Mitautoren gesucht!

simplicisyphosHandy

An alle Gleichgesinnten und Ähnlichgesonnenen: Es ist sicher nicht einfach eine eigene Seite für Bürgerjournalismus von Null aus aufzubauen. Andererseits ist mir zum Beispiel Fisch und Fleisch zu unspezifisch. Ich finde, dass man eine gemeinsame Plattform für Europa, für Menschenrechte und Demokratie und gegen die putinschen Aggressionen inklusive der europäischen Rechtsausleger aufbauen sollte. Ich hoffe auf das, was man neudeutsch Synergieeffekt nennt. Und darauf, dass man gemeinsam ein Gewicht bekommt, das von anderen Medien und Politikern wahrgenommen wird und für Breitenwirkung unseres Engagements sorgt. Deshalb bitte ich alle, die in der Sache mehr als einen Facebooksatz und einen Link formulieren können und wollen, um Mitarbeit beim „Simplicisyphos“.

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ZEIT-Zeichen

Oder Zeichen der Zeit? Wie viele, die sich mit der russischen Propaganda in Deutschland und Europa beschäftigen, habe ich lange Zeit versucht, MIT Medien wie Zeit oder Spiegel zu reden. In Foren, Leserbriefen und Briefen an die Redaktionen. All das scheint erfolglos. Ich meine es ist an der Zeit, dass wir ÜBER diese Medien reden!

Wie es schon vor einiger Zeit Timothy Snider treffend formulierte: Es geht der russischen Propaganda nicht oder nur sekundär darum, Lügen zu etablieren. Es geht ihr darum, die Wahrheit abzuschaffen. Die Menschen glauben zu lassen, es gäbe keine Realität, keine Fakten, kein Richtig und Falsch im Sinne von Recht, Gesetz, Moral oder Ethik. Es gäbe nur Meinungen und diese würden von den USA manipuliert. Die USA würden alles steuern, insbesondere die deutsche „Lügenpresse“. Deshalb wird alles relativiert und deshalb werden absichtlich dutzende sich widersprechende „Wahrheiten“ in Umlauf gebracht. Das beste Beispiel ist MH-17. Da man die Lügen nicht verbergen kann, häufte und häuft man eine Lüge auf die nächste, so dass die Wahrheit, wenn sie endlich gefunden ist, nur wie eine Lüge auf einem Berg anderer Lügen aussieht. Und eigentlich schon niemand mehr interessiert. Weil in der Zeit, die inzwischen vergangen ist, keiner mehr etwas von diesem Thema hören will, wo ja dem Anschein der erweckt wurde nach, sowieso alle manipulieren.

Da man sich bei der russischen Propaganda schwer der Offensichtlichkeit der Lügen entziehen kann, ist es für sie auch wichtig den Begriff der Propaganda selbst in diese Relativierung einzubeziehen. Das wird ihr leider vom Westen leicht gemacht, der selbst laut darüber nachdenkt, ob man nicht „Gegenpropaganda“ machen sollte. Propaganda ist ein negativ besetzter Begriff. Einige assoziieren ihn vielleicht auch mit dem KGB, die meisten aber vor allem mit Goebbels. Der Westen lässt sich nur zu leicht diesen Stempel aufdrücken, statt von Aufklärung zu sprechen. Oder von Agitation oder Desinformation und Information. Vieles was die russische Propaganda betreibt, funktioniert auch nach dem Prinzip der self fulfilling Prophecy. Man schreit, der Westen mischt sich in der Ukraine ein und bekriegt die Ukraine so lange, bis der Westen sich gezwungen sieht einzugreifen. Man schreit, der Westen macht Propaganda gegen Russland, so lange, bis sich der Westen genötigt sieht, was zu tun? Genau, auch „Propaganda“ zu betreiben! Er geht in die weit offen stehende Falle, wenn er diese Begrifflichkeit bedient.

