Maskirovka

Nähe oder Abstand, worauf sollte man achten im Umgang mit Russland?

3.bild

1. Akt, Handlungsort Deutschland

Schroeder, Steinmeier – Google findet nicht ein einziges gemeinsames Foto von Steinmeier, Schröder und Putin, zumindest bei dem öffentlich gewordenen Treffen im Cafe des Artistes stieß Steinmeier erst zu Schröder, kurz nachdem Putin abgefahren war, das Auswärtige Amt hat bei seiner Facebookseite einen Bad-Word-Filter für das Wort „Schröder“. Für mich sieht das so aus, als wenn Steinmeier als Freund und Kanzleramtsminister mit Schröder zusammen schmierige Geschäfte eingefädelt hat, die er auch noch lange weiter gegen die Interessen der baltischen Staaten, Polens und der EU promotet hat (inzwischen tut das Gabriel), aber früh erkannt hat, möglicherweise von Anfang an wusste, dass die Geschäfte mit Putins Gazprom-Mafia und Stasioffizieren in wichtigen Positionen zu dreckig sind, als dass sie später nicht einer weiteren politischen Karriere, möglicherweise einer Kanzlerschaft im Weg stehen würden. Im Gegensatz zu Schröder, dem sein Ruf scheißegal war, wenn er erst mal seine Gazprom-Millionen bekommt. Deutlichstes Zeichen – sein Auftritt in der Elefantenrunde.

dugin4

2. Akt, Handlungsort Russland, Europa

Putin, Dugin – Alexander Dugin war Mitbegründer der Nationalboschewistischen Partei Russlands. Vier Monate nach der Krimbesetzung Ende Februar 2014 (Ende April erfolgten die Proklamationen der Republiken Luhansk und Donezk) erklärt Alexandr Dugin, dass er durch Putins Schuld seine Professur in Moskau verloren hat. Vorher galt Dugin bei vielen Insidern als enger Berater von Putin. Egal ob es stimmt oder nicht, damit wurde öffentlich eine deutliche Distanz zwischen Putin und Dugin hergestellt. Seltsam nur: Dugin trifft sich einen Monat später mit Girkin und Malofeew in Vallaam, einem Kloster, das nur wenige Kilometer von Putins Datsche entfernt liegt, und dass als Putins Lieblingskloster gilt. (http://eurasiology.blogspot.de/p/strelkow-im-kloster.html) In einem Kloster wurden auch Waffen im Donbass für den Einsatz von Girkin/Strelkow deponiert.
Girkin führte die Speznas-Einheit an, die die Ostukraine besetzte (und zuvor auch die Krim), Malofeew gilt als möglicher Finanzier und treibende Kraft des novorussischen Projekts und ist möglicherweise das wichtigste Bindeglied zwischen Putin und „Novorussia“. (http://www.bpb.de/internationales/europa/ukraine/185497/die-anfuehrer-der-separatisten-in-donezk-und-luhansk)
Auch Dugin steht in persönlicher Beziehungen zu Beteiligten, tauchte mehrmals in „Novorussia“ auf und promotet es in Russland, den USA und Europa. Er und Malofeew reisen durch Europa zu Rechtspopulisten, Nazis und Monarchisten.

ChYCCA6UcAANe4z

3. Akt, Handlungsort Kreml

Was Putin will, ist recht offensichtlich. Er will seine Macht behalten. Innere Macht gibt es nicht ohne äußere. Deshalb sucht er die politische Kontrolle über Europa zu bekommen. Indem er Rechtsextremisten und Linke fordert und fördert. Sie aufhetzt, die US-Bindung, die Nato und die eigenen Regierungen anzugreifen und Zwietracht sät, wo immer es geht. Vor allem, indem er Flüchtlinge nach Europa bombt. Und indem er die politische Mitte und die Wirtschaft kauft und korrumpiert, wo immer es geht.

Putin lässt jeden verhaften und wegsperren, der ein blau-gelbes oder ein Regenbogenfähnchen hochhält. Neonazis mit Hakenkreuzen und Stalin, Hammer und Sichel dagegen, sind gerngesehene Flaggen und Transparente in den Straßen von Moskau. In letzter Zeit werden immer mehr Plastiken zu Ehren von Stalin oder Dscherschinski enthüllt. Es wird immer offensichtlicher, dass Mafiakleptokratie, faschistoide Strukturen und Imperialismus sich nicht mit der Orthodoxie und Feindbildern vom Westen allein unterfüttern lassen. Es muss wieder eine Ideologie her. Und weil man mit offiziellem Faschismus schlecht angebliche Faschisten bekämpfen kann, wird ganz offensichtlich wieder auf den altbewährten Stalin-Kult zurückgegriffen.

Und da schließt sich wieder der Kreis zum Nationalbolschewisten und Querfrontler Dugin, zu dem Putin offiziell auf Distanz gegangen ist. Auch von diesen beiden findet Google nicht ein einziges gemeinsames Foto. Dugin fordert nicht nur ein eurasisches Reich von Lissabon bis Wladiwostok und dass man dazu Europa erobern und anschließen sollte, sondern er beschrieb in seiner „vierten politischen Theorie“ auch den Weg dorthin: „Die Vorgehensweise ist klar. Man muss die Liberalen mithilfe von Linken und Faschisten ausrotten und dann die Linken mithilfe der Faschisten. Erst dann müsse man sich auch der Faschisten entledigen.“

Und genau das passiert gegenwärtig in Europa und den USA. Alles läuft genau nach Plan. In den USA treibt Trump die Liberalen vor sich her und polarisiert die Gesellschaft und in Europa tun dies Le Pen, die FPÖ, die AFD und viele andere extremistische Parteien, wobei sich der Schwerpunkt dank des Flüchtlingsandrangs und islamistischer Anschläge immer weiter von links außen nach rechts außen verlagert. Zufall?

Vielleicht sollte man im Umgang mit Russland besser das Abwegigste für das Naheliegenste halten. Maskirovka, das heißt Maskierung, hat eine sehr lange Tradition in Russland. Maskirovka sind nicht nur grüne Männchen ohne Insignien. Es bedeutet Agents Provocateurs, False-Flag-Anschäge, Desinformation, psychologische Manipulation, Unterwanderung, jede Art von Tricksen und Täuschen. Zur Zeit von NKWD und KGB wusste man das. Das Wissen darum scheint nach 25 Jahren schon verloren gegangen zu sein.


Nachtrag 3.5.2016

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3569934/Leaked-documents-ISIS-headquarters-terror-group-Syrian-dictator-Assad-colluded-city-Palmyra.html

Das deutsche Stockholm Syndrom

_69416036_policesnipers_afp

Das Stockholm-Syndrom beschreibt einen psychologischen Effekt, in dessen Rahmen Opfer von z.B. Geiselnahmen positive emotionale Gefühle zu ihren Entführern aufbauen. Das Spektrum kann von einfacher Sympathie bis hin zur Kooperation und im Extremfall zur Empfindung von Liebe für den Täter reichen.

Wikipedia: „Der Begriff des Stockholm-Syndroms, das kein Syndrom im eigentlichen Sinne darstellt, ist auf das Geiseldrama am Norrmalmstorg vom 23. bis 28. August 1973 in Schweden zurückzuführen. Damals wurde Kreditbanken, eine Bank am Norrmalmstorg, im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Stockholm, überfallen. Vier der Angestellten wurden als Geiseln genommen. Es folgten mehr als fünf Tage, in denen die Medien erstmals auch die Angst der Geiseln bei einer Geiselnahme illustrierten. Dabei zeigte sich, dass die Geiseln eine größere Angst gegenüber der Polizei als gegenüber ihren Geiselnehmern entwickelten. Trotz ihrer Angst empfanden die Geiseln auch nach Beendigung der Geiselnahme keinen Hass gegenüber den Geiselnehmern. Sie waren ihnen sogar dafür dankbar, freigelassen worden zu sein. Zudem baten die Geiseln um Gnade für die Täter und besuchten sie im Gefängnis.“

Richtig, 1945 gab es viele Deutsche die schwere Schuld auf sich geladen hatten. Die Welt hatte einen von Deutschland entfachten Krieg erlebt, in dem Genfer Konventionen, Völker- und Menschenrechte kaum noch eine Rolle spielten. Entmenschlichung hatte auf allen Seiten geherrscht, besonders aber bei der deutschen Wehrmacht und der SS. Trotzdem tat sich schon direkt nach der Niederlage Deutschlands und im Übergang vom Krieg in die Nachkriegsordnung eine andere Nation mit besonderer Missachtung des Völkerrechts und der Menschenrechte hervor. Stalin reichte es nicht, dass Deutschland besiegt war. Er wollte mehr von Europa. Und er wollte mehr von Deutschland. Es störte ihn nicht, dass sowjetische Soldaten zehn- oder sogar hunderttausende deutsche Mädchen und Frauen vergewaltigten. Dass sie unschuldige Bürger ausraubten und dass sie viele ins Gefängnis steckten oder hinrichteten, die überhaupt nichts mit den Nazis zu tun hatten. Aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft kehrten von 3 Millionen Gefangenen nur etwa 700.000 zurück. Das heißt, über dreiviertel der deutschen Kriegsgefangenen in Russland starben an Arbeit, Hunger, Kälte oder durch Gewalt. Im Westen waren es unter einem Prozent der Gefangenen die starben. Stalin ließ Deutschland vom NKWD terrorisieren. Er ließ den von ihm besetzten Teil Deutschland ausplündern und alles was brauchbar war als Reparation nach Russland schaffen. Er versuchte mit der Blockade die Westalliierten aus Westberlin zu vertreiben, um die Macht über ganz Ostdeutschland zu bekommen. Dafür ließ er die Westberliner hungern. Etwa 100 Menschen starben und hunderte landeten in sibirischen Lagern, als am 17 Juni 1953 russische Panzer den Volksaufstand in Ostberlin niederwalzten. Und er und seine Nachfolger hielten Ostdeutschland fast 45 Jahre besetzt. Fast 45 Jahre in denen die deutschen Schergen von russischen Gnaden die Ostdeutschen hinter einer Mauer einsperrten, auf jeden schießen ließen, der hinaus wollte und jeden Demokraten und aufrechten Bürger in Ostdeutschland terrorisierten. Dann kam Gorbatschow und Russland machte ein paar Schritte in Richtung Demokratie, die allerdings schnell in einer Mafiawirtschaft mit Verarmung der breiten Massen steckenblieben. Aber die Mauer war gefallen. Deutschland war voller Dankbarkeit, dass die Herren, die Ostdeutschland fast 45 Jahre besetzt gehalten hatten, abzogen. Sie nahmen zwar Flugzeuge voll gestohlener Autos mit und einige von ihnen übernahmen in Deutschland Prostitution, Drogen-, Waffenhandel und Geldwäsche, aber man feierte die Russen dafür, dass sie die Einheit ermöglichten, statt sie für 45 Jahre Besatzung, für Vergewaltigungen, für Folter und Mord, für die Demontage, für Blockade und Mauerbau zu hassen. Man meinte, dass man zu recht bestraft worden war.

Neun Jahre nach Gorbatschow folgte auf den alkoholkranken Jelzin ein kleiner KGB-Offizier, der es bis in die Spitze des FSB geschafft hatte. Wladimir Putin, der sich mit einem blutigen zweiten Krieg gegen die Separatisten in Tschetschenien für das Präsidentenamt qualifizierte. Dieser kostete ungefähr 80.000 Menschen das Leben. Putin verfolgte mit harter Hand den Teil der russischen Mafia und Oligarchen, die seinen Steigbügelhaltern im Weg waren und verstand es, dieses der Öffentlichkeit als Aufräumen mit der Mafia zu verkaufen. Die deutsche Dankbarkeit hielt. Die Gazprom, ein krimineller Energiekonzern, der Putin und seinen Freunden die Taschen mit Milliarden füllt und vor dem immer wieder von europäischen Politikern und Fachleuten für organisierte Kriminalität gewarnt wurde, breitete sich wie eine Krake über Deutschland und Europa aus. Deutsche Politiker hielten die Hand auf und die Dankbarkeit hielt. Putin drohte dem Westen 2007 auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die deutsche Dankbarkeit hielt. Putin schlug Unabhängigkeitsbestrebungen in Georgien blutig nieder. Die deutsche Dankbarkeit hielt. Er hilft Assad mit Waffen, Geld und Speznas-Einheiten eine Rebellion gegen seine blutige Diktatur niederzuschlagen. Das Ergebnis bisher: Über 200.000 Tote. Die deutsche Dankbarkeit hielt. Er annektierte die Krim, nachdem ein schwerbewaffnetes Speznas-Kommando das dortige Regionalparlament zu einer Sezession zwang. Die deutsche Dankbarkeit hielt. Er stiftet einige Russen in der Ostukraine zum Aufruhr gegen die Regierung in Kiew an, schickt rechtsradikale Geheimdienstler und Söldner, die sich an ihre Spitze stellen und die Region mit Terror überziehen. Die deutsche Dankbarkeit hält. Diese schossen einen Passagierjet mit 313 Menschen an Bord ab. Die deutsche Dankbarkeit hält. Er schickt einen nicht enden wollenden Strom an schweren Waffen und regulären Truppen zu ihrer Unterstützung. Er finanziert rechtsradikale Parteien in halb Europa. Er droht, dass russische Truppen in wenigen Tagen in Kiew oder in baltischen Städten sein könnten. Er testet in kurzen Abständen Interkontinentalraketen. Er brüstet sich damit, dass Russland die weltweit größte Militärmacht sei. Er lässt nukleare Luftangriffe im europäischen Luftraum üben und fast täglich europäische Luftraumgrenzen verletzen. Die deutsche Dankbarkeit und das Verständnis für Russland halten an und bisher ernstzunehmende Politiker, Künstler, Journalisten, Religionsvertreter und Intellektuelle aus beiden ehemaligen Teilen Deutschlands, die wohl für nicht wenige Deutsche sprechen, warnen davor, Russland zu hart zu kritisieren oder gar weiter zu sanktionieren.

An dieser Stelle würde ich gerne die Meinung einiger Psychologen hören. Auch die Einschätzung des Geisteszustands von Putin würde mich interessieren, aber vor allem der vieler Deutscher.

http://counsellingresource.com/lib/therapy/self-help/stockholm/

.

Nachtrag:

Auch die Tschechoslowakei und Ungarn machten Bekanntschaft mit jener russischen Völkerfreundschaft, die mit Panzerketten zum Ausdruck gebracht wurde. Polen und Finnland haben genauso wenig wie Deutschland die von Stalin annektierten Gebiete zurückerhalten. Meines Wissens schwingt niemand in diesen Staaten die Fahne der Völkerfreundschaft zu Russland mit der gleichen Inbrunst wie deutsche Politiker und deutsche Intellektuelle. Auch bei diesen Staaten läge es nahe, dass sie unter einem kollektiven Stockholm Syndrom leiden. Aber sie tun es nicht. Sie küssen den Russen nicht die Füße, weil sie aus ihrem Land verschwunden sind. Die tiefe Abneigung der meisten Menschen dort gegen Russland ist aufrichtig und kommt von ganzem Herzen. Auch sie haben Verträge mit Gazprom. Was ist also der Unterschied zu Deutschland? Ganz einfach, sie haben im Gegensatz zu Deutschland keinen Krieg angefangen. Und das kann wiederum nur heißen, dass Putin in Deutschland Verständnis und Rechtfertigungen für jedes Verbrechen findet, solange er den Nazi-Schuldknopf drückt. Und das tut Putin voll nachhaltiger Hingabe. Er muss nur jeden der ihn stört zum Faschisten erklären.

Vielleicht liegt Putins Erfolg in Deutschland aber auch noch in einer deutschen Schizophrenie begründet. Einerseits haben besonders viele Intellektuelle, aber auch viele Bürger der breiten Masse auch ohne eigene Schuld immer noch ein tiefliegendes schlechtes Gewissen für die Taten Deutschlands unter Hitler, auf der anderen Seite gibt es die gleichen Ressentiments und Vorurteile gegen Ausländer, Araber und Juden wie in anderen Staaten auch. Sie werden aber aufgrund der deutschen Vergangenheit verdrängt und unterdrückt. Diesen Widerspruch auszuleben gestattet ihnen Putin. Putin lebt die gleiche Schizophrenie vor. Er will, dass die Deutschen wieder angebliche Werte wie Stärke, Vaterlandsliebe, Glauben, Familie und „saubere Sexualität“ für sich entdecken, aber Faschismus bekämpfen. Er erklärt den Deutschen, dass die Faschisten in Wirklichkeit die Liberalen seien und die Werte des Faschismus erstrebenswert. Damit ermöglicht er ihnen, ihre Schizophrenie auszuleben, genauso wie er selbst es tut.

Der Konfliktforscher Andreas Zick warnte im SPIEGEL, populistische Eurogegner, Anti-Islam-Hetzer und demokratiemüde Bürger seien im Begriff, gemeinsam mit Rechtsextremisten und einem Teil der AfD eine „radikale Parallelgesellschaft“ zu bilden. Die AfD holt sich regelmäßig russischen Rat. Organisatoren und Teilnehmer sowohl von PEGIDA als auch von „Hooligans gegen Islamismus“ kommen aus dem rechtsextremen und kriminellen Milieu. Das erinnert stark an die Schläger, die auf dem russischen Netzwerk VK vor den ersten Unruhen im Donbas rekrutiert wurden, bevor Girkin/Strelkow mit seiner GRU-Söldnertruppe den russischen Krieg dort militärisch eröffnete. Putin finanziert nicht nur Le Pen, sondern zahlreiche rechtsextreme Parteien in Europa. Ich würde mein letztes Hemd darauf verwetten, dass auch PEGIDA mehr oder weniger direkt vom Kreml finanziert und angeleitet wird. Putin versucht die bürgerlichen Liberalen in Europa, aber besonders in Deutschland, von links und von rechts in die Zange zu nehmen. Dabei sind sein Faschismus und der Islamismus zwei Seiten der gleichen Münze. Sie sind beide Feinde von Demokratie und Menschenrechten. Wo Muslime Putin stören, zum Beispiel in Tschetschenien, lässt er Menschen wie Vieh behandeln und in Europa unterstützt er die rechten Parteien, die Hass und Angst vor dem Islam schüren, dort jedoch, wo sie ihm nützen, wo er sie als Waffe gegen den Westen einsetzen kann, z.B. im Iran, hat er keinerlei Skrupel Islamisten zu stärken und ihnen sogar zum Besitz von Atomwaffen zu verhelfen.

The German Stockholm Syndrom

http://en.wikipedia.org/wiki/Stockholm_syndrome

Right, 1945, there were many Germans loaded with a heavy burden of guilt. The world had experienced a war unleashed by Germany during which the Geneva Conventions, international law and human rights hardly played a role. Dehumanization had prevailed on all sides, but especially in the German Wehrmacht and the SS. Nevertheless, already another nation with particular disdain for international law and human rights surfaced after the defeat of Germany and in the transition from war to the post-war order. Stalin was not satisfied with Germany defeated. He wanted more of Europe. And he wanted more of Germany. It did not bother him that Soviet soldiers raped tens or even hundreds of thousands of German women and girls. That they robbed innocent citizens and that they put many of them into prison or executed them. Many of them had absolutely nothing to do with the Nazis. Only about 700,000 of 3 million prisoners of war returned from Soviet captivity. That means, about three-quarters of the German POWs in Russia died of labor, hunger, cold, or by force. In the West, it was less than one percent of the prisoners who died. Stalin terrorized Germany with the NKVD. He had plundered the occupied parts of Germany and brought everything useful as reparations to Russia. With the blockade he tried to expel the Western Allies from West Berlin to get power over the whole of eastern Germany. West Berliners had to starve for that. About 100 people died and hundreds landed in Siberian camps, when at 17 June 1953 Soviet tanks crushed the popular uprising in East Berlin. And he and his successors kept East Germany occupied for nearly 45 years. Nearly 45 years that the German henchmen of Russian graces imprisoned the East Germans behind a wall, shot at anyone who wanted to leave and terrorized every democrat and upright citizens in East Germany. Then Gorbachev came and Russia took a few steps toward democracy, which quickly got stuck in a mafia economy and impoverishment of the masses. But the wall had fallen. Germany was full of gratitude that the gentlemen who had held East Germany almost 45 years occupied withdrew. Although they took home planes full of stolen cars and some of them took over prostitution, drugs, arms trafficking and money laundering in Germany, Germans celebrated the Russians that they enabled the unity, instead of hating them for 45 years of occupation, rapes, torture murder, for disassembly, for blockade and construction of the Wall. It was thought that one had been punished justly.

Nine years after Gorbachev the alcoholic Yeltsin was followed by a small KGB officer who had made it to the top of the FSB. Vladimir Putin, who qualified himself for president with a second bloody war against separatists in Chechnya. This cost about 80,000 lives. Putin fought with a heavy hand that part of the Russian Mafia and oligarchs who were in the way of his stirrup holders and knew how to sell this to the public as dispelling the Mafia. The German gratitude held. Gazprom, a criminal energy company that fills the pockets of Putin and his friends with billions and of which was warned repeatedly by European politicians and experts on organized crime, spread like an octopus over Germany and Europe. German politicians opened their hands and the gratitude held. Putin threatened the West in 2007 at the Munich Security Conference. The German gratitude held. Putin suppressed independence movements in Georgia bloodily. The German gratitude held. He helps Assad with weapons, money and Spetsnaz units to quell a rebellion against his bloody dictatorship. The result so far: About 200,000 deaths. The German gratitude held. He annexed Crimea after a heavily armed Spetsnaz commando forced the local regional parliament to secession. The German gratitude held. He manipulated some Russians in eastern Ukraine to revolt against the government in Kiev, sends right-wing intelligence agents and mercenaries who take the lead and covers the area with terror. The German gratitude holds. They shot down a passenger jet with 313 people on board. The German gratitude holds. He sends a never-ending stream of heavy weapons and regular troops to support them. He is funding right-wing parties across half of Europe. He threatens that Russian troops could be in Kiev or in Baltic cities in a few days. He tests ICBMs at short intervals. He boasted that Russia is the world’s largest military power. He makes nuclear bombing practice in European airspace and is almost daily violating European airspace boundaries. The German gratitude and understanding of Russia holds and up till now serious politicians, artists, journalists, religious leaders and intellectuals from both former parts of Germany, which probably talk for quite a few German, warn against criticizing Russia or even sanctioning it too hard.

At this point I would like to hear the opinion of some psychologists. The assessment of the state of mind of Putin would interest me, but especially that of many Germans.

addendum:

Also, Czechoslovakia and Hungary became acquainted with those Russian People’s Friendship that has been associated with tank tracks expression. Poland and Finland like Germany didn’t get back the territories annexed by Stalin. To my knowledge, no one in these countries waves the flag of the People’s Friendship with Russia with the same fervor as German politicians and German intellectuals. In these countries people might suffer from a collective Stockholm syndrome as well. But they do not. They do not kiss the Russians feet because they have disappeared from their country. The deep dislike of most people there against Russia is sincere and comes from their heart. They also have contracts with Gazprom. So what is the difference to Germany? Quite simple, they have not started a war like Germany. And that in turn can only mean that Putin gets understanding and justifications for every crime in Germany, as long as he presses the Nazi guilt button. And that’s what Putin is doing with sustainable devotion. He just needs to call each one that bothers him a fascist.

Perhaps Putin’s success in Germany is also founded in a German schizophrenia. On one hand, especially many intellectuals, but also many citizens of the masses still have a deep-seated feeling of guilt for the actions of Germany under Hitler without any own fault, on the other hand, there are also the same resentments and prejudices against foreigners, Arabs and Jews, as in other States. However, they are repressed and suppressed due to the German past. To live out this contradiction is what Putin allows them. Putin lives the same schizophrenia. He wants the Germans to rediscover alleged values such as strength, patriotism, religion, family and „clean sexuality“ for themselves, but to fight fascism. He explained to the Germans that in reality the Liberals are fascists and the values of fascism are desirable. He allows them to live out their schizophrenia, as he himself does.

The conflict researcher Andreas Zick warned in Der Spiegel, populist europe opponents, anti-Islam activists and democracy weary citizens are going to form, together with right-wing extremists and part of the AfD a „radical parallel society“. The AfD gets regular Russian council. Organizers and participants of both PEGIDA as well as „Hooligans against Islamism“ come from the right-wing extremist and criminal circles. This is strongly reminiscent of the thugs who were recruited in the Russian network VK before the first unrest in the Donbas before Girkin / Strelkov with his GRU mercenaries started the Russian war there militarily. Putin is not only funding Le Pen, but a lot of european far right parties. I’d bet my last shirt that also PEGIDA is more or less financed and guided directly by the Kremlin. Putin tries to take the bourgeois liberals in Europe, especially in Germany with the pliers from the left and from the right. Yet his fascism and Islamism are two sides of the same coin. They are both enemies of democracy and human rights. Where Muslims are annoying Putin, for example, in Chechnya, he treats people like cattle, and in Europe, he supports the right-wing parties, which incite hatred and fear of Islam, but where he can use them as a weapon against the West, eg in Iran, he has no qualms to strengthen Islamists and even to help them to acquire nuclear weapons.

 

It’s all about power!

HeilNapoleon HeilStalin HeilAdolfKl heilMao HeilPutin

Es geht nur um Macht. … Und einen Platz in den Geschichtsbüchern.

Eine kleine Statistik zu den Bildern:

Napoleon: 4.000.000 Tote

Stalin: 6.000.000 zivile Tote

Hitler: 11.000.000 zivile Tote

Mao: 70.000.000 zivile Tote

Putin: 300.000 Tote (80.000 Tschetschenien 200.000 Syrien)

Zugegeben, Putin hat etwas Nachholbedarf. Aber so wie er mit nuklearen Drohungen um sich wirft und sie auch praktisch demonstrieren lässt, darf man vermuten, dass er das Feld von hinten aufrollen will, um seinen Platz in den Geschichtsbüchern zu bekommen. Falls die dann noch jemand lesen kann!

In der Ukraine das gleiche Muster wie in Syrien

Warum ich die 200.000 Tote in Syrien Putin zurechne? Weil seit Beginn des Syrienkrieges dort exakt das gleiche strategische Muster zu erkennen ist wie jetzt in der Ukraine. Zentrale Elemente: Kriegsverbrechen als Terrormaßnahme, häufig begangen unter falscher Flagge, Cyberwar, Kriminelle und Radikale als Söldner und intensiver Einsatz von militärischen Einheiten der Geheimdienste.

Cyberwar heißt nicht nur Hackerangriffe sondern Informationskrieg, nahtlos von den Onlinemedien bis in das letzte meinungsbildende Offlinemedium. Internetseiten von gefakten Menschenrechtsorganisationen, die nur russische Gegner verurteilen, häufig mit der Unterstellung von Taten, die mit Bildern von Opfern russischer Bomben in Syrien unterlegt werden, gefakte Organisationen für Wahlbeobachter, internationale Gruppen wie z.B. Global Research, gerne „Menschenrechtsgruppen“ genannt, die ein Heer von pseudowissenschaftlichen Autoren, Bloggern, Youtubekanälen, Zeitungen, nationalen Gruppen, Facebookautoren und Trollen mit Desinformationsmaterial versorgen. Dazu massiver Druck auf die internationalen Medien durch Diskreditierung, Beschimpfungen, Beschwerden, trollen von Journalisten, Legenden von Gleichschaltung und Bilderbergern,etc. All das wird von den meisten westlichen Medien ignoriert, als freie Meinungsäußerung betrachtet, unter den Tisch gekehrt und man entschuldigt sich auch noch bei der russischen Propaganda dafür, dass man deren Desinformation nur unvollständig reproduziert! Diese Propaganda dient nicht nur dazu, eine prorussische und vor allem antiamerikanische Haltung weltweit zu erzeugen, sondern auch die betroffenen Ukrainer und Syrer, die man als Kanonenfutter und Aktivisten braucht, aufzuhetzen. Dazu dienen häufig göbbelsche Methoden mit billigsten Klischees und gleichzeitig dem inflationären Einsatz von Nazisymbolik. Hauptfeind sind die (nicht von Putin, nur von seinen Handlangern und der Propaganda offen ausgesprochen „jüdischen“) amerikanischen Eliten. Der „Ziofaschismus“. Hitler nannte sie das „amerikanische Finanzjudentum“. All das findet schon seit mindestens Anfang 2012 begleitend zum Syrienkrieg statt. Und nicht erst seit der Revolution auf dem Maidan oder der Besetzung der Krim.

Was den realen Krieg anbetrifft, wird dieser in beiden Kriegen vorrangig mit Söldnern geführt, die man froh ist, in der eigenen Gesellschaft loszuwerden. Kriminelle und Radikale. Sprich Shabiha einerseits und russische Schläger, Kriminelle und Nazigruppen andererseits. In Syrien ließ Assad als Agents Provocateurs sogar 100 militante Islamisten aus dem Gefängnis. Angeleitet werden sie in Syrien wie in der Ukraine vom militärischen russischen Geheimdienst GRU und von Speznas-Einheiten. In Syrien kommt zusätzlich Assads ausgedehnter Geheimdienstapparat zum Einsatz. Ihre Aufgabe: Kriegsverbrechen zu begehen. Mit zwei Zielen: Terror, also Einschüchterung zu verbreiten und/oder diese Verbrechen dem Gegner in die Schuhe zu schieben. Sogenannte False-Flag-Angriffe. Ein typisches Beispiel dafür war der Angriff auf die Universität von Aleppo mit einer Luft-Boden-Rakete, die von Russland zu einem Bombenanschlag von Rebellen erklärt wurde. In der Ukraine wird beispielsweise Donezk von russischen Söldnern oder russischen Truppen aus Richtung der ukrainischen Truppen beschossen. Der Beschuss aus und auf Wohngebiete und die Verwendung menschlicher Schutzschilde durch russische Einheiten sind zu einer von Putin selbst ausgesprochenen Selbstverständlichkeit geworden. Genauso Angriffe aus und auf Bäckereien, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und Krankentransporte. Die Ankündigung solcher Methoden findet sich schon in Putins 14 Jahre alten Autobiografie, wo er unmissverständlich schrieb, dass ihm jedes Mittel zum Gewinn eines Krieges recht ist: „Man muss in einem vaterländischen Feldzug vor allem den Sieg im Kopf haben und nicht die bedenkenvolle Fehlervermeidung. Der Kriegsverlauf kann auch unordentlich und nicht lupenrein ausfallen, es kommt auf die kühl kalkuliert erzeugte Emphase des Volkes an und nicht zwingend auf das Kriegs- oder Völkerrecht, nicht auf klar erkennbare Militärinsignien und dergleichen.“

Wer Belege für all das sucht, findet sie ausführlich auf den Seiten dieses Blogs.

Narzisstisch, paranoid oder schizophren?: http://www.leaders-circle.at/kernberg.html

Massenpsychose: http://books.google.de/books?id=rGYywwev6QEC&pg=PA60&dq=massenpsychose+definition&hl=de&sa=X&ei=-1LzU-r4G-HuyQOpyoCYAQ&ved=0CCcQ6AEwAQ#v=onepage&q=massenpsychose%20definition&f=false

Spielt es denn eine Rolle?

skulls

Wer ist der schlimmere Verbrecher? Hitler? Stalin? Darf man Putin mit ihnen vergleichen? Ich glaube, ich habe auch irgendwo das Klischee weitergegeben, dass Hitler in industriellen Dimensionen gemordet hat, Stalin dafür mehr Menschen. Wie ich inzwischen gelesen habe, bestreitet Timothy Snider das. Die Opferzahl Stalins sei geringer als die Hitlers. Ein sehr lesenswerter Aufsatz! Sicherlich hat trotzdem Mao noch mehr Menschen auf den Gewissen und Putin reicht trotz seiner Mit- oder Hauptverantwortung für den Tod Hunderttausender in Syrien und Tschetschenien nicht im entferntesten an ihre Opferzahlen.

buecherverbr

Aber sie alle sind nur Verführer und Anstifter. Es streitet sich trefflich über diese entsetzlichen Rekorde, oