Zuviel Provokation?

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Darf man das nicht denken und sich nicht vorstellen, dass Menschen in Deutschland statt mit einem Judenstern auf der Brust mit einem muslimischen Halbmond auf der Brust deportiert werden? Wenn ich mir die Hetze in den sozialen Medien ansehe, Angriffe auf Flüchtlinge und Politiker die sich für sie einsetzen, brennende Flüchtlingsheime und das von Russland angestachelte Nazigeschrei von NPD, AFD und Pegida von Dresden und Leipzig bis nach Berlin? Und eine Regierung, die indirekt fordert, dass Griechenland die Flüchtlinge ertrinken lassen soll!? Dann sind wir nicht mehr weit entfernt von der sogenannten Reichskristallnacht. Nein, wir sind ganz dicht davor! Das will ich mit diesem Bild vor Augen führen. Gerade weil es keiner hören will. Weil keiner es erträgt in den Spiegel der 1930er Jahre zu blicken. Es nicht wahr haben will: „Ich doch nicht!“ „Wir doch nicht!“

Erst saßen bei Facebook Idioten in IRRland, … jetzt sitzen bei Facebook offenbar noch größere Idioten in Deutschland! Bis vor kurzem zensierte Facebook mit einem deutschen Dummkopf als Beigeordnetem in Irland. Es konnten zwar keine nackten Brüste, dafür aber jeder Nazidreck unbeanstandet auf Facebook gepostet werden. SS-Runen, Hakenkreuze, Hitlergruß, Hitler- und Goebbelsbilder, Obama mit Strick um den Hals und als Zielscheibe, Galgen, Mordaufrufen und Mordfantasien gegen Politiker, Ausländer, Muslime und Flüchtlinge. Derartige Posts habe ich zigmal vergeblich gemeldet. Auf Druck deutscher Politiker, besonders des Innenministers, wurde die deutsche Facebook-Zensur jetzt an deutsche Firmen outgesourced. Die Deppen, die das jetzt meines Wissens in Berlin ausüben, halten offenbar eine Warnung vor drohenden Pogromen gegen Muslime in Deutschland für einen Aufruf dazu, selbst wenn im dazugehörigen Text die Intention eindeutig formuliert wird. Ich hatte zu diesem Bild geschrieben, dass ich mir bewusst bin, dass es problematisch ist, weil manche Muslime von einem zweiten Holocaust träumen und dass ich weiß, dass Juden daran Anstoß nehmen werden. Dass es mir aber trotzdem immer stimmiger erscheint, was die aktuelle Situation in Deutschland betrifft. Meiner Meinung nach lässt diese Aussage keinerlei Interpretationsspielraum, dass ich Pogrome oder Schlimmeres gegenüber Muslimen befürworte. Es soll nur eins. Genau davor warnen! Und ja, es soll bewusst provozieren. Das ist eine der Aufgaben von Kunst. Und ich sehe dieses Bild als Kunst.

Das Ergebnis: Nicht nur das Bild wurde entfernt, sondern ich wurde auch noch befristet gesperrt. Lieber Herr Zuckerberg, bitte suchen Sie sich ein paar Zensoren mit etwas mehr Grips. Sonst könnte man auf die Idee kommen, dass Sie nichts gegen Nazipropaganda haben, sondern nur etwas gegen die Warnungen vor Nazipropaganda. Oder dass Sie auch Putins Anspruch auf Deutungshoheit erlegen sind, zu definieren, was Faschisten sind. Nämlich alle die, die etwas gegen den Faschisten Putin haben.

Ich hoffe, dass ich richtig liege, wenn ich mir nicht vorstellen will, dass ein jüdischer Mitbürger durch das Melden dieses Bildes bei Facebook seine Auffassung von Meinungsfreiheit zum Ausdruck gebracht hat.

 

 

 

Das Nazi Coming out

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Wenn Staatsanwälte in Deutschland, die wegen eines Galgens für die Kanzlerin ermitteln, mit Morddrohungen überzogen werden, wenn Frau Merkel auf der Facebookseite des Auswärtigen Amtes als Nutte bezeichnet wird, und wenn „anständige Bürger“ wegsehen oder sich nur Gedanken um den Ruf ihrer Stadt machen wenn Asylantenheime im Dutzend brennen, dann rieche ich die Rauchschwaden der sogenannten Kristallnacht und dann wird gerade eine Grenze überschritten in Deutschland, die mich zu einer kleinen Abschiedsrede drängt.

Als ich ein Jugendlicher war, was jetzt schon so ungefähr 40 Jahre her ist, da glaubte ich in eine stolze Generation hineingeboren zu sein, die von Hippies, 68ern, von Woodstock und von Kriegsgegnern, die alles Irrationale und Spießige, alle falschen Religionen und Ideologien und jeden engstirnigen Irrglauben über Bord wirft. Die sich endlich frei macht von Kruzifixen und Talaren. Inzwischen habe ich begriffen, dass dieses radikale Aufräumen mit den traditionellen Werten nicht frei gemacht hat, sondern zu einem Verlust aller ethischen und moralischen Grundsätze geführt hat, die eine Gesellschaft braucht damit sie funktioniert. Dazu gehört auch und vielleicht vor allem Vertrauen. Dass es möglich ist, dass der Hass, der im Nahen Osten und in Moskau produziert wird, auf unsere westlichen Demokratien übergreifen kann, ist meiner Meinung nach zu einem großen Teil auf diesen Verlust an moralischer Grundsubstanz zurückzuführen.
Und ich sehe dabei leider auch ein Parallele zu den kommunizierenden Gefäßen der Macht. Dort wo sie weicht, egal, ob aus vermeintlicher Vernunft, aus Dummheit oder aus Schwäche, folgen andere nach, die dieses Machtvakuum auffüllen. So gut wie nie mit guten Absichten. Genauso scheint es sich mit den Werten zu verhalten. Wo verknöcherte Mythen, Religionen und Ideologien weichen und ihre Riten und Symbole, herrscht leider nicht Freiheit und geistige Unbeschränktheit, sondern der nächste absurde Irrglaube hält fröhlichen Einzug.