Wie das funktioniert, lässt sich schon jetzt bei dem Thema einer europäischen Gegenstrategie gegen die russische Propaganda beobachten. Herausragendes leistet dabei einmal mehr die ZEIT, die ohnehin ein Trollparadies in der deutschen Medienlandschaft darstellt, nachdem viele andere Medien auf die eine oder andere Art die russische Propaganda in ihren Foren eingeschränkt haben. Taucht man in ihr Forum ein, hat man das Gefühl sich in einem russischen Paralleluniversum zu bewegen. Aktuell gibt die ZEIT schon im Titel des Artikels die Tonart vor: „Die EU zieht in den Propagandakampf“ Noch erweitert um den Begriff „Kampf“, sieht man förmlich den „Stürmer“ vor seinem geistigen Auge. Damit bedient sie genau das, was Russland hören möchte. Und natürlich auch die zahllosen Propagandisten, die sich im Zeitforum tummeln. So viele wie die Lesempfehlungen suggerieren, werden es wohl nicht sein, auch wenn Heere von willigen unbezahlten Trollen bereitstehen, wie mein letzter Blogbeitrag belegt. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Trolle mit Mehrfachaccounts arbeiten und sich damit selbst kreuzweise liken oder empfehlen. Auch dagegen vorzugehen, zum Beispiel über IP-Kontrollen, fehlt der ZEIT-Redaktion erkennbar der Wille und das politische Verantwortungsbewusstsein. So wie sie ihr Forum offensichtlich überhaupt bereitwillig uneingeschränkt der russischen Propaganda zur Verfügung stellt. Auf Beschwerden, die sich darauf beziehen, bekommt man grundsätzlich keine Antworten, thematisiert man es im Forum selbst, wird der Account gelöscht. Ich möchte lieber nicht darüber spekulieren, ob das etwas mit ihrem Mitherausgeber Helmut Schmidt zu tun hat, dessen typisch machiavellistischen Verständnisbekundungen für Putin die Zeit kürzlich ohne jede kritische Distanz veröffentlichte. Ich scheue mich jedenfalls nicht, es so deutlich zu sagen: Meiner Meinung nach möchte die ZEIT ungestört für Putin arbeiten. Oder wie ich es mir erlaubt habe, ihr gestern ins Forum zu schreiben:

Wer heute, nach einem Jahr Informationen darüber, nach 2 demokratischen Wahlen in der Ukraine, nach Umfragen, dass weder auf der Krim noch im Donbas jemand an Russland angeschlossen werden wollte, nach den Eingeständnissen von Girkin und Putin eine gewalttätige Annexion auf der Krim durchgeführt und im Dobas begonnen zu haben, nach hunderten von Gräbern regulärer russischer Soldaten auf russischen Friedhöfen, nach gefangenengenommenen Russen mit Armeehundemarken und eindeutigen Aussagen, nach lückenlosen Beweisen für den Abschuss von MH-17 und nach endlosen Beweisen für russische Panzer, Raketen und Artillerie in der Ukraine, immer noch von Putsch, Bürgerkrieg, westlicher Kriegstreiberei oder ähnlichem schreibt, ist der Ihrer Meinung nach ein normaler deutscher Bürger mit einem IQ über 50, der Zugang zu irgendeinem Kommunikationsmittel, wie Fernseher, Zeitung, oder Internet hat? Wenn Sie das glauben, beteiligen sie sich aus abgrundtiefer Dummheit mit der Plattform des Zeitforums zu Putins Gunsten an der Demontage von EU und Demokratie. Wenn sie es nicht tun, kann man Ihnen nur politischen Vorsatz unterstellen.

 

Zeitmeinung1

Die Community-Redakteurin der ZEIT Annika Taube zum Thema Trolle in einem Interview:

http://www.srf.ch/sendungen/medientalk/medientalk-die-macht-der-trolle

Ein aktueller sehr informativer Economist-Artikel zum Thema:

http://www.economist.com/news/europe/21646756-europe-belatedly-waking-up-russias-information-warfare-aux-armes-journalistes?fsrc=scn/tw/te/pe/ed/auxarmesjournalistes

Einige ältere Erfahrungen mit der Zeit:

https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/06/06/quod-erat-demonstrandum/

https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/06/05/tote-nicht-den-boten/

https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/05/14/offener-brief-an-die-zeit/

Ein älterer Beitrag von mir zum Thema Russische Propaganda:

https://criticusnixalsverdruss.wordpress.com/2014/11/09/redet-nicht-von-putintrollen/

 

Nein, die ZEIT ist nur ein williges Propagandamedium Putins unter einer ganzen Reihe anderer. Demnächst schreibe ich sicher auch nochmal etwas über den SPIEGEL. Sinngemäß gilt für ihn das gleiche, was ich oben über die Zeit geschrieben habe. Zwar scheinen die extremen Propagandaäußerungen im Forum seit einiger Zeit etwas eingedämmt zu sein, dafür ist die Verwendung von wertenden Adjektiven und Begriffen in vielen Artikeln um so deutlicher prorussisch. Auch politisch unerwünschte Meinungen bleiben dort wesentlich offensichtlicher unveröffentlicht. Aber Kritik daran scheint fast überflüssig, der Spiegel demontiert sich schon selbst. Besonders mit den Beiträgen von Jakob Augstein, die sich auf Wege weit abseits eines demokratischen Selbstverständnisses begeben, aber auch mit solchen Titelbildern:

Frau Dr. Krone-Schmalz

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„Bei euch, ihr Herrn, kann man das Wesen gewöhnlich aus dem Namen lesen.“ Diese Dame mit der Mephisto-Frisur kann man wohl guten Gewissens als Krone der von Russland geschmierten Journalisten in Deutschland bezeichnen. Andere, wie Christoph Hörstel, haben sich freiwillig in die Abgründe der Truther-Lächerlichkeit und Putintroll-Anwerber begeben, oder versuchen wie Hupert Seipel noch erkennbar gequält den Anschein eines seriösen Journalisten aufrecht zu erhalten. Bei Frau Krone-Schmalz dagegen kann man sicher sein, dass sie weiß, dass alle wissen, dass sie von Putin korrumpiert ist, sie möchte es nur nicht öffentlich ausgesprochen haben, dass sie von Putin schon mit Orden behängt wurde und für ihre öffentlichen prorussischen Lügen z.B. über die Krimannexion von Russland bezahlt wird. Auch die unzweideutige Aussage Girkins, der die Verantwortung für die Krimsezession ausschließlich der russischen Armee zuweist und sie damit als völkerrechtwidrige Aggression entlarvt, hält Krone-Schmalz nicht davon ab, in Vorträgen weiterhin zu behaupten, dass es keine völkerrechtswidrige Annexion der Krim gegeben habe. Ihren eigenen Buchtitel „Jetzt mal ehrlich“ scheint sie für sich selbst nicht gerade als besonders richtungsweisend zu betrachten. Ihr Auftritt bzw. Fastabtritt in der Maischbergersendung war bezeichnend für ihre Arroganz, die zumindest moralisch völlig unangemessen ist. Auch sie ist ein Putin-Zombie. Nur ein höher bezahlter als die ganzen kleinen Trolle in Medienforen und sozialen Netzwerken. Sie lässt sich ihren ehemals guten Namen bezahlen. Und ihr Multiplikatoren-Faktor ist ja schließlich auch ein anderer.

krone-schmaltz-putin

 

http://www.petersburger-dialog.de/puschkin-medaille-gabriele-krone-schmalz

http://www.huffingtonpost.de/2014/11/24/krone-schmalz-putin_n_6210596.html

 

 

Was soll man von einer Fachfrau für das Aufbinden russischer Bären halten, die im Lenkungsausschuss des Petersburger Dialogs sitzt und laut der Rezension ihres letzten Buches von Sonja Margolina nichts vom Export der Demokratie und der Unterstützung der Zivilgesellschaft hält? Auch das internationale Recht sei kein Dogma, es böte genügend großen Spielraum für eigennützige Auslegung. Das klingt nicht nur menschenverachtend, sondern auch fast wörtlich wie der Faschist Alexandr Dugin, der Demokratie auch für eine beliebige Ideologie und dabei die schlechteste unter den Alternativen hält. Dass Demokratie die Grundstruktur und den Auftrag der Vereinten Nationen darstellt, scheint Frau Krone-Schmalz nicht zu tangieren. Ausweislich ihres jüngsten Buches „Russland verstehen“ ist sie selbsternannte Russland-Versteherin. Etwas, das andere Journalisten wie z.B. Boris Reitschuster inzwischen voller Verzweiflung aufgegeben haben, versuchen zu wollen. Was ich, ehrlich gesagt, nicht ganz verstehe. Eigentlich muss man nur die Russische Mafia mit KGB und NSDAP multiplizieren. Mit dem Ergebnis lässt sich fast jedes Verhalten der russischen Führung erklären und auch zielsicher prognostizieren. Ein weiterer Buchtitel von ihr „An Rußland muss man einfach glauben“, belegt, dass Frau Krone-Schmalz lieber glaubt, als wirklich zu verstehen, zu wissen, oder zu hinterfragen. Ein offenes Bekenntnis, dass sie sich der russischen Propaganda hingibt. Und ihre Doktorarbeit aus dem Jahre 1977 trägt den bemerkenswerten Titel: „Vom Kiever Reich zum Kalten Krieg. Vorstellungen von Russen und Russland im Schulfunk nach 1945″ Es müsste zwar eigentlich „Kiewer“ heißen, aber was spielt das bei einer Dissertation schon für eine Rolle. Auf jeden Fall ein Titel, der den Verdacht nahelegt, dass sie als Historikerin mit dem gleichen falschen Geschichtsbild operiert, mit dem auch Putin einen russischen Anspruch auf die Ukraine zu unterlegen versucht.
http://www.welt.de/geschichte/article135249141/Kiews-russische-Wurzeln-sind-ein-verlogener-Mythos.html

… und auch das noch aus Faust 1. Teil:

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn – und Feiertagen
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.

Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried und Friedenszeiten.

Ach ja, noch ein Tipp an die Medien, besonders die öffentlich-rechtlichen: Wenn Sie es schon nicht lassen können, Frau Krone-Schmalz regelmäßig als Anwältin eines Schwerstkriminellen und eines faschistoiden Staates Auftritte zu verschaffen, dann konfrontieren Sie sie doch beispielsweise einmal mit einem Kaliber wie Masha Gessen. Anna Politkowskaya steht ja leider nicht mehr zur Verfügung. Sie fiel dummerweise der undogmatischen Rechtlosigkeit zum Opfer.

jetztmalehrlich

 

 

Und noch einmal für die Leute, die mir immer noch unbeirrt weiter Kommentare schreiben, in denen sie mit Verve die Krimannexion bestreiten, offenbar, weil sie intellektuell nicht in der Lage sind, im obigen Artikel verlinkte Beiträge zu lesen, geschweige denn sich selbst aus seriösen Quellen zu informieren. Gehen wir es rückwärts an.

1. Die russische Zeitung Novaya Gazeta veröffentlichte vorgestern ein Strategiepapier, welches heute auch die meisten deutschen Medien aufgegriffen haben, das aus dem Umfeld Malofeews stammen und einige Zeit vor der Krimannexion dem Kreml vorgelegt worden sein soll. Es zeichnet exakt die Vorgehensweise bei der Krimannexion voraus. Von den grünen Männnchen über die Parlamentsbesetzung, die Pseudoabstimmungen bis zu den zu veröffentlichen Propagandadarstellungen und der passenden politischen Argumentation.

2. Girkin bestritt in einer Fernsehsendung, dass es irgendeine Art der Unterstützung von den Behörden der Krim gab. Er sagte, dass man die Abgeordneten für die Sezession mit Gewalt von zuhause zusammensammeln musste, keine ausreichende Zahl zusammenbekam und dass die Sezession nur dank der russischen Armee möglich war.

3. Bei Youtube sind für jedermann und jederfrau die Videos der Überwachungskameras einsehbar, die zeigen, wie schwerbewaffnete Speznaskräfte das Krimparlament stürmen, umfangreiches Equipment hereinschleppen, Sicherheitskräfte entwaffnen und sich an den Computern zu schaffen machen.

4. Der russische Menschenrechtsrat hat das sogenannte Referendum für nicht rechtsgültig erklärt.

5. Es gibt mehrere Videos von Krimbewohnern, die zeigen, wie vor der Besetzung Militärfahrzeuge mit russischen Kennzeichen Positionen an strategisch wichtigen Punkten beziehen.

6. Putin selbst hat eingeräumt, dass russisches Militär an der Besetzung und Sezession beteiligt war. Er hat sogar auf einer Pressekonferenz zusammen mit der Übergabeforderung für militärische ukrainische Einrichtungen mit dem Einsatz menschlicher Schutzschilde gedroht.

