Sieg über die Ratten

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Aus „Der Partisan“, Zeit-Artikels über die Putin-Biografie „Aus erster Hand“

„Die Familie lebte nach dem Krieg in einer Vorstadt St. Petersburgs in ärmlichen Verhältnissen, hier habe Putin verstanden, was es heiße, „in die Enge“ getrieben zu werden: „Im Aufgang hausten Ratten. Meine Freunde und ich jagten sie immer mit Stöcken. Einmal entdeckte ich eine riesige Ratte und begann mit der Verfolgung, bis ich sie in die Ecke getrieben hatte. Nun konnte sie nicht mehr entkommen. Da bäumte sie sich plötzlich auf und ging auf mich los. Das geschah völlig unerwartet, und ich war einen kurzen Moment geschockt. Jetzt hatte sie den Spieß umgedreht und jagte mich! Sie sprang über die Treppenstufen nach unten. Ich war aber doch schneller und schlug ihr die Tür vor der Nase zu.“

… „Natürlich war ich ein Rowdy und kein Pionier (…) Ich war wirklich ein Gassenjunge.“ Aber einer, der im Laufe der Jahre den Nahkampf durchaus verfeinert, um in der Schule „der Anführer zu sein“

… Einmal, erinnert sich Putin, habe er gegen einen amtierenden Weltmeister gekämpft und nur knapp verloren: „Bei schmerzhaften Handgriffen kann im Judo ein Aufschrei als Signal für eine Kapitulation gedeutet werden. Als er einen solchen schmerzhaften Griff ausführte – er verdrehte mir das Ellbogengelenk –, wurde der Kampf abgebrochen. Der Schiedsrichter hatte den Eindruck, dass ich irgendwelche dumpfen Laute von mir gegeben hatte.“ Deshalb habe sein Gegner schließlich gesiegt.“

 

 

Aus „Der Schüler Adolf Hitler – ein lebenslanger Amoklauf“

„In seiner neuen Klasse, die schon seit mehreren Jahren zusammen ist, findet Adolf keinen richtigen Anschluss. Er ist Außenseiter und wirkt verschlossen.

Ab und an versucht er durch provokatives Störverhalten auf sich aufmerksam zu machen. So zum Beispiel, als ihn der Französisch-Lehrer König, der wegen eines Sprachfehlers das H nicht aussprechen kann, in einer Unterrichtsstunde aufruft und Adolf darauf nicht reagiert. Danach gefragt, warum er sich verweigert, antwortet der Opponent: „Ich heiße nicht Itler, ich heiße Hitler, Herr Professor!“ Die Zeit außerhalb des Unterrichts verbringt Adolf meist in seinem Zimmer am Grünmarkt, wo er schmökert, zeichnet oder mit einem Flobert-Gewehr vom Fenster aus auf Ratten schießt.“

… „Als ungerecht empfindet er die Deutsch-Note. Noch Jahrzehnte später gerät er über den Deutschlehrer, es war der Jude Robert Siegfried Nagel, in Rage: „Dieser Idiot von Professor hat mir die deutsche Sprache verekelt, dieser Stümper, dieser kleine Knirps: Ich würde nie richtig einen Brief schreiben können! Stellen Sie sich das vor! Mit einem Fünfer, ausgestellt von diesem Trottel, hätte ich nie Techniker werden können.“

Die schwarze Propaganda

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© Wladimir Jakowlew

Mich würde interessieren, ob ich gerade das Staatsgeheimnis verplappere. Ich kann mich doch an das Lehrbuch mit dem verschmierten blauen Stempel der Spezialabteilung und die Notizhefte mit den gebundenen und durchnummerierten Seiten, die zur Sicherheit noch mit den mit Wachs bearbeiteten Fäden zusammengenäht wurden.

Streng geheim.

Ich habe an der Fakultät für Journalistik der Moskauer Staatsuniversität studiert. Wir hatten den Lehrstuhl für Militärwissenschaften. In äußerster Geheimhaltung hat man uns die spezielle Kampfpropaganda unterrichtet – die Kunst, in den Reihen des Feindes Unfrieden zu stiften. Mit Hilfe der Desinformation und der Manipulation des Bewusstseins.

Schreckliche Sache, muss ich euch sagen. Ohne Witz.

Die Kampfpropaganda – oder die „Schwarz“-Propaganda erlaubt jegliche Verdrehung realer Tatsachen, mit dem Ziel, die propagandistischen Aufgaben zu erfüllen. Das ist eine effektive Waffe, die mit dem einzigen Ziel eingesetzt wird – den Verstand des Feindes hinauszujagen.

Die Methode des verrotteten Herings. Die Methode der umgekippten Pyramide. Die Methode der großen Lüge. Das Prinzip 40 zu 60. Die Methode der absoluten Offensichtlichkeit.

Alle diesen Methoden kennt ihr auch. Ihr nehmt sie einfach nicht wahr. So wie es von euch erwartet wird.

Man hat uns gelehrt, die Methoden der speziellen Kampfpropaganda gegen die Soldaten des Feindes anzuwenden. Heute werden sie gegen die friedliche Bevölkerung unseres eigenen Staates angewendet. Bereits seit zwei Jahren, während ich russische Zeitungen lese oder mir die Fernsehshows anschaue, stelle ich mit Interesse fest, dass die Leute, die den Einwurf und die Interpretierung der Nachrichten koordinieren, offensichtlich dasselbe Lehrbuch für ihre Ausbildung benutzt haben und waren bei demselben fröhlichen Oberst oder bei seinen Kollegen im Unterricht.

Zum Beispiel die Methode des verrotteten Herings. Sie funktioniert so. Man findet eine unwahre Beschuldigung. Hauptsache, sie muss maximal schmutzig und skandalös sein. Gut funktionieren, zum Beispiel, geringfügiger Diebstahl oder, sagen wir mal, Kindesmissbrauch, oder ein Mord; am besten aus Gier.

Das Ziel des „Verrotteten Herings“ besteht nicht darin, die Beschuldigung zu beweisen. Sondern darin, eine breite Erörterung, eine Diskussion darüber in den Massen anzuregen. Diskussion über Ungerechtigkeit und Unrechtfertigkeit.

Die menschliche Psyche ist so konzipiert, dass sobald die Beschuldigung zu einem Gegenstand der breiten Diskussion wird, unweigerlich erscheinen die „Unterstützer“ und die „Gegner“, die „Kenner“ und die „Experten“, überdrehte „Beschuldiger“ und laute „Beschützer“ des Beschuldigten.

Aber ohne Rücksicht auf die Einstellung der einzelnen Diskutanten, wird der Name des Beschuldigten immer und immer wieder wiederholt, somit wird der „verrottete Hering“ immer stärker in die „Bekleidung“ des Beschuldigten eingerieben, bis der „Geruch“ ihn überall verfolgt. Und die Frage „getötet-gestohlen-missbraucht oder doch nicht“ wird zur Hauptfrage bei jeder Erwähnung dieser Person.

Oder zum Beispiel die Methode 40 zu 60, die noch von Joseph Goebbels entwickelt wurde. Sie besteht darin, ein Informationsmedium zu gründen, das 60 Prozent der eigenen Informationen auf der Linie des Feindes hält. Dafür, wenn das Vertrauen des Publikums geschaffen war, hat man die restlichen 40 Prozent für die effektivste Propaganda verwendet – eben weil das Vertrauen vorhanden war. Während des zweiten Weltkriegs existierte ein Radiosender, der in der antifaschistischen Welt sehr populär war. Man hat angenommen, es wäre ein britischer Sender. Und nur nach dem Krieg wurde bekannt, dass das in Wirklichkeit ein Unternehmen von Goebbels war, das nach dem Prinzip 40 zu 60 funktionierte.

Äußerst effektiv ist auch die Methode der „großen Lüge“ – die, obwohl sie etwas der Methode des „verrotteten Herings“ ähnelt, etwas anders funktioniert. Sie besteht darin, mit maximaler Stufe der Überzeugung dem Auditorium eine so schreckliche und globale Lüge zu präsentieren, dass man kaum glauben kann, dass man darüber lügen kann.

Der Trick besteht darin, dass eine richtig „komponierte“ und gut ausgedachte „große Lüge“ beim Zuhörer oder beim Zuschauer ein tiefes emotionales Trauma auslöst, das dann für die lange Zeit die Sicht des Individuums bestimmt. Ohne Rücksicht auf die Argumente der Logik und der Vernunft. Ja sogar trotz der logischen und vernünftigen Argumentation.

Besonders gut funktionieren in diesem Sinne unwahre Beschreibungen der grausamen Quälerei der Kinder oder Frauen.

Zum Beispiel, die Nachricht über das gekreuzigte Kind, weil sie dieses tiefe emotionale Trauma hervorruft, wird auf lange Zeit die Sicht des Menschen bestimmen, der diese Information bekommen hat. Egal, wie man versuchen würde, diesen Menschen mit logischen Argumenten zu überzeugen.

Aber insbesondere hat unser fröhlicher Oberst die Methode der „absoluten Offensichtlichkeit“ gemocht, die zwar keine schnellen, dafür die zuverlässigen Ergebnisse liefert.

Statt zu beweisen, sie präsentieren etwas, wovon sie das Auditorium überzeugen möchten, als eine Selbstverständlichkeit, die ohne Wenn und Aber durch die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bereits akzeptiert wird.

Obwohl die Methode sehr einfach zu sein scheint, ist sie unglaublich effektiv: die menschliche Psyche reagiert automatisch auf die Ansicht der großen Mehrheit, indem sich das Individuum dieser Mehrheit anschließt.

Man muss nur daran denken, dass die Mehrheit unbedingt überwältigend sein muss und dass die Unterstützung als absolut und bedingungslos präsentiert wird – sonst entsteht kein Effekt des Mitlaufens des Einzelnen.

Wenn jedoch diese Bedingungen erfüllt sind, dann beginnt die Anzahl der Vertreter der „Position der Mehrheit“ langsam, aber sicher wachsen. Und im Laufe der Zeit wächst sie in geometrischer Progression – vor Allem durch die Vertreter der niedrigeren Schicht der Bevölkerung – sie sind vor allem anfällig für den „Effekt des Mitlaufens“. Eines der klassischen Verfahren der Unterstützung der „absoluten Offensichtlichkeit“ ist zum Beispiel die Publikation der Ergebnisse der Umfragen, die die absolute Einheit der Bevölkerung demonstrieren. Die Methoden der „schwarzen“ Propaganda erfordern natürlich nicht, dass die Ergebnisse dieser Umfragen irgendwelche Beziehung zur Realität haben.

Ich kann fortfahren. Man hat uns ein ganzes Jahr unterrichtet; die Liste der Methoden ist ziemlich groß. Jedoch ist nicht das wichtig, sondern etwas anderes. Die Methoden der „schwarzen“ Propaganda wirken auf die Zielgruppe auf dem Level der tiefen psychologischen Mechanismen in der Weise, dass es nicht möglich ist, diese Wirkung mit logischen Begründungen aufzuheben. „Die große Lüge“ erreicht diesen Effekt mit Hilfe des emotionalen Traumas. „Die Methode der Offensichtlichkeit“ – durch den Effekt des Mitlaufens. „Der verrottete Hering“ – durch die Einarbeitung der direkten Assoziation des Opfers mit der schmutzigen skandalösen Beschuldigungen in die Zielgruppe.

Einfacher ausgedrückt, die Kampfpropaganda verwandelt den Menschen in einen Zombie, der nicht nur die in seinen Verstand implementierten Setups proaktiv unterstützt, sondern auch mit hoher Aggressivität denjenigen widerspricht, die andere Ansichten vertreten oder ihn vom Gegenteil zu überzeugen versuchen. Anders kann es auch nicht sein. Alle Methoden der Kampfpropaganda sind einem einzigen Ziel gewidmet: die Armee des Gegners zu schwächen, indem man in die Reihen dieser Armee den gegenseitigen Hass und das gegenseitige Misstrauen säht.

Und heute werden diese Methoden gegen uns angewendet. Und das Ergebnis, zu dem sie führen, ist genau das angestrebte. Nur der gegenseitiger Hass und das gegenseitige Misstrauen entstehen nicht in der gegnerischen Armee, sondern in unseren Familien.

Geht einfach raus und beobachtet, wie sich das Land in den letzten drei Jahren verändert hat. Ich habe das Gefühl, die spezielle Kampfpropaganda gegen die eigene Bevölkerung sogar einen besseren Effekt erzielen konnte. Vielleicht deswegen, dass im Gegensatz zur echten Armee, die friedliche Bevölkerung nicht in der Lage ist, sich selber zu schützen.