Aber was ich hier schreibe, scheint wohl leider nur das Aufwachen aus einem langen, schönen, behüteten Traum zu sein, den Andere nicht das Glück hatten so lange träumen zu dürfen. Nicht in anderen Ländern und nicht in anderen Generationen. Sie mussten sich wehren oder sich schuldig machen, wenn sie nicht wegrennen wollten. Es trennt uns beispielsweise kulturell wenig von den Israelis, aber für sie ist dieses Alltag, ständig präsent: Militärdienst, Krieg, Schuld, wahrscheinlich auch Angst, die Auseinandersetzung damit, was das Land, die Gemeinschaft von einem verlangt und auch die Auseinandersetzung mit gewalttätigen inneren Feinden der Gesellschaft, … All das blieb uns bisher weitestgehend erspart. Ich fürchte, es ist jetzt vorbei. Diesmal sind es nicht ein paar RAF-Figuren mit dem naiven Glauben durch Terror die Gesellschaft hinter sich zu bringen wenn sie einige Politiker angreifen, diesmal ist es eine breite Bewegung die den Kreml in ihrem Rücken weiß. Und eine Gesellschaft, die wieder wegsieht.

Behüteter Traum übrigens nicht dank der Besatzer in Ost und West, sondern dank der Millionen Opfer des letzten Faschismus. Dank Josua Blumenthal, den man vergast hat, dank Fritz Müller, der den Mund aufgemacht hat und dafür ins KZ ging, dank John Miller, dem GI, der irgendwo an der Küste der Normandie verreckt ist und auch dank Juri Andrejewitsch, der im Wald bei Frankfurt an der Oder verscharrt liegt. Ihnen verdanken wir es, dass man in Deutschland und auch in Europa 70 Jahre lang gesagt hat „Nie wieder!“

Aber wir leben ja heute in einer Gesellschaft, in der Toleranz ganz groß geschrieben wird. Nachdem Nazis jetzt endlich auch ihr Coming out haben, bin ich sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis es auch für sie Proporzregelungen und Gleichstellungsbeauftragte geben wird. Auch eine verschärfte Gesetzgebung gegen Verleumdung und Mobbing von Nazis dürften nicht lange auf sich warten lassen. Besonders der Paragraph 130 StGB gegen Volksverhetzung wird wohl dahingehend abgeändert werden, dass die Behauptung, es hätte einen Holocaust gegeben, als Verleumdung unter Strafe gestellt wird.

Schließlich ist es doch die natürlichste Sache der Welt Nazi zu sein, oder etwa nicht?

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Sollte ich noch etwas nachtragen, nachdem sich zwei Tage nach diesen Zeilen der Mordanschlag auf Frau Reker ereignet hat? Ich weiß nicht, was ich dazu schreiben sollte. Es gibt nur meine Wut und meine Erschütterung, dass sich meine Befürchtungen so schnell erfüllt haben. Und meine Befürchtung, dass sie nicht das letzte Opfer bleiben wird.

Die schwarze Propaganda

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© Wladimir Jakowlew

Mich würde interessieren, ob ich gerade das Staatsgeheimnis verplappere. Ich kann mich doch an das Lehrbuch mit dem verschmierten blauen Stempel der Spezialabteilung und die Notizhefte mit den gebundenen und durchnummerierten Seiten, die zur Sicherheit noch mit den mit Wachs bearbeiteten Fäden zusammengenäht wurden.

Streng geheim.

Ich habe an der Fakultät für Journalistik der Moskauer Staatsuniversität studiert. Wir hatten den Lehrstuhl für Militärwissenschaften. In äußerster Geheimhaltung hat man uns die spezielle Kampfpropaganda unterrichtet – die Kunst, in den Reihen des Feindes Unfrieden zu stiften. Mit Hilfe der Desinformation und der Manipulation des Bewusstseins.

Schreckliche Sache, muss ich euch sagen. Ohne Witz.

Die Kampfpropaganda – oder die „Schwarz“-Propaganda erlaubt jegliche Verdrehung realer Tatsachen, mit dem Ziel, die propagandistischen Aufgaben zu erfüllen. Das ist eine effektive Waffe, die mit dem einzigen Ziel eingesetzt wird – den Verstand des Feindes hinauszujagen.

Die Methode des verrotteten Herings. Die Methode der umgekippten Pyramide. Die Methode der großen Lüge. Das Prinzip 40 zu 60. Die Methode der absoluten Offensichtlichkeit.

Alle diesen Methoden kennt ihr auch. Ihr nehmt sie einfach nicht wahr. So wie es von euch erwartet wird.

Man hat uns gelehrt, die Methoden der speziellen Kampfpropaganda gegen die Soldaten des Feindes anzuwenden. Heute werden sie gegen die friedliche Bevölkerung unseres eigenen Staates angewendet. Bereits seit zwei Jahren, während ich russische Zeitungen lese oder mir die Fernsehshows anschaue, stelle ich mit Interesse fest, dass die Leute, die den Einwurf und die Interpretierung der Nachrichten koordinieren, offensichtlich dasselbe Lehrbuch für ihre Ausbildung benutzt haben und waren bei demselben fröhlichen Oberst oder bei seinen Kollegen im Unterricht.

Zum Beispiel die Methode des verrotteten Herings. Sie funktioniert so. Man findet eine unwahre Beschuldigung. Hauptsache, sie muss maximal schmutzig und skandalös sein. Gut funktionieren, zum Beispiel, geringfügiger Diebstahl oder, sagen wir mal, Kindesmissbrauch, oder ein Mord; am besten aus Gier.

Das Ziel des „Verrotteten Herings“ besteht nicht darin, die Beschuldigung zu beweisen. Sondern darin, eine breite Erörterung, eine Diskussion darüber in den Massen anzuregen. Diskussion über Ungerechtigkeit und Unrechtfertigkeit.

Die menschliche Psyche ist so konzipiert, dass sobald die Beschuldigung zu einem Gegenstand der breiten Diskussion wird, unweigerlich erscheinen die „Unterstützer“ und die „Gegner“, die „Kenner“ und die „Experten“, überdrehte „Beschuldiger“ und laute „Beschützer“ des Beschuldigten.

Aber ohne Rücksicht auf die Einstellung der einzelnen Diskutanten, wird der Name des Beschuldigten immer und immer wieder wiederholt, somit wird der „verrottete Hering“ immer stärker in die „Bekleidung“ des Beschuldigten eingerieben, bis der „Geruch“ ihn überall verfolgt. Und die Frage „getötet-gestohlen-missbraucht oder doch nicht“ wird zur Hauptfrage bei jeder Erwähnung dieser Person.

Oder zum Beispiel die Methode 40 zu 60, die noch von Joseph Goebbels entwickelt wurde. Sie besteht darin, ein Informationsmedium zu gründen, das 60 Prozent der eigenen Informationen auf der Linie des Feindes hält. Dafür, wenn das Vertrauen des Publikums geschaffen war, hat man die restlichen 40 Prozent für die effektivste Propaganda verwendet – eben weil das Vertrauen vorhanden war. Während des zweiten Weltkriegs existierte ein Radiosender, der in der antifaschistischen Welt sehr populär war. Man hat angenommen, es wäre ein britischer Sender. Und nur nach dem Krieg wurde bekannt, dass das in Wirklichkeit ein Unternehmen von Goebbels war, das nach dem Prinzip 40 zu 60 funktionierte.

Äußerst effektiv ist auch die Methode der „großen Lüge“ – die, obwohl sie etwas der Methode des „verrotteten Herings“ ähnelt, etwas anders funktioniert. Sie besteht darin, mit maximaler Stufe der Überzeugung dem Auditorium eine so schreckliche und globale Lüge zu präsentieren, dass man kaum glauben kann, dass man darüber lügen kann.

Der Trick besteht darin, dass eine richtig „komponierte“ und gut ausgedachte „große Lüge“ beim Zuhörer oder beim Zuschauer ein tiefes emotionales Trauma auslöst, das dann für die lange Zeit die Sicht des Individuums bestimmt. Ohne Rücksicht auf die Argumente der Logik und der Vernunft. Ja sogar trotz der logischen und vernünftigen Argumentation.

Besonders gut funktionieren in diesem Sinne unwahre Beschreibungen der grausamen Quälerei der Kinder oder Frauen.

Zum Beispiel, die Nachricht über das gekreuzigte Kind, weil sie dieses tiefe emotionale Trauma hervorruft, wird auf lange Zeit die Sicht des Menschen bestimmen, der diese Information bekommen hat. Egal, wie man versuchen würde, diesen Menschen mit logischen Argumenten zu überzeugen.

Aber insbesondere hat unser fröhlicher Oberst die Methode der „absoluten Offensichtlichkeit“ gemocht, die zwar keine schnellen, dafür die zuverlässigen Ergebnisse liefert.

Statt zu beweisen, sie präsentieren etwas, wovon sie das Auditorium überzeugen möchten, als eine Selbstverständlichkeit, die ohne Wenn und Aber durch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bereits akzeptiert wird.

Obwohl die Methode sehr einfach zu sein scheint, ist sie unglaublich effektiv: die menschliche Psyche reagiert automatisch auf die Ansicht der großen Mehrheit, indem sich das Individuum dieser Mehrheit anschließt.

Man muss nur daran denken, dass die Mehrheit unbedingt überwältigend sein muss und dass die Unterstützung als absolut und bedingungslos präsentiert wird – sonst entsteht kein Effekt des Mitlaufens des Einzelnen.

Wenn jedoch diese Bedingungen erfüllt sind, dann beginnt die Anzahl der Vertreter der „Position der Mehrheit“ langsam, aber sicher wachsen. Und im Laufe der Zeit wächst sie in geometrischer Progression – vor Allem durch die Vertreter der niedrigeren Schicht der Bevölkerung – sie sind vor allem anfällig für den „Effekt des Mitlaufens“. Eines der klassischen Verfahren der Unterstützung der „absoluten Offensichtlichkeit“ ist zum Beispiel die Publikation der Ergebnisse der Umfragen, die die absolute Einheit der Bevölkerung demonstrieren. Die Methoden der „schwarzen“ Propaganda erfordern natürlich nicht, dass die Ergebnisse dieser Umfragen irgendwelche Beziehung zur Realität haben.

Ich kann fortfahren. Man hat uns ein ganzes Jahr unterrichtet; die Liste der Methoden ist ziemlich groß. Jedoch ist nicht das wichtig, sondern etwas anderes. Die Methoden der „schwarzen“ Propaganda wirken auf die Zielgruppe auf dem Level der tiefen psychologischen Mechanismen in der Weise, dass es nicht möglich ist, diese Wirkung mit logischen Begründungen aufzuheben. „Die große Lüge“ erreicht diesen Effekt mit Hilfe des emotionalen Traumas. „Die Methode der Offensichtlichkeit“ – durch den Effekt des Mitlaufens. „Der verrottete Hering“ – durch die Einarbeitung der direkten Assoziation des Opfers mit der schmutzigen skandalösen Beschuldigungen in die Zielgruppe.

Einfacher ausgedrückt, die Kampfpropaganda verwandelt den Menschen in einen Zombie, der nicht nur die in seinen Verstand implementierten Setups proaktiv unterstützt, sondern auch mit hoher Aggressivität denjenigen widerspricht, die andere Ansichten vertreten oder ihn vom Gegenteil zu überzeugen versuchen. Anders kann es auch nicht sein. Alle Methoden der Kampfpropaganda sind einem einzigen Ziel gewidmet: die Armee des Gegners zu schwächen, indem man in die Reihen dieser Armee den gegenseitigen Hass und das gegenseitige Misstrauen säht.

Und heute werden diese Methoden gegen uns angewendet. Und das Ergebnis, zu dem sie führen, ist genau das angestrebte. Nur der gegenseitiger Hass und das gegenseitige Misstrauen entstehen nicht in der gegnerischen Armee, sondern in unseren Familien.

Geht einfach raus und beobachtet, wie sich das Land in den letzten drei Jahren verändert hat. Ich habe das Gefühl, die spezielle Kampfpropaganda gegen die eigene Bevölkerung sogar einen besseren Effekt erzielen konnte. Vielleicht deswegen, dass im Gegensatz zur echten Armee, die friedliche Bevölkerung nicht in der Lage ist, sich selber zu schützen.

Wenn jeder Politiker für Arschlöcher hält, werden auch nur noch Arschlöcher Politiker.

Ein paar Gedanken zum G7-Treffen in Lübeck: Auf der Facebookseite des Auswärtigen Amtes wurde der Sinn und Nutzen des Treffens u.a. damit gerechtfertigt, dass man eng zusammenarbeiten müsse, um Konflikte wenigstens zu entschärfen. Der Anspruch, Konflikte um jeden Preis „wenigstens zu entschärfen“, verkennt meiner Meinung nach, dass dazu mindestens zwei gehören. Politik wird von Menschen gemacht und je weniger demokratisch eine Regierung ist, desto mehr wird die Politik eines Landes von dem Charakter einzelner Politiker bestimmt. Und bei denen gibt es, wie wir aus der Geschichte wissen, ein breites Spektrum. Da sich in der Praxis leider immer noch nicht gerade die wohlmeinensten und empathiefähigsten bis in die Spitze der Politik durchsetzen, darf man nicht zu viel von ihnen erwarten. Je mehr die Bürger ihre Politiker verachten oder hassen, desto schlechter wird die Auswahl derer, die noch Politik machen wollen. Diejenigen, denen es primär um Demokratie, Frieden, Menschenrechte, Völkerverständigung, Resourcenschonung und andere wichtige Werte des globalen Zusammenlebens geht, sind leider eher in der Minderheit. Das andere Extrem, Diktatoren, die nur ihren Machterhalt und ihr persönliches Wohlergehen im Sinn haben und die dafür über fünf-, sechs-, oder siebenstellige Zahlen an Leichen gehen, zum Glück auch. Aber es gibt sie immer wieder, weil die meisten Bürger, falls überhaupt, immer erst aufwachen, wenn es zu spät ist, solche Menschen daran zu hindern, ihre Macht mit blanker Gewalt zu konsolidieren. Wer in der Demokratie einschläft, wacht bekanntlich in der Diktatur auf. Ihre Namen sind bekannt. Hitler, Stalin, Mao, Pol Pot, etc. Sie sind bereit, jedes Gesetz und jeden Vertrag zu brechen, wenn sie sich auf die blanke Gewalt ihrer Armeen und Geheimdienste verlassen können. Mit ihnen Verträge auszuhandeln, kann einem im besten Fall kurzfristig etwas Luft verschaffen. So wie einer Maus, die die Katze gerade langweilt. Und zu diesen Charakteren gehört unzweifelhaft auch Wladimir Putin, der sich schon früh in den beiden charakterlich übelsten Berufsfeldern betätigt hat, die Russland zu bieten hat. Dem KGB und der Mafia. Von ihm die geringste Kompromissfähigkeit zu erwarten, die nicht seinem egoistischen oder machtpolitischem Kalkül entspringt, ist ein schwerer Fehler, den man teuer bezahlen wird. Ihm kann man nur mit Härte begegnen. Man muss ihn nicht unnötig provozieren. Aber umgekehrt kann man auch nicht die notwendige Härte unterlassen, weil jemand mit einem solchen Charakter sowieso alles als Provokation empfinden oder zumindest benennen wird, was ihn stört. Wie objektiv berechtigt, legal und legitim es auch immer sein mag.

Nein, ich hasse die Russen nicht, …

… aber Putin spielt im Moment virtuos und mit großem Erfolg auf der Erinnerungsklaviatur der Deutschen. Die Lieblingstöne, die er dabei anschlägt, sind die Dankbarkeit der Deutschen für die Einheit und das schlechte Gewissen der Deutschen wegen des Überfalls auf die Sowjetunion. Er sollte vorsichtig sein, mit dieser Klaviatur, denn sie enthält auch noch andere Töne. Einige persönliche Töne, die er bei mir angeschlagen hat und die schon nahezu im Wunsch nach Harmonie und Völkerverständigung untergegangen waren, sind nicht die wohlklingensten Töne.

Zum Beispiel fällt mir ein, dass eine Freundin kurz nach der Wende an der Spielfilmproduktion eines baltisch-russischen Drehbuchautors über die Verstrickung von Wendehälsen, russischem Militär und russischer Mafia mitarbeitete. Von behördlicher deutscher Seite wurden der Produktion alle erdenklichen Steine in den Weg geworfen. Sie verbrachte sogar mit Kollegen eine Nacht in einem russischen Militärgefängnis, weil sie auf einem nach Angaben der deutschen Behörden schon rückübereigneten russischem Manövergelände unterwegs war, was keineswegs rückübereignet war.

Mir fallen Bilder ein, auf denen in der Berliner Politik hochangesehene Anwälte auf Fotos von einer Party der Berliner Russenmafia unkenntlich gemacht wurden.

Mir fallen auch Bilder ein, von der Verladung deutscher Autos in die Militärmaschinen abziehender russischer Truppen und von diesen Autos noch mit Berliner oder Pinneberger Kennzeichen in Moskauer Autogeschäften.

Aber vor allem fällt mir auch ein, wie mit obigem Denkmal eines polnischen Künstlers von russischer und offizieller polnischer Seite umgegangen wurde. Einem Denkmal, das auch stellvertretend für meine eigene Mutter und eine Reihe weiblicher Verwandten steht, die den russischen Einmarsch in Berlin erlebten. Ich hätte also allen Grund, DIE Russen zu hassen. Ich habe es aber nicht getan, und ich tue es nicht. Ich habe als Student einige Jahre mit Russen zusammenlebt und und nur positiver Erfahrungen und Erlebnisse mit ihnen gehabt. Wir sind gemeinsam auf dem Wannsee gesegelt und haben viele feuchtfröhliche Parties zusammen gefeiert. Ich habe nach der Wende nur positive Erfahrungen mit einzelnen russischen Soldaten in Ostberlin und Potsdam gemacht. Und ich habe in Berlin lebende russischstämmige Kollegen, die ich sehr schätze und denen ich es nicht übelnehme, wenn sie sich unter den aktuellen Umständen bedeckt halten und nicht so mutig wie Wladimir Kaminer öffentlich klar Stellung beziehen. Und ich entnehme vielen Berichten, zum Beispiel über die Soldatenmütter in Russland, oder über die, die meist sofort festgenommen werden, wenn sie in Moskau nur ein kleines Schild „No War“ hochhalten, dass es „den anderen Russen“ gibt, so wie es in den 30er und vierziger Jahren „den anderen Deutschen“ gab.

Aber was soll ich mit Putin und seinen Unterstützern in der Politik und im Volk tun? Soll ich sie lieben? Soll ich Menschen lieben, die Imperialismus, Machismo, und das Recht des Stärkeren für Zeichen nationaler Größe halten? Das hatten wir schon einmal in unserer eigenen Geschichte. Soll ich Faschisten lieben?!

Redet nicht von Putintrollen!

Combatting Russian Disinformation in the 21st Century

Nennt es auch nicht Propaganda! Nennt es böswillige Verleumdung, nennt es Rufmord, nennt es Hass sähen, nennt es aufhetzen, nennt es Zersetzung oder Desinformation. Propaganda ist ein genauso inflationärer Begriff geworden, den sich jeder um die Ohren haut, wie Faschist. Aber vor allem, tut etwas! Tut etwas, Medien, tut etwas, Politiker, tut etwas, UN! Diese Hass sähende Desinformation tötet. Sie macht Menschen zu Mördern. Und mit etwas praktischer GRU-Unterstützung entzündet sie Kriege. Klärt die Menschen  auf, woran man Wahrheit erkennt, und woran Desinformation und Manipulation. Die, die das im kalten Krieg gelernt haben, haben es vergessen oder nicht weitergegeben. Hitler und Göbbels haben es offen ausgesprochen, heute scheint es eine Geheimwissenschaft von Marketingstrategen zu sein. Bei der vorgeblichen Aufklärung über Propaganda hat Russland die Deutungshoheit im Internet. Die alleinige! Es gibt keine Seite über Propaganda im Internet, in der nicht erklärt wird, dass und wie angeblich die USA die Welt belügen. Es gibt Dinge, die kann man als Wahrheit festschreiben, einfach weil sie vielfach objektiv bezeugt wurden, oder weil es handfeste Beweise dafür gibt. Kein Gericht der Welt lehnt sich zurück und sagt, wir können die Wahrheit nicht feststellen, weil es nie eine absolute Wahrheit gibt. Sie ist immer relativ. Aber sie ist oft ausreichend oder sogar perfekt belegt. Man kann nicht alles wegrelativieren. Wer das tut, will keine Wahrheit. Er will sie vertuschen. Wir brauchen also objektive Maßstäbe für die Öffentlichkeit. Dafür wäre (siehe Video) zum Beispiel ein Gremium denkbar, dass vergleichbar mit Transparency International eine Bewertung und Einstufung der Seriosität und Glaubwürdigkeit von Medien vornimmt. Mein Gedanke dazu wäre auch ein Gremium, dass in Zusammenarbeit oder untergeordnet unter UN und Internationalen Gerichtshof und in Zusammenarbeit mit den großen Menschenrechtsorganisationen eine Bewertung von Menschenrechtsverletzungen und kriegerischen Ereignissen vornimmt, auf deren Basis nationale Gerichte nach noch zu schaffenden nationalen Gesetzen strafrechtlich gegen Propaganda vorgehen können. Oder sogar international. Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, das wir schützen müssen. Aber ihr Missbrauch kann mindestens genau so gefährlich sein, wie ihre Unterdrückung. Denn er kann töten! Es muss etwas passieren. Sonst leben wir in einer von Russland regierten Welt a la Orwell. Nicht weil Russland weltweit Panzer oder Raketen stationiert hat, sondern weil es nur noch eine Realität gibt. Die, die vom russischen Wahrheitsministerium bestimmt wird.


			

Hauptziel: Zerstörung des Staates!

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Kooperationspartner von Elsässers „Souveränitätskonferenz“ 2013 war das
kremlnahe und aus Russland finanzierte Institut de la Démocratie et de 
la Coopération.

Unsere sogenannte westliche Wertegemeinschaft ist völlig schizophren geworden. Sie hat größeres Vertrauen zu Terroristen, die sie vor amerikanischen Drohnen schützen muss, zu russischen und religiösen Faschisten und zu jeglicher Art von Antidemokraten, als zu den Geheimdiensten und der Polizei ihrer eigenen demokratischen Regierungen, die sie selbst alle paar Jahre wählen und in die sie sich selbst hineinwählen lassen kann, wenn sie wollte. In jedem Uniformierten wird ein Befreier gesehen, wenn er nur nicht zur eigenen Armee oder Polizei gehört. Ein epischer ödipaler Autoritätskonflikt! Man rennt jedem Rattenfänger hinterher, wenn man damit nur der schützenden Hand des eigenen Vater Staates entkommen kann.

