate finally neo-nazi fools. Only then but not earlier. But if any person of these three ideological camps would eventual change his (her) mind accepting our logic and our Fourth Path he (she) will be cordially welcomed.

Idiooooten … ist nix verboooten! ….

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Die „Volksrepublik Donetzk“ träumt davon, dass Putin ihr endlich eine eigene novorussische Luftwaffe spendiert.

Doch,es wird Zeit, dass ihnen einiges verboten wird. Zumindest hier in Deutschland. Deshalb diese Forderung:

Lieber Herr Steinmeier!

NOCH haben Sie die Möglichkeit einem neuen Faschismus auf deutschem Boden einen Riegel vorzuschieben. „Noch“ heißt auch, solange Russland sich nicht zu seinen Truppen, Söldnern und überwiegend in die Ukraine importierten Separatisten bekennt. Bitte erklären Sie die Separatisten und Noworussisten mitsamt der noworussischen Flagge, entsprechender Gebietsansprüche und entsprechender positiver Erklärungen zu dem was sie sind, einer „terroristischen Vereinigung“. Putin wird Gift und Galle spucken, keine Frage. Aber es gibt im Moment nichts, wodurch er sich nicht provoziert fühlt, außer dass man ihn ungestört tun lässt, was er tun möchte. Auch wenn das Völkermord ist. Dieser Schritt würde es international ermöglichen, Putin weiter zu isolieren und er müsste sich zu seinen Verbrechen bekennen, wenn er in der Ukraine seine Aggression fortführen will. Aber auch und vor allem im nationalen deutschen Interesse wäre es ein wichtiger Schritt.

Der Besuch der Nachtwölfe und die begleitenden Veranstaltungen haben gezeigt, dass es unter den gegebenen Umständen kein Problem darstellt, dass paramilitärische Einheiten Russlands (Und nichts anderes sind die Nachtwölfe hinter ihrer belächelten provokanten Fassade.) bei uns auf Sympatiewerbung gehen. Sympathie für eine von Russland in der Ukraine geschaffene militante Gruppierung, deren Funktionäre vielfach Mitglieder russischer Nazigruppen waren und sind, die Obama und andere rassistisch beschimpfen, und die einen russischen Faschismus, der sich aus einer kruden Mischung von Bolschewismus, Nazismus und Zarentum legiert, in der Ukraine zu realisieren versucht. Soweit sie es nicht schon geschafft haben. Diese novorussische Gruppierung hat nicht nur Gebäude besetzt und Waffen geraubt, sondern sie hat OSZE-Mitarbeiter als Geiseln genommen und Andersdenkende entführt, gefoltert und ermordet. Sie haben Menschen auf Knien durch eine sie beleidigende, spuckende und prügelnde Menschenmasse getrieben. Sie haben Menschen an Laternenpfähle gefesselt und Passanten verprügelt, die sich geweigert haben diese zu verprügeln oder zu bespucken. Sie haben Kriegsgefangene ermordet und Granaten und Raketen vorsätzlich aus ukrainischer Richtung auf Zivilisten verschossen, um die Menschen gegen die ukrainische Armee aufzuhetzen. Und sie haben last but not least ein ziviles Flugzeug über der Ukraine abgeschossen.

All das sind Terrorakte! Die Nachtwölfe und ihre Sympathisanten werben also unzweideutig für Faschismus und eine terroristische Vereinigung. Das darf nicht passieren! Es darf keine Werbung für faschistische Gruppierungen auf deutschen Boden mehr geben. Egal, ob sie sich NSU oder Volksrepublik Donetzk nennen. Machen Sie, gemeinsam mit dem Innenministerium, diesem Spuk ein Ende! Bevor diese Ideologie in Deutschland Fuß fasst und aus den vielen medial von Russland Manipulierten ein handlungsbereites russisches Fussvolk wird, das bereitsteht für Aktionen bei einem Einmarsch in Natostaaten. Nie wieder Faschismus auf deutschen Boden! Das sind wir denen schuldig, derer wir an der Küste der Normandie, in Oradur sur Glane, in Auschwitz und in Stalingrad gedenken.

http://www.spiegel.tv/filme/nachtwoelfe-mc-rocker-berlin/

https://www.facebook.com/groups/no.put/permalink/756616841123824/?hc_location=ufi

Dies ist Volksverhetzung im Stile Goebbels und des Stürmers, falls man in Deutschland noch weiß was das ist:

Wie man sich als Intellektueller zum Affen macht

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einer Fernsehdokumentation offen über den Befehl zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim vor einem Jahr gesprochen. In dem Trailer der Dokumentation, der von dem Staatssender Rossija 1 gezeigt wurde, berichtete Putin von der nächtlichen Sitzung mit den Leitern der Sicherheitsdienste über einen Rettungseinsatz für den ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch. Der prorussische Politiker war am 22. Februar angesichts heftiger Straßenkämpfe in Kiew ins ostukrainische Donezk geflohen.

„Wir beendeten die Sitzung etwa um sieben Uhr morgens“, sagt Putin in dem Filmtrailer über die Sitzung in der Nacht zum 23. Februar 2014. „Als wir uns trennten, sagte ich zu meinen Kollegen: Wir müssen beginnen, die Krim zurück zu Russland zu holen.“ Vier Tage später übernahm eine schwer bewaffnete Kommandoeinheit die Kontrolle über das Regionalparlament der Krim. … (http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/putin-krim-annexion)

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Professor Reinhard Merkel

Hat Russland die Krim annektiert? Nein. Waren das Referendum auf der Krim und deren Abspaltung von der Ukraine völkerrechtswidrig? Nein. … „Annexion“ heißt im Völkerrecht die gewaltsame Aneignung von Land gegen den Willen des Staates, dem es zugehört, durch einen anderen Staat. Annexionen verletzen das zwischenstaatliche Gewaltverbot, die Grundnorm der rechtlichen Weltordnung. … Was auf der Krim stattgefunden hat, war etwas anderes: eine Sezession, die Erklärung der staatlichen Unabhängigkeit, bestätigt von einem Referendum, das die Abspaltung von der Ukraine billigte.

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Dr. Gabriele Krone-Schmalz

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Ex Bundeskanzler Helmut Schmidt

DIE ZEIT: Herr Schmidt, Russlands Annexion der Krim ist ein klarer Bruch des Völkerrechts. Oder gibt es daran etwas zu deuteln?

Helmut Schmidt: Ein klarer Bruch des Völkerrechts? Da habe ich schon meine Zweifel.

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„Das Sicherheitsbedürfnis der Russen ist so legitim und ausgeprägt wie das der Deutschen, der Polen, der Balten und der Ukrainer. Wir dürfen Russland nicht aus Europa hinausdrängen. Das wäre unhistorisch, unvernünftig und gefährlich für den Frieden. Seit dem Wiener Kongress 1814 gehört Russland zu den anerkannten Gestaltungsmächten Europas.

… Wer nur Feindbilder aufbaut und mit einseitigen Schuldzuweisungen hantiert, verschärft die Spannungen in einer Zeit, in der die Signale auf Entspannung stehen müssten. …

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen.“

Mario Adorf, Schauspieler
Robert Antretter (Bundestagsabgeordneter a. D.)
Prof. Dr. Wilfried Bergmann (Vize – Präsident der Alma Mater Europaea)
Luitpold Prinz von Bayern (Königliche Holding und Lizenz KG)
Achim von Borries (Regisseur und Drehbuchautor)
Klaus Maria Brandauer (Schauspieler, Regisseur)
Dr. Eckhard Cordes (Vorsitzender Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft)
Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin (Bundesministerin der Justiz a.D.)
Eberhard Diepgen (ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin)
Alexander van Dülmen (Vorstand A-Company Filmed Entertainment AG)
Stefan Dürr (Geschäftsführender Gesellschafter und CEO Ekosem-Agrar GmbH)
Dr. Erhard Eppler (Bundesminister für Entwicklung und Zusammenarbeit a.D.)
Prof. Dr. Dr. Heino Falcke (Propst i.R.)
Prof. Hans-Joachim Frey (Vorstandsvorsitzender Semper Opernball Dresden)
Pater Anselm Grün (Pater)
Sibylle Havemann (Berlin)
Dr. Roman Herzog (Bundespräsident a.D.)
Christoph Hein (Schriftsteller)
Dr. Dr. h.c. Burkhard Hirsch (Bundestagsvizepräsident a.D.)
Volker Hörner (Akademiedirektor i.R.)
Josef Jacobi (Biobauer)
Dr. Sigmund Jähn (ehemaliger Raumfahrer)
Uli Jörges (Journalist)
Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (ehemalige EKD Ratsvorsitzende und Bischöfin)
Dr. Andrea von Knoop (Moskau)
Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (ehemalige Korrespondentin der ARD in Moskau)
Friedrich Küppersbusch (Journalist)
Vera Gräfin von Lehndorff (Künstlerin)
Irina Liebmann (Schriftstellerin)
Dr. h.c. Lothar de Maizière (Ministerpräsident a.D.)
Stephan Märki (Intendant des Theaters Bern)
Prof. Dr. Klaus Mangold (Chairman Mangold Consulting GmbH)
Reinhard und Hella Mey (Liedermacher)
Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin Pankow)
Klaus Prömpers (Journalist)
Prof. Dr. Konrad Raiser (eh. Generalsekretär des Ökumenischen Weltrates der Kirchen)
Jim Rakete (Fotograf)
Gerhard Rein (Journalist)
Michael Röskau (Ministerialdirigent a.D.)
Eugen Ruge (Schriftsteller)
Dr. h.c. Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D)
Dr. h.c. Friedrich Schorlemmer (ev. Theologe, Bürgerrechtler)
Georg Schramm (Kabarettist)
Gerhard Schröder (Bundeskanzler a.D.)
Philipp von Schulthess (Schauspieler)
Ingo Schulze (Schriftsteller)
Hanna Schygulla (Schauspielerin, Sängerin)
Dr. Dieter Spöri (Wirtschaftsminister a.D.)
Prof. Dr. Fulbert Steffensky (kath. Theologe)
Dr. Wolf-D. Stelzner (geschäftsführender Gesellschafter: WDS-Institut für Analysen in Kulturen mbH)
Dr. Manfred Stolpe (Ministerpräsident a.D.)
Dr. Ernst-Jörg von Studnitz (Botschafter a.D.)
Prof. Dr. Walther Stützle (Staatssekretär der Verteidigung a.D.)
Prof. Dr. Christian R. Supthut (Vorstandsmitglied a.D. )
Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik (ehemaliger Berater im Bundeskanzleramt für Sicherheit und Außenpolitik)
Andres Veiel (Regisseur)
Dr. Hans-Jochen Vogel (Bundesminister der Justiz a.D.)
Dr. Antje Vollmer (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a.D.)
Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck a.D.)
Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Wissenschaftler)
Wim Wenders (Regisseur)
Hans-Eckardt Wenzel (Liedermacher)
Gerhard Wolf (Schriftsteller, Verleger)

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In ein paar Jahren werden die, die ihre Eltern oder Großeltern gefragt haben, warum sie so blind gegenüber dem deutschen Faschismus waren, von ihren Kindern und Enkeln gefragt werden, warum sie so blind gegenüber dem russischen Faschismus waren!

Russische Faschisten und andere Primaten

Aleksandr-Dughin_tintindSchon im März letzten Jahres stieß ich im Zusammenhang mit der russischen Aggression auf der Krim auf den Namen Alexander Dugin und las einiges über ihn, was mich beunruhigte. Besonders, dass viele  Veröffentlichungen von ihm auf den Seiten des amerikanischen Nazis Anglin zu finden waren, der so übelkeiterregende Seiten wie „Daily Stormer“ und „Total Fascism“ betreibt bzw. betrieb. Erstere ist inzwischen grafisch entschärft und zweitere findet man heute nur noch im Web Archiv. Viele schrieben mir, dass man Dugin nicht ernst nehmen müsse und er keine Rolle in Russland spielen würde. Etwas seltsam für jemand, der an der Moskauer Universität lehrte, regelmäßig im russischen Fernsehen zu sehen ist und sich nicht nur selbst als Berater Putins bezeichnet. Ich hatte keine große Lust mehr, mich durch sein Geschwurbel durchzuarbeiten, nachdem für mich mit zwei Dingen, die ich von ihm gelesen hatte, seine Position klar schien. Erstens, er möchte, dass Russland Europa erobert bzw. angliedert. Er möchte, falls nötig mit Gewalt, ein Eurasisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok errichtet sehen, also in genau den Ausmaßen, wie Putins Traum von einer (von Russland dominierten) eurasischen Wirtschaftsunion. Erklärtes Ziel ist es, an Know how, High Tech und die Wirtschaftskraft des Westens zu gelangen. Zweitens, er möchte zumindest Eurasien mit Hilfe von Kommunisten und Faschisten von den Liberalen befreien, danach mit Hilfe der Faschisten die Kommunisten ausrotten und zuletzt die Faschisten. Wer dann übrigbleiben soll, ist nicht ganz klar, aber offensichtlich ist er nicht gewillt oder in der Lage sich selbst und seine Lehre als faschistisch zu erkennen. Wörtlich sagt er, Oppositionelle wie die Pussy Riots möchte er aufs Maul hauen und dann mit dem LKW auf der Müllkippe entsorgen. Das erinnert stark an Le Pen senior, der für jüdische Kritiker seiner Partei „eine Ofenladung fertigmachen“ wollte.
Kurzum, ich dachte mir, den ideologischen Über-, nein eher Unterbau dieses Herren aus der Mülltonne der Geschichte kann man sich eigentlich ersparen. Seine Ziele sprechen für sich und er ist nur in dem Maße gefährlich, wie er ernst genommen wird.
Leider lag ich mit meiner Vermutung richtig, dass man ihn ernster nehmen muss, als mir viele einreden wollten. Denn der Unrat aus der ausgelehrten Mülltonne der Geschichte wird offensichtlich von vielen gierig aufgesammelt, die alle Lehren aus dem dritten Reich völlig vergessen oder nie erlangt haben. Besonders, wenn sie – aus welchen Gründen auch immer – über ein massives ethisches Defizit verfügen. Dugin spielt eine große Rolle bei der prorussischen Propaganda, denn viele Fäden westlicher Putinpropagandisten laufen bei ihm zusammen. Er knüpft und pflegt Verbindungen zu vielen Rechtsextremisten, Linken und Anhängern seiner Querfrontideologie quer durch Europa und die USA und er ist an Malofeews Seite  ein wichtiges, vielleicht das wichtigste Rad in dem Räderwerk, das die Krimannexion vollzogen hat und den Krieg in der Ostukraine begann und am Laufen hält. Last but not least, er ist offensichtlich die treibende und auf Russland ausrichtende Kraft hinter dem Querfrontbündnis der neuen griechischen Regierung.
Ein Grund, sich doch noch einmal etwas ausführlicher mit seiner Lehre zu beschäftigen. Zumindest, zu versuchen, mich in eine Übersetzung hineinzulesen, die heute von Andreas Umland veröffentlicht wurde:
Dugin: „There are, in the 20th century, only three ideologies that have managed to demonstrate that their principles are realistic in terms of their political-administrative implementation – these are liberalism, communism and fascism. As much as one may like to – it is impossible to name another model of society which would not be one of the forms of these ideologies and [which], at the same time, existed in reality. There are liberal countries, there are communist [countries] and there are fascist (nationalist) [countries]. Others are absent. And are impossible. In Russia, we have passed two ideological stages – the communist and the liberal. What remains is fascism.“
Schon dieser erste Absatz verursacht mir große Bauchschmerzen. Ich halte es für nicht akzeptabel, „Liberalismus“, Kommunismus und Faschismus gleichberechtigt nebeneinander zu stellen.  Der Wunsch nach Sicherung der Grundbedürfnisse, wenn nicht sogar einem gewissen Wohlstand, vielleicht sogar so etwas wie Glück und, auch bei Dugin ausdrücklich erwähnt, „Freiheit“ dürfte wohl jedem politischen Modell zugrunde liegen. Keiner verkauft seine politische Lehre mit der Aussage, dass er sich bereichern oder Macht für sich allein haben will. Selbst die schlimmste Diktatur gibt immer vor, die Menschen von irgendetwas befreien zu wollen. Sehr beliebt dabei zum Beispiel: von den Juden.
Wie man sicher unschwer merkt, bin ich weder Historiker, noch Politologe, noch Philosoph, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass etwas nicht stimmt, wenn man ein System der Willensbildung von unten, also Demokratie, gleichwertig neben Systeme der Willensbildung von oben stellt. Also Kommunismus, Faschismus und um das zu ergänzen, was Dugin auslässt: Monarchie und Religionen. Die letzten beiden sind es ja wohl auch, auf die hinsteuert. In seinem Fall: Zarismus und Orthodoxie. Wo die Reise hingehen soll, wird von Demagogen wie Dugin erfahrungsgemäß sehr gerne verschwiegen. Insbesondere, wenn man wie er politische Gruppen gegen einander benutzen will, die später selbst entsorgt werden sollen. Aber auch eine weitere Auspägung, die man wohl unter Totalitarismus einordnen könnte, sollte man nicht außer Acht lassen. Den Mafiastaat. Er wird durch Putins Ansprüche verkörpert, die noch in scharfe Konkurrenz zu den archaischen Zielen Dugins treten könnten.
Ich glaube nicht, dass man Demokratie als eine  Ideologie unter anderen Ideologien sehen darf. Sie ist ein konkurrierendes Grundprinzip zu allen obrigkeitsstaatlichen Prinzipien. Entweder das Volk bestimmt, oder es wird von oben bestimmt. Alles außer der Demokratie gehört in die letztere Kategorie. Auch der Kommunismus, der nur eine Selbstbestimmung des Volkes vortäuscht, während in der Praxis die Macht immer in den Händen der Partei bleibt. Jedenfalls in allen bisher staatlich praktizierten Formen des Kommunismus. Die Konkurrenz dieser beiden Grundprinzipien der Willensbildung von unten oder von oben zieht sich vermutlich durch die ganze Menschheitsgeschichte. Auch wenn wenig über demokratische Entwicklungen aus der Zeit vor der griechischen Antike bekannt ist, findet man demokratisches Verhalten sogar bei anderen Primaten wie den Makaken.

(http://www.fr-online.de/wissenschaft/tierwelt-demokratie-unter-affen,1472788,3286270.html)

Es wäre also seltsam, wenn von der evolutionären Entstehung des Menschen bis zur Antike nie der Versuch unternommen wurde, dass sich ein Volk oder eine größere Gruppe selbst regiert.
Bestechender Vorteil dieses demokratischen Grundprinzips ist, dass es als Regierungsform die Gewähr bietet, den Wünschen einer maximalen Anzahl von Menschen gerecht zu werden. Da die Freiheit des einen bekanntermaßen immer am Beginn der Freiheit des anderen endet, kommt dabei zwangsläufig immer eine Minderheit zu kurz. Diese ist jedoch bei jeder anderen Regierungsform wesentlich größer. Meist ist es keine Minderheit, sondern eine Mehrheit. Mitunter sogar eine so große, dass nur eine Person ausgenommen bleibt: Der König, Kaiser, Zar, Führer oder wie immer sich dieser Autokrat dann nennen mag.
Freiheit und Wohlstand sind rein rechnerisch in der Demokratie am besten gewährleistet. Wenn also ein Herr Dugin diese Ziele verfolgt und nicht Freiheit und Wohlstand für sich selbst, oder irgendeinen anderen Herren dem er dient, erlangen will, dann ist er entweder dumm oder ein Lügner, wenn er die Demokratie abschaffen und durch ein wie auch immer geartetes autoritäres Regime ersetzen will. Oder er möchte den Menschen – offensichtlich mit Gewalt – sagen, was sie zu wollen haben. Dann kann er ihren Wünschen natürlich mit Leichtigkeit gerecht werden. Dass die politisch administrative Umsetzung sowohl von Faschismus wie auch Kommunismus im 20. Jahrhundert „grandios“ gescheitert sind, scheint sich noch nicht bis zu Herrn Dugin herumgesprochen zu haben. Damit seine Hypothese in Erfüllung geht, setzt er sich jetzt mit ganzer Kraft dafür ein, den „Liberalismus“, sprich die Demokratie, zum Scheitern zu bringen.
Soviel zum ersten Absatz. 😉

Bleibt Sklaven!

wir sind das Volk

Pegida-Demo in Dresden. „Wir sind das Volk!“

„Bleibt Sklaven Russlands und gebt Ruhe! Wir wollen gute Geschäfte mit Russland machen und da stört ihr Bewohner der Ukraine, Georgiens und der anderen ehemaligen Sowjetrepubliken nur. Ihr wart doch sowieso alle mal Russen. Bleibt Europa fern, das kostet nur wieder unser Geld, wir haben genug mit Asylanten und Islamisten zu tun. Und da Ordnung zu schaffen und europäische Werte wiederherzustellen, will uns Russland doch helfen. Was sollen wir mit den USA? Die spionieren uns nur aus, wollen uns Chlorhühnchen andrehen und Frackinggas. Die USA und auch die EU zerstören nur unsere nationale Identität. Außerdem füttern wir mit der EU die ganzen Faulpelze in Europa durch.“
Ich denke, so kann man mittlerweile grob die Mehrheitsmeinung in Deutschland umreißen. Wenn das auch nur halbwegs richtig ist, impliziert das, dass die wiederherzustellenden Werte in Deutschland nicht mehr Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Toleranz sind, sondern genauso wie in Russland das Gegenteil: Obrigkeitsstaatsdenken, Akzeptanz von Imperialismus und von Kriegsverbrechen und Rechtsbruch allgemein, Nationalismus und Intoleranz. Um dafür zusammenfassend den Begriff Faschismus zu benutzen, fehlt nur noch Rassismus. Wenn ich allerdings Pegida-Demonstranten mit erhobener Rechten „Wir sind das Volk“ brüllen sehe, habe ich auch daran keinen Zweifel mehr! Die „Andersrassigen“ sind nur diesmal nicht Juden, sondern die Kriegsflüchtlinge aus Syrien und der Ukraine. Denn fast ausschließlich diese sind es, die zur Zeit Asyl in Deutschland suchen. Menschen, die selbst vor dem Islamismus und vor orthodoxem Terror fliehen. Die Opfer eines von Russland geführten und eines von Russland gelenkten und unterstützten Krieges gegen alle humanitären Werte, die die meisten bei uns hinnehmen, ohne darüber nachzudenken, was sie damit verraten. Und darüber, dass Natostaaten die nächsten Ziele Putins sein könnten.