Nachtrag 9.03.2015 Putin bestätigt die Annexion der Krim: http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-03/putin-krim-annexion

7. Es gibt eine Liste von mindestens vier international renomierten Völkerrechtlern, die das russische Vorgehen bereits im April letzten Jahres für eindeutig völkerrechtswidrig erklärt haben. Der einzige der öffentlich widersprochen hat, Herr Merkel, ist kein Völkerrechtler sondern Strafrechtler, hat wichtige bereits bekannte Punkte bei seiner Bewertung unterschlagen und ist bereits vorher durch fragwürdig gesinnungsorientierte juristische Bewertungen polischer Vorgänge aufgefallen. Das Gleiche gilt für Schachtschneider, der für seine juristisch unhaltbare Sicht der Demokratie und seine Mitgliedschaft und Mitarbeit in wechselnden rechtsextremen Parteien und Organisationen wie NPD und FPÖ bekannt ist. Auch die Vergleichbarkeit mit dem immer wieder gerne herangezogene Völkerrechtsfall Kosovo wurde oft genug juristisch eindeutig widerlegt.

8. Sowohl eine Analyse Anton Shekhovtsov wie auch eine des österreichischen Verteidigungsministerium aus dieser Zeit belegen, dass nicht nur die Krim sondern die ganze Ukraine spätestens seit Ende der neunziger Jahre von der russischen Führung als integraler Bestandteil Russlands betrachtet wurde, der wieder an Russland angeschlossen werden sollte.

9. Schon im März 2014 gab es Aussagen von Personen aus verantwortlichen russischen Kreisen, die von einer konkreten Planung der Krim-Annexion seit Mitte der 2000er Jahre sprachen.

10. Putins Rechtfertigungen sind völlig inkonsistent. Mal rechtfertigt er die Annexion, die ja eigentlich keine Annexion sein soll, mit dem amerikanischen Raketenschutzschild, der nie errichtet wurde, aber schon für die russische Rechtfertigung der Stationierung von Atomraketen in Kaliningrad herhalten musste. Ein anderes Mal war die Revolution gegen Janukowitsch, die Putin einen Putsch nennt, um eine amerikanische Beteiligung zu suggerieren, Grund, die Krim vor einem befürchteten Zugriff des Westens zu sichern und russischsprachige Ukrainer zu schützen. Wieder ein anderes Mal kommt er mit geschichtsverfälschenden historischen Begründungen, dass die Krim und eigentlich ganz „Novorussia“ zu Russland gehöre. Besonders bemerkenswert war Putins Zynismus bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf das Budapester Memorandum. Wenn es wirklich kein Putsch, sondern eine Revolution in Kiew gewesen sei, würde es sich um einen neuen Staat handeln, mit dem es keine bindenden Verträge gäbe, also auch kein Budapester Memorandum.

Wenn ein minder- oder mittelintelligenter Putintroll in Facebook oder im Spiegelforum all diese Fakten beharrlich ignoriert, wirkt es lächerlich oder ärgerlich. Wenn eine promovierte Historikerin mit Professorentitel und Lehrauftrag sie ignoriert, kann man bei ihr nur von böswilligem politischem Vorsatz ausgehen.

http://dialogical-humanities.uni-goettingen.de/de/2015/03/02/russland_verstehen/

Nachtrag

9.3.2015 Nach einer aktuellen Zeitungsumfrage würden 60% der Krimbewohner gerne zur Ukraine gehören und nur 19% zu Russland: https://translate.google.de/translate?sl=auto&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fwww.unian.net%2Fsociety%2F1053270-bolee-60-kryimchan-hotyat-obratno-v-ukrainu-opros-gazetyi-okkupantov.html&edit-text=

 

How Russia Defeated Western Journalism

reblogged from
spiegelspiegel
Do you think that the government in Ukraine was overthrown in a violent, Western-backed putsch, and the new government in Kyiv is dominated by far-right radicals? Do you suspect that the downing of MH17 was orchestrated by a Kyiv „junta“ to garner support for military intervention in Ukraine by the West? Do You think that there has been no armed intervention by the Kremlin in the conflict in eastern Ukraine, with tanks and mercenaries and regular units of the Russian army, and that the war is a purely domestic Ukrainian affair? Do you think that the volunteer battalions fighting on the behalf of the Kyiv government are, to a man, neo-Nazi fascists, hell-bent on subjugating the people of eastern Ukraine, and forcing them to speak Ukrainian rather than Russian?Then you’ve been hoodwinked by Kremlin propaganda.

Don’t feel too ashamed though: you’ve been misled by the most sophisticated propaganda machine that the world has ever seen – one that attacks, undermines and emasculates a key source of information that you may rely on: the Western media. As a small part of that media, I’m partly to blame for your being misled, so I owe it to you to explain as best I can how this happened.

The Kremlin propagandists have achieved this propaganda coup in three ways:

1. Undermining the credibility of Western journalism, or the journalism practiced in democracies. In Russia, and other autocratic regimes, the media serve the purposes of the state. There is no conception of the media as a „Fourth Estate“ that is in effect as separate and equal part of government, performing an overseeing role that protects democracy. Why should the media perform such a role when there is no democracy to protect? Instead, in authoritarian states, the media are an arm of government, a propganda appendage, who pass only the government-approved message. By extension, it is assumed, wrongly, by the people who live under autocratic regimes, that the Western media serve exactly the same role. The reporting of Western journalists is thus undermined, with journalists being equated to agents of their governments, and thought of as nothing better than propagandists or spies. This wooly thinking even infects the well-meaning but naive liberal left in the West, who (rightly) distrust their own governments, but (wrongly) won’t believe their own media. Meanwhile, the „journalists“ of an authoritarian state like Russia can be found in places like Ukraine advancing the goals of their state through their „reporting.“

2.  Understanding and expoliting the „Golden Rules“ of journalism. The Kremlin propagandists know very well that Western journalists value their integrity, and that none of them wants to compromise it. None of them wants to make an error that will dent their reputation, and thus their career. The Kremlin propagandists know that Western journalists are risk-averse when it comes to reporting – they know that while each one of them is desperate to get the story FIRST, it must also be CORRECT. Mistakes will haunt you long after the story has broken and the brief glory of the breaking story has faded. This risk-aversion can be expolited by simply tearing off the shoulder patch of a Russian soldier. Western journalists can no longer report „Russian soldiers are in the process of annexing Crimea.“ They can’t identify the soldiers for sure – they can’t risk being wrong, even though it’s completely obvious, even to themselves, who these soldiers are. Ditto unmarked Russian T-72 tanks in Ukraine. They can’t report what they know personally to be the truth.

3. Setting up „alternative media“ that pretend to be paragons of Western media values. The Russian Kremlin propaganda channel RT (formerly Russia Today) has been set up to promote the Russian government’s propaganda in a way soothingly familiar to a Western audience. It employs young, pretty, cash-hungry journalists from Western countries, who are almost entirely lacking in a sense of journalistic ethics, to mouth the word of the Kremlin in a way that sounds acceptable to a Western audience. When presented with a channel like RT, a Westerner might assume that this is a bona fide news organization, that follows the rules of Western journalism, when in fact it is a propaganda machine that will not hesitate to promulgate the most absurd and outrageous lies in the interests of its masters, and will only retract them, in an insincere face-saving exercise, if it steps so far beyond the bounds of the credible that it cannot even convince its own fact-challenged staff that it was reporting accurately. 

Absurd though it seems, these are the reasons I cannot tell you on the radio tonight some things that I know personally to be true: There never was a rebellion in Ukraine: it was fomented by Russian intelligence operatives – most people in eastern Ukraine never supported the separatists. The reason the Ukrainian army has suffered reverses in the last two weeks is because Russia sent in massive quantities of men and materiel to stop the „rebels“ from losing. MH17 was almost certainly shot down by a BUK anti-aircraft missile, operated by Russians. And the „ceasefire“ is almost certainly a ruse to wrong foot the West and the Ukrainian government into lowering its guard ahead of further Russian intervention in Ukraine, and then further afield.

I can’t tell you all that because the Kremlin propagandists will assault my every claim with obfuscation, confusion and denial, and their account will be broadcast in the Western media, who „seek the other side of the story,“ and give it equal airtime, as if this other side of the story is not the outright lies and propaganda that it actually is.

That is why Russian propaganda has defeated Western journalism. Now: what are we going to do about it?