Entstammt das irgend einer rationalen Erkenntnis? Nein, es ist pubertäres Verhalten gegenüber dem eigenen Staat, der eigenen Wertegemeinschaft, geschürt von russischer Manipulation. Das ist nicht neu. Es ist normal und richtig, dass jede junge Generation das bestehende System hinterfragt. Neu ist, dass es keinerlei soziale Ideale oder Utopien mehr gibt. Kein Dafür. Nur noch ein Dagegen! Und noch nie wurden viele seit den 68ern relativ unpolitische Generationen so gezielt und erfolgreich agitiert. … Und noch nie seit den 1930er Jahren waren sie so dämlich!

Noch zwei Nachbemerkungen zu dem Bild oben, dass mir bei der Googlesuche nach einer passenden Illustration ins Auge stach. „…sind out“ ist eine entlarvende Formulierung. Elsässer erklärt damit die politischen Ansichten seiner Zuhörer zu einer Mode. An keinerlei Werte, Ethik oder Moral gebunden. Damit sagt er ihnen selbst ins Gesicht, für was für Schafe er sie hält. Ich brauche das also eigentlich gar nicht mehr zu tun. Auch der Begriff Montagsdemo ist eine orwellsche Unverschämtheit. Sie definiert den Begriff für eine Veranstaltung, die sich zu DDR-Zeiten gegen den Stalinismus richtete, zu einem Begriff für eine Veranstaltung für den Stalinismus um!

Hass gebiert Hass, Gewalt gebiert Gewalt und Skrupellosigkeit gebiert Skrupellosigkeit.

Vor Jahren kam mir mal leichthin der Satz in den Sinn, dass Kultur bzw. Zivilisation ein hauchdünnes Spinnennetz ist. Wenn es zerreißt, fällt man, fallen die Menschen ins Bodenlose. Ich dachte damals nicht, wie bitter sich dieser mir selbst zu pathetisch erscheinende Satz erfüllen würde. Das Gleichgewicht des Schreckens verlor seinen Schrecken, als ein US-Präsident die Fehler seines Vorgängers beheben wollte und immer deutlicher spüren ließ, dass er niemand mehr abschrecken will. Davon ermutigt begann ein kleiner KGB-Spitzel, ein von der Mafia inthronisierter komplexbeladener Gernegroß, aufgewachsen in einem Staat, der noch nie ein rechtsstaatliches System kannte und der seit Jahrhunderten mehr auf die selbstbetrügerische Darstellung seiner Größe bedacht ist, als auf das wirkliche Erreichen wirtschaftlicher und kultureller Größe, diese Netze zu zerreißen. Sein Ziel: Die Schmach der Strangulierung durch die Westmächte zu beenden, so wie sie auch Adolf Hitler im Versailler Vertrag sah. Dass die Staaten der Sowjetunion, die in die Souveränität entlassen worden waren, wirklich souverän sein wollten und nicht abhängig und politisch erpresst von Russland, ignorierte er. In der Zuwendung dieser Staaten zum wirtschaftlich verheißungsvolleren, aber vor allem weniger korrupten und demokratischeren Westen, sah er eine Bedrohung, vor allem für seine eigene Vorstellung einer transnationalen eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, die ihm, der nur Rüstungsgüter, Öl und Gas zu bieten hatte, die westlichen Märkte und Resourcen erschließen sollte. Neben diesen Zielen musste er sich bemühen, seine Macht zu erhalten. Und von den Cäsaren über Machiavelli bis zu Göring wusste man, wie man ein murrendes Volk eint. Man redet ihm ein, dass es bedroht ist und man selbst der Retter sei. Und noch eins wusste Putin von einem anderen Nazi, der auch mit G anfing.  Alle politische Macht steckt in den Medien und ihrem Missbrauch. Göbbels war ein Künstler darin, auf der Propagandaklaviatur Hass zu erzeugen. Ich vermute, Putin kennt den berühmten Satz von Silione, auch wenn er sich möglicherweise selbst nicht als Faschist wahrnimmt: Wenn der Faschismus das nächste Mal kommt, wird er nicht sagen „ich bin der Faschismus“, sondern er wird sagen „ich bin der Antifaschismus“. Er weiß mit Sicherheit auch, dass Faschist zu sein das größte gesellschaftliche Teufelsmal ist, das ein Mensch auf der Stirn tragen kann. Schlimmer als Mörder, Kinderschänder oder Vergewaltiger. Ich weiß nicht, ob schon jemand so tief in seine schwarze Seele schauen konnte, dass er weiß, ob Putin so schizophren ist und den Kampf gegen einen weitestgehend erfundenen Faschismus heraufbeschwören kann, ohne zu sehen, dass er selbst der gefährlichste, weil mächtigste Faschist ist. Möglicherweise ist er doch eher ein eiskalter Pragmatiker, der mit den rechtsnationalen Parteien in Europa kungelt, der nationalbolschewistische Ideen als Quelle für seine Ideologie bemüht, der von der Überlegenheit russischer Gene schwadroniert, der sein Volk mit eisernen Zügeln an den drei Pferden Polizei, Justiz und Geheimdienst niederreitet, wenn sein Wahrheitministerium, die Medien, mal nicht perfekt arbeitet und der sich vor allem einen Dreck um Menschenrechte und Völkerrecht schert, um seine Ziele zu erreichen. Nicht in Tschetschenien, nicht in Georgien, nicht in Syrien und nicht in der Ukraine. Und das ist nicht Leichtsinn oder ein Kavaliersdelikt. Es ist vorsätzliche Entmenschlichung und eiskalter Zynismus. Er zerreißt das Spinnennetz unserer Zivilisation. Der UN-Charta und des weltweiten humanitären Konsens seit der Hager Landkriegsordnung. Das Fundament und die Werte, die in den letzten Jahrhunderten unter vielen Opfern erkämpft wurden. Dass es noch eine knappe Hand voll geschichtlicher Figuren gibt, die ihm dabei Vorbild sein könnten, rechtfertigt absolut nichts und beschönigt nichts. Er weiß, Hass gebiert Hass, Gewalt gebiert Gewalt und Skrupellosigkeit gebiert Skrupellosigkeit. Wie ein Kettenbrief. Einmal entzündet, suchen sich die Flammen ihre Nahrung selbst. Und er säht mit einem globalen Propagandabombardement Hass, Gewalt und Skrupellosigkeit, die sich gegenseitig vervielfältigen bis er die Ernte einfahren kann. Die Giftgasraketen, die in Syrien hunderte Frauen und Kinder töteten, trugen die kyrillische Kennzeichnung eines russischen Munitionswerkes. Herr Putin macht sich nicht  selbst die Finger schmutzig. Er lässt morden! Wenn sich an allen Ecken die Leichen türmen, mit durchschnittenen Kehlen, zertrümmerten Schädeln, zerfetztem Gedärm, dann kommt der Pate Putin und lässt sich das Lokal überschreiben.

Nachtrag 11.5.14

Als ich das Obige geschrieben habe, kannte ich noch nicht diese Sätze aus Putins Autobiographie:

„Man muss in einem vaterländischen Feldzug vor allem den Sieg im Kopf haben und nicht die bedenkenvolle Fehlervermeidung. Der Kriegsverlauf kann auch unordentlich und nicht lupenrein ausfallen, es kommt auf die kühl kalkuliert erzeugte Emphase des Volkes an und nicht zwingend auf das Kriegs- oder Völkerrecht, nicht auf klar erkennbare Militärinsignien und dergleichen.“

(http://www.zeit.de/2014/13/wladimir-putin-psyche-autobiografie/komplettansicht)

Die nachprüfbaren Fakten zu dem oben Geschriebenen werden psalmartig von Putin, Lawrow, den russischen Medien und den russischen und europäischen Propagandaschreibern bestritten, sie bleiben aber alle belegbar, so sehr sich Putin auch bemüht die Geschichte von seinen Medien und Propagaschreibern auf der ganzen Welt umschreiben zu lassen.
Niemand außer Janukowitschs Staatsorganen wurde je vom rechten Sektor oder Swoboda ein Haar gekrümmt. Das wird von jedem Juden in der Ukraine bestätigt. Alle antisemitischen Vorfälle sind nach deren Meinung von Russland inszeniert.
Das Geld, das aus dem Westen in die Ukraine geflossen ist, war zum großen Teil für die dezentrale Förderung von Wirtschaftsprojekten. Soweit damit Demokratieprojekte unterstützt wurden, ist das völlig legitim in einem souveränen Land. Davon abgesehen finanziert Russland selbst sehr zweifelhafte Projekte in Europa und den USA.  In Deutschland werden damit zum Beispiel rot-braune Querfrontler wie Elsässer unterstützt, der eng mit der rechten Szene vernetzt ist.
Die tödlichen Schüsse auf dem Maidan kamen überwiegend von der Berkut. Wer die außerdem mordenden Scharfschützen waren, ist nicht geklärt. Den größten Nutzen von ihnen hätte Putin gehabt, wenn man den gut dokumentierten Vorsatz im Auge behält, die Ukraine wieder Russland einzugliedern. Ukrainische Untersuchungen weisen in diese Richtung. Vor übergelaufenen ukrainischen Einheiten in der Ostukraine soll sich der dortige Speznas-Anführer mit den Schüssen auf dem Maidan gebrüstet haben.
Janukowitsch wurde nicht „weggeputscht“. Er entzog sich seinem Amt durch Flucht und konnte demzufolge nicht auf dem verfassungsmäßigen Weg, der seine Anwesenheit erfordert hätte, abgesetzt werden. Die Übergangsregierung wurde vom alten Parlament mit klarer Mehrheit gewählt. Sie ist also völlig legitim.
Die Krim wurde von Russland überfallen und annektiert. Die russischen Truppen (andere und an anderen Orten als vertraglich zulässig) waren auf der Krim, bevor Janukowitsch um Hilfe bat, der zu diesem Zeitpunkt ohnehin nicht mehr im Amt war. Putin hat ihre für jeden halbwegs denkenden Menschen klar erkennbare Anwesenheit schließlich eingeräumt. Also haben er und die russischen Medien vorher gelogen. Er und die russischen Medien lügen auch, wenn sie sagen, dass dies keine Annexion sei. Alle international anerkannten Völkerrechtler sagen das Gegenteil. Außerdem war es ein klarer Verstoß gegen das Budapester Memorandum. Die ukrainischer Verfassung sieht außerdem weder die Kompetenz für eine Separation, noch für ein Referendum für das Krimparlament vor. Das Parlament war zum Zeitpunkt der Separation von Speznas-Einheiten besetzt, also fand sie unter Bedrohung mit Waffengewalt statt. Das Ergebnis des Referendums war gefälscht. Das wurde von Putins eigenem Menschenrechtsrat bestätigt.
Moldawien, Georgien und Estland berichten übereinstimmend von einem Anwachsen prorussischer Provokationen. Estlands Regierung erklärt, das bereits russische Provokateure ins Land eingesickert sind.
In der Ostukraine wurden Aktivisten aus Russland mit Bussen zu den prorussischen Unruhen gekarrt. In Netzwerken wurden sie nachweislich in Russland angeworben. Angestachelt und angeführt werden sie von Menschen, die beim russischen Militär oder in der Sowjetarmee gedient haben. Viele oder sogar die meisten als Speznas. Ein Teil von ihnen war vor dem Einsatz in der Ostukraine an der Annektion der Krim beteiligt. Abgehörte, teils auch veröffentlichte Gespräche, nicht nur der ukrainischen sondern auch der US-Dienste zeigen,  dass die Freilassung der Militärbeobachter von Putin gesteuert wurde. Nach Aussagen der deutschen Regierung war auch ihre Gefangennahme hochprofessionell. Andeutungen kann man entnehmen, dass ihr Aufenthalt verraten wurde.

Noch eine kleine Anmerkung: Ich habe mich hier nur nach bestem Wissen und Gewissen auf seriöse Quellen gestützt. Wem das zuviel Putin-Bashing ist, der sei daran erinnert, dass das nur ein kleiner Ausschnitt des putinschen Wirken ist. Wenn man sich auf die Verdachtsebene begibt, müssten noch ganz andere Dinge erwähnt werden. Zum Beispiel bereits das Erlangen seines Amtes. Er wurde von mafiösen Gestalten und Jelzin ins Amt geschoben.  Den notwendigen Durchbruch in der Zustimmung erreichte er allerdings erst nach dem Tschetschenienkrieg, der die Antwort auf mehrere Bombenanschlägen auf Moskauer Wohnhäuser war. Darin sollen Geheimdientler verwickelt gewesen sein. Eine Reihe der wichtigsten Zeugen der Vorgänge wurden ermordet. Putin war zu der Zeit noch Chef des Geheimdienstes.

Sehr zu empfehlen ist auch die Putin-Biographie von Masha Gessen!

Quellen

Putins Aufstieg zur Macht: https://www.youtube.com/watch?v=sLXdLMUABvU

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Putin erklärt, dass Hitler Deutschland vom Versailler Vertrag befreien musste: http://www.youtube.com/watch?v=EvsvItAWqZY

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Putin kündigt die Verwendung menschlicher Schutzschilde an: http://eng.kremlin.ru/news/6763

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Infiltration Lettlands: http://time.com/87859/latvia-putin-ukraine-baltic-russia/

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Juden verlassen die Ukraine. Die Schuld geben sie Rusland: http://mobile.wnd.com/2014/05/jews-preparing-to-evacuate-ukraine/

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Finanzierung aus dem Westen: http://www.taz.de/!132031/

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Kreml finanziert Elsässer: http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_%28Magazin%29

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Putin und die europäische Rechte: http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-in-ukraine-krise-rechtspopulisten-in-europa-stuetzen-russland-a-967155.html

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Krim/Völkerrecht/Referendum: https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/04/19/krim-annexion-und-volkerrecht/

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Krim /Speznas: https://www.youtube.com/watch?v=DUH-A3IF3h0

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Krim/Wahlfäschung: http://www.businessinsider.com/did-vladimir-putins-human-rights-council-just-publish-2014-5#!J5TMh

http://www.interpretermag.com/ukraine-liveblog-day-27-referendum-day/#2050

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Russland rekrutiert Hooligans für die Ukraine: http://www.bbc.com/news/blogs-trending-26435333

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Syrien: ab April 2011 Militäreinsatz, ab Juli FSA, Juli bis Oktober lässt Assad ca. 100 Jihaddisten frei (http://www.thenational.ae/world/syria/assad-regime-set-free-extremists-from-prison-to-fire-up-trouble-during-peaceful-uprising) und am 4 Dezember 2011 werden in Sebastopol Speznas-Einheiten nach Syrien verschifft, die am 8. Januar in Tartus eintreffen und Assad unterstützen. http://www.examiner.com/article/russian-spetsnaz-units-fighting-al-qaeda-terrorists-syria

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Die gesteuerte Geiselfreilassung: http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/osze-beobachter-ukraine-freilassung-russland-lukin?commentstart=433#cid-3606232

http://www.forbes.com/sites/paulroderickgregory/2014/05/04/intercepted-phone-calls-show-putin-called-shots-on-international-hostages/

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Die angebliche „Putschregierung“: http://www.heute.de/kiew-parlament-waehlt-jazenjuk-zum-regierungschef-32145410.html

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Die Schüsse auf dem Maidan: https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/05/05/die-schusse-vom-maidan/

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Speznas in der Ostukraine möglicherweise am Maidan-Blutbad beteiligt: http://interfax.com.ua/news/general/201437.html

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Die Hetze der russischen Medien: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article127697207/Wie-Putin-seine-Journalisten-Armee-einsetzt.html

Weitere Quellen dazu finden sich in den vorangegangenen Blogbeiträgen.

Ein kleiner Nachtrag:

Screenshot (40b) KopieBeitrag gelöscht und Account gelöscht. (wie schon häufig, auch bei harmloseren Beiträgen)

(http://www.zeit.de/politik/ausland/2014-05/wjatscheslaw-ponomarjow-slowjansk?commentstart=129#cid-3614370)

Screenshot (39a) KopieBeitrag gelöscht …

Screenshot (41a)

Spiegel, Tagesspiegel und Welt haben es in ihren Foren trotz teils mehrfacher Versuche gar nicht erst freigegeben. Ich hätte nicht gedacht, dass Tatsachen so heiß sein können, dass sie in einer Demokratie niemand veröffentlichen will. Dass Deutschland bei der Kremlpropaganda eine Sonderrolle zukommt, scheint mir auch daran ablesbar, dass ich diesen Beitrag ohne Beanstandung im Forum des österreichischen Standard posten konnte. Dort halten sich auch die Putinisten und Putingegner je nach Thema etwa die Waage. Eher überwiegen dort sogar die Putingegner. In deutschen Medienforen dagegen dürfte das Verhältnis Putinbefürworter und Putingegner etwa bei 85 zu 15 liegen. Vor wenigen Tagen erhielt ein Pro-Putin-Kommentar in der Zeit über 150 Leseempfehlungen. Bei putinkritischen Beiträgen übersteigt diese Zahl ganz selten 10.

Vielleicht bin ich ja paranoid, aber ich habe den Verdacht, dass nicht nur unser ehemaliger Bundeskanzler, der nach der Förderung des russischen Piplineprojekts mit allen Mitteln (sogar einem lächerlichen Auftritt in der Elefantenrunde) aus seinem Amt wollte um dann einen Gasprom-Aufsichtsratposten mit einem Jahressalär von einer Vietelmillionen anzunehmen, sondern auch so manche Moderatoren und/oder Redakteure vom Kreml gekauft sind. Allen voran beim Spiegel.