Wenn das Großhirn zum Kleinhirn wird

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Seit den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Angst vor amerikanischen Regierungsorganisationen einen festen Platz im klinischen Bild der paranoiden Schizophrenie. Ein anschauliches Beispiel ist das in dem Film „A Beautiful Mind“ dargestellte Krankheitsbild des Mathematikers John Nash. In allen Lebenslagen fühlen sich Menschen verfolgt und abgehört. Selbst im Bett oder auf der Toilette. Aktuell nimmt diese Erkrankung allerdings besonders in Deutschland epidemische Formen an. Deshalb plädiere ich dafür, dass US-Paranoia als eigenständige, chronische Erkrankung anerkannt wird. Sie führt zu starker intellektueller Flatulenz, ist hochgradig infektiös und nur in den seltensten Fällen heilbar oder regressiv. Sie ist nahezu therapieresistent, weil es fast immer an jeglicher Compliance der Erkrankten fehlt. Die Patienten verlieren jede Orientierung und jeden Halt eines Koordinatensystems von ethischen oder moralischen Werten, wenn sie ein Stadium erreicht haben, in dem sie sich vollständig in ihre Selbstwahrnehmung als Opfer zurückgezogen haben. Aus dieser Position lässt sich jede eigene Aggression als Verteidigung rechtfertigen. Ob dieses Wertesystem, das initial meist zumindest rudimentär vorhanden ist, vorher durch Kirche, Staat oder Gesellschaft anerzogen wurde oder sich durch eigene Erfahrungen etablierte, spielt dabei keine nennenswerte Rolle. Schon die kleinste Konfrontation auch nur mit Symbolen des Objekts ihrer Paranoia löst unberechenbare und impulsive proaktive Reaktionen aus, die man auch als singuläre, vom Auslöser nahezu vollständig abgekoppelte Aggressionen betrachten kann. Der Auslöser ihrer paranoiden Attacken wird damit zu einem marginalen Alibielement ihrer Aggressionen. Fühlt sich beispielsweise ein Patient , der sich durchaus selbst als links einschätzt, durch den US-Kapitalismus bedroht, kann man Aussagen wie „Schade, dass Hitler nicht auch alle Rothschilds vergast hat“ hören oder lesen.

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Das Krankheitsbild geht häufig nahtlos in die Manifestation einer politischen Amnesie über. Politische Entwicklungen, die jedem unabhängigen Medium zu entnehmen waren und sind, werden partiell völlig aus dem Bewusstsein ausgeblendet und ihre Existenz wird aus scheinbar tiefster Überzeugung geleugnet, wenn sie mit der US-Paranoia intellektuell nicht vereinbar sind. Dringt man in tiefere kognitive Ebenen vor, zeigt sich, dass die Ausblendung nicht, wie man vermuten könnte, bereits bei der Rezeption des Zeitgeschehens geschieht, sondern dass die Informationen durchaus aufgenommen werden. Hinterfragt man nämlich die paranoiden Darstellungen der Patienten, bekommt man Fantasiedarstellungen der Patienten zu hören, die versuchen ihre Paranoia in Formen, die manchmal bis in den Bereich schizoider Widersprüchlichkeit reichen, mit den realen Ereignissen in Einklang zu bringen. Diese Fantasiedarstellungen zeigen eindeutig, dass in einer tieferen, verdrängten Bewusstseinsebene sehr exakte Kenntnisse bereitstehen, um in diese Projektionen integriert zu werden.

Eine weitere Form, der Konfrontation mit der Realität aus dem Wege zu gehen, ist das entschlossene Negieren der Existenz unabhängiger Medien. Alles was nicht die eigene Paranoia bestätigt, wird als Lügenpresse bezeichnet. Ein globales Informationsnetz nicht nur von politisch unabhängigen professionellen Journalisten, Zeitungen, Fernsehanstalten und Nachrichtenagenturen, sondern auch von humanitären Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch, Ärzte ohne Grenzen oder dem Roten Kreuz wird pauschal als vom US-Kapitalismus gesteuert betrachtet und an deren Stelle sucht sich der Patient Informationen die seine gewünschte „Wahrheit“ enthalten aus Blogs und Youtube-Kanälen zusammen, in denen sich gleichgelagerte Fälle gegenseitig in ihrem Krankheitsbild bestätigen und verstärken. Auf diese Weise entwickelt sich mit wachsender Dynamik eine Massenpsychose, wie man sie aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts kennt.

Ähnlich der Pharmaindustrie gibt es auch Medien, die besonders gut daran verdienen, die Bedürfnisse dieser Patienten zu decken, und dabei ihrer Krankheit selbstinduzierend ständig neue Nahrung zu liefern. Gibt man beispielsweise bei Google die Begriffe „NSA“, „Waffenlobby“ und „Kapitalismus“ ein, ist die erste Fundstelle nicht, wie man vermuten könnte, die Internetseite der Linken, eine von Marxisten, Sozialisten, oder Russia Today, sondern die des SPIEGEL. Einer Zeitung, die seit Jahren keinen Tag vergehen lässt, an dem sie nicht mehrere Online-Artikel mit Horrorgeschichten über die USA veröffentlicht und die sich gierig auf das Snowden-Material stürzte, dass Greenwald ihr anbot. Das Material reichte, um über mehr als ein halbes Jahr täglich bis zu sieben, acht oder noch mehr Artikel über die NSA zu schreiben. In dieser ganzen Zeit erschienen zwei oder drei Berichte über vergleichbare Aktivitäten Russlands, wie Forenbots, Trollfarmen, oder die lückenlose Überwachung aller Onlinedaten, egal ob Forum, Blog, Website oder Mailverkehr. Das I-Tüpfelchen auf dem Antiamerikanismus des SPIEGEL sind allerdings die teils haarsträubend antisemitischen Kommentare von Augstein. Man darf Augstein getrost als ebenfalls schwer erkrankt betrachten. Ein Medium von Kranken für Kranke! Wer eine noch höhere Dosierung benötigt, erhält sie, wenn er direkt zu Augsteins FREITAG greift. Dort werden die Beiträge gleich von einer ganzen Reihe Querfrontlern bestritten. Wenn sich nicht hinter manchen Autoren wie z.B. einem „Springstein“ Jakob Augstein selbst verbirgt.

Das Opferschema

Wir haben Dich doch lieb, Putin!

Siehst Du Putin, ich schmeiße alle meine Waffen weg. Nein, ich würde Dich nie angreifen, auch wenn Du mich zusammenschlägst.

Ich weiß doch, dass Du nicht lügst.

Siehst Du, ich mische mich auch nicht ein, wenn Du meine Freundin zusammenschlägst.

Ich gebe ihr keine Waffen, was denkst Du denn von mir!

Nein, ich passe auch auf, dass ihr sonst keiner welche gibt.

Ich kümmere mich auch darum, dass sie sich nicht wehrt, versprochen.

Wir machen einen Vertrag, ok? Du brauchst Dich ja nicht dran zu halten.

Du siehst ja, ich will trotzdem mit Dir reden.

Nein, ich hasse Dich trotzdem nicht.

Wir brauchen uns doch gegenseitig!

Nein, keine Angst, auch wenn Du meine Freundin zusammenschlägst will ich noch mit Dir reden und Dein Freund bleiben.

Du bist ein schwieriger Freund, naja, ein bisschen, aber Freunde können Schwierigkeiten immer überwinden, sonst wären wir doch keine Freunde.

Ja, bestimmt, mach wie Du denkst.

Infowar

Als ich als Jugendlicher anfing etwas über den Nationalsozialismus zu lernen und welche zentrale Rolle Propaganda, Göbbels, UFA-Filme, Zeitungen und Volksempfänger bei Aufstieg und Machterhalt der Nazis spielten, dachte ich mit einem sehr mulmigen Gefühl daran, was skrupellose Machtpolitiker wie sie wohl heutzutage mit dem Fernsehen anrichten könnten. Als das Internet in jeden Haushalt einzog, tauchte dieser Gedanke mit noch größerem Schrecken im Hinterkopf auf. Völlig neutral! Noch einmal in Deutschland, eine Art McCarthy Regierung in den USA, oder in China oder Russland. Genau diese Horrorvorstellung erfüllt sich jetzt. Ein skrupelloser Diktator, der alle medialen Möglichkeiten zynisch für seine Zwecke gebraucht. Missbraucht darf man nicht einmal sagen, weil es ein liberales Medium für die freie Meinungsäußerung aller Weltbürger zu sein vorgibt, obwohl es in vielen Staaten fleißig zensiert und überwacht wird. Jedenfalls aber in den Augen der westlichen Netzgemeinde. Dass sich jemand nicht an ihre Netiquette hält, die freie Meinungsäußerung ohne jeden Skrupel manipuliert, so wie es Hitler einmal mit schlimmen Folgen im relativ viel kleineren Stil mit seinen Möglichkeiten tat, geht über die Vorstellungskraft der Netzgemeinde, für die Demokratie eine solche Selbstverständlichkeit ist, wie das Frühstück, das Mama jeden Morgen auf den Tisch gestellt hat. Deshalb kann für sie nicht sein, was nicht sein darf. Was aus dieser eckigen Scheibe kommt, ist für viele realer und glaubwürdiger als das, was sie auf der Straße erleben. Egal, ob Computermonitor oder Fernseher.

Der massive russische Missbrauch von Fernsehen und Internet zu Propagandazwecken ist in meinen Augen eine gravierende und nachhaltigere Gefahr als 9/11. Er wird unsere Welt stärker umkrempeln als diese Terroranschläge. Denn wir müssen uns damit auseinandersetzen, dass Manipulation mit den Mitteln der heutigen Medien Massenmord ermöglicht. So wie ein Sektenführer einer gehirngewaschenen Gemeinde erzählen kann, dass sie Selbstmord begehen soll weil der jüngste Tag gekommen ist, so kann ein Soziopath wie Putin Ostukrainern und russischen Söldnern erfolgreich einreden, dass nur blutgierige „Faschisten“ in der Ukraine lauern, die man mit allen Mitteln vernichten muss. Und das ist nur eine kleine Kostprobe seiner Möglichkeiten. Sollte er gegen Natostaaten vorgehen, worauf vieles, vor allem beim Baltikum hinweist, dann wird es uns wie Schuppen von den Augen fallen, wie viele von ihm kontrollierte Zombies in den Büros unserer Universitäten und Parteien sitzen. Aber vor allem in allen Ebenen der Fernsehanstalten und in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs des Internets. Alles was wir im Moment erleben weist darauf hin, dass wir uns selbst maßlos überschätzen, wie aufgeklärt und geimpft wir gegen diese Manipulation sind. Jeder Marketingpsychologe kann uns erklären und belegen, dass Manipulation auch bei Menschen funktioniert, die glauben, dass sie ihr nicht erliegen würden. Und genug Meinungsumfragen belegen, dass auch Putins Propaganda in Europa wirkt. Besonders in Deutschland, das glaubt nach dem Nationalsozialismus auf keinen Fall mehr anfällig zu sein.

http://www.tagesschau.de/ausland/weltspiegel-russland-ukraine-101.html

Wer ist Putin?

Der Partisan

http://www.zeit.de/2014/13/wladimir-putin-psyche-autobiografie

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Putin – Mensch und Macht – Psychogramm eines Straßenjungen

https://tomasspahn.wordpress.com/2014/03/04/putin-mensch-und-macht-psychogramm-eines-strasenjungen/

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Russia: Why The Chekist Mind-Set Matters

http://www.rferl.org/content/article/1078954.html

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Putin loves TV and does not understand the economy.

https://translate.google.de/translate?sl=ru&tl=en&js=y&prev=_t&hl=de&ie=UTF-8&u=http%3A%2F%2Fnvua.net%2Fworld%2Fon-lyubit-televizor-i-ostrye-karandashi-byvshiy-bankir-kremlya-rasskazal-o-putine-19331.html&edit-text=

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Yuri Felschtinskij- Der grosse Krieg steht noch bevor

https://de.burkonews.info/yuri-felschtinskij-der-grosse-krieg-steht-noch-bevor/

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Der vierte Weltkrieg

http://tomasspahn.wordpress.com/2014/09/02/der-vierte-weltkrieg

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Narzisstisch, paranoid, oder schizophren?

http://www.leaders-circle.at/kernberg.html

Noch ein Hitlervergleich

Ich möchte auch diesem Beitrag nochmal einige Sätze Hitlers voranstellen. Warum? Es gab bereits zahlreiche Vergleiche von Putin und Hitler, die heftig kritisiert wurden, obwohl ein Klick auf Wikipedia reicht, um zu sehen wie berechtigt solche Aussagen wie die von Wolfgang Schäuble oder Hillary Clinton sind. Allerdings würde ich gerne einen meiner Meinung nach bisher wenig beleuchteten Aspekt hinzufügen. Gemeinhin denkt man an Göbbels, wenn man an Propaganda im Zusammenhang mit dem Dritten Reich denkt. Aber ich vermute, auch Hitler selbst hatte ein ähnlich obzessives Verhältnis zu Propaganda wie Vladimir Putin oder dessen „Macher“.

Im Buch „Mein Kampf“, das 1927 gedruckt wurde, finden sich folgende Sätze:

„Aber die Genialität der Aufmachung der Propaganda wird zu keinem Erfolg führen, wenn nicht ein fundamentaler Grundsatz immer gleich scharf berücksichtigt wird. Sie hat sich auf wenig zu beschränken und dieses ewig zu wiederholen. Die Beharrlichkeit ist hier wie bei so vielem auf der Welt die erste und wichtigste Voraussetzung zum Erfolg.“

„Propaganda ist jedoch nicht dazu da, blasierten Herrchen laufend interessante Abwechlung zu verschaffen, sondern zu überzeugen, und zwar die Masse zu überzeugen. Diese aber braucht in ihrer Schwerfälligkeit immer eine bestimmte Zeit, ehe sie auch nur von einer Sache Kenntnis zu nehmen bereit ist, und nur einer tausendfachen Wiederholung einfachster Begriffe wird sie endlich ihr Gedächtnis schenken.“

„Jede Reklame, mag sie auf dem Gebiet des Geschäftes oder der Politik liegen, trägt den Erfolg in der Dauer und gleichmässigen Einheitlichkeit ihrer Anwendung.“

Hitlers Anforderung an Propaganda war also schlicht: zugespitzt, wiedererkennbar, einfach und oft. Und sie bediente sich dabei bestimmter Grundmuster der NS-Symbolik. Ein Beispiel – der aufgekrempelte Ärmel

Genau der gleichen Schlichtheit, die schon bei den Plakaten zum sogenannten Krimreferendum augenfällig wurde und der auch sonst gleichen Struktur, bedient sich bewusst die russische Propaganda beim Thema Ukraine. Und bediente und bedient sich auch die angebliche syrische Propaganda. Man müsste beide Augen zukneifen, um zu übersehen, dass ein großes Segment der russischen und die syrische Propaganda sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Angefangen von den Gruppenfotos einzelner Einheiten, die gebildet werden, bevor sie in den Kampf ziehen. Über Hacking und Missbrauch des Designs von Internetseiten wichtiger Medienhäuser und Menschenrechtsorganisationen, Youtubekanäle mit häufig blutrünstigsten diffamierenden, höhnischen, hetzerischen und oft gefälschten Videos, zunehmend auch Videos die nicht nur staatliche Propagandabeiträge russischer Medien ins Netz tragen, sondern auch Kanäle mit Pseudonachrichten, die lediglich eine kommentierte Aneinanderreihung von Propagandafilmen sind, bis zu eine Flut von Tweets und Einträgen in Foren und Netzwerken mit ähnlichen manipulativen Inhalten, die vor wertenden Adjektiven, Unterstellungen, Weglassungen und Tatsachenverdrehungen strotzen. Und alle paar Schritte stopert man über Truth oder die Wahrheit. Wie schon bei der Zeitung „Prawda“ ein Begriff, der sich plakativ durch die russische Geschichte zieht, seit dort besonders viel gelogen wird. Vermutlich eine Inspiration für George Orwells „Wahrheitsministerium“.

5faba52e6d310e11696d71a01e7dc508noch moderner,getarnter und genauso professionell:

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Besonders augenfällig ist aber die optische Parallele zwischen Nazipropaganda und antiukrainischer Propaganda aus Russland. Die Ähnlichkeit kann kein Zufall sein. Es muss darum gehen, neben dem direkten Nebeneinanderstellen von Naziverbrechen und Ereignissen wie z.B. in Odessa und auch durch die Verwendung bekannter Nazisymbolik oder sogar dem Abändern alten Propagandamaterials aus dem Dritten Reich eine unterbewusste Angst bezüglich dieser Zeit zu mobilisieren und sie auf NATO-Politiker, die ukrainische Regierung, oder sogar alle Nichtseparatisten in der Ukraine zu übertragen.

Hier wird das Design alter Plakate verwendet:

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Und hier wird künstlich vergilbt und zerknittert um den gewollten historischen Bezug noch eindringlicher zu gestalten:

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Und hier wurde gleich der US-Kongress angezündet, statt des Reichstags, um eine Odessaassoziation herzustellen:

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Die Abänderung alter Nazipropaganda mit maximalem Wiedererkennungswert:

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BpWUbgyIUAAm02L.jpg largeGefunden bei http://www.veooz.com/media/hHCgpVD/gallery

Wie man sieht, wurde die Schrift sogar entgegen dem Original in Fraktur umgewandelt, um dem Bild ein noch „deutscheres“ Aussehen zu verleihen.

Ein Videobeispiel.  Der veröffentlichende Blog „Propagandaschau“ beginnt im September 2013 beim Thema Chemiewaffen in Syrien. Er ist ausschließlich auf die Diskreditierung deutscher Medien ausgerichtet. Auch in diesm Fall wieder mittels Vergleichen mit dem Naziregime. In einem Video einen Tagesschausprecher lippensynchron mit dem Ton einer Wochenschau aus dem 3. Reich zu schneiden, erfordert gute Software, Professionalität und ein großes Archiv. Darüber verfügen keine deutschen Querfrontler. Dieses Video dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus den Schnitträumen von Russia Today stammen. Und es ist nur für die deutsche Zielgruppe produziert. Nicht um sie von der Richtigkeit des russischen „Engagements“ in der Ukraine zu überzeugen, sondern um Misstrauen und Ablehnung gegen die eigenen Medien und die eigene Regierung zu sähen.

Abgesehen von der offenkundigen Absicht, die Angst vor Naziterror auf westliche, ukrainische Politiker und die ukrainischen Bürger zu übertragen, gibt es allerdings noch die Frage, ob die Macher dieser Propaganda nicht selbst eine große Affinität zu Nazisymbolik haben. Sie ist zwar häufig zu professionell gemacht, um aus der Hand von ein paar Separatisten zu kommen, aber sie scheint nach meinem Eindruck auch nicht durchgehend aus offiziellen Regierungsstellen zu kommen. Was allerdings nicht weiter verwunderlich ist, da es eine sehr enge Verzahnung von staatlicher Propaganda wie z.B. Russia Today und Propagandainstitutionen wie Global Research gibt, die dem faschistischen Querfront-Umfeld von Alexandr Dugin zuzuordnen sind. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, landet man, wenn man Veröffentlichungen von Herrn Dugin sucht, sofort auf Seiten wie dem „Daily Stormer“ (täglicher Stürmer) eines Herrn Anglin, der auch eine Seite „Total Fascism“ betreibt. Wenn also diese Propaganda aus dem Umfeld von Dugin kommen sollte, braucht man die Vorlagen für die antiukrainische Propaganda nur von den eigenen Seiten zu kopieren: h t t p://www.totalfascism.com/fascist-friday-wrap-up-back-in-the-saddle-again/

Ein weiteres Beispiel, dessen Präsents im Internet sich mindestens bis Mai 2013 zurückverfolgen lässt belegt, dass an der Destabilisierung und Spaltung Europas schon länger gearbeitet wird als seit der Annexion der Krim oder den ersten Demonstrationen auf dem Maidan.

nazsaprop

EU-Faschismus_FahneAuch das weist in eine bräunliche eurasische Ecke. Man sollte sich allerdings nicht täuschen. Entweder Herr Putin ist nicht Herr im Hause Russland und Getriebener der faschistischen eurasischen Bewegung, oder diese ist seine Propagandaabteilung, die mit seinem Willen und Auftrag agiert. Auch in allen staatlichen Medien.

Eine mögliche Quelle?: http://anton-shekhovtsov.blogspot.de/2014/01/italian-fascist-socialists-call-for.html

I want to start this article with a comparison to Hitler too. Why? There already were quite an few comparisons which were criticized intensely though a click on Wikipedia is enough to see how justifiable the statements of Hillory Clinton and Wolfgang Schäuble were. But I want to add an aspect, that I believe has not been taken into account as it should has been until now. If someone thinks about propaganda in the Third Reich normally the name Goebbels comes to mind. But I’m convinced Hitler himself had a likewise obsessiv relation to propaganda as Putin or his makers.

The following sentences are to be found in the book „Mein Kampf“:

„But the brilliance of the presentation of the propaganda won’t lead to any success if a fundamental principle isn’t always taken into account just sharply. It has to restrict itself on few and repeat this eternally. The persistence is the first and most important prerequisite as in the case of so much for the success here in the world.„

„Propaganda, however, isn’t here to provide blasé masters constantly with interesting variety but to convince constantly. And to be more precise to convince the mass. However, in its heaviness it always needs a particular time before it is ready to take knowledge of something and also only of one thing and it finally will give its memory to only a thousandfold repetition of simplest concepts.“

“Every advertisement may it be on the field of the business or the politics, carries the success in the duration and even homogeneity of its application. ”

So Hitler’s requirement on propaganda was simple: sharpened, re-recognizable, simple and often. And it made use of certain basic patterns of the NS symbolism. An example: the rolled up sleeve:

will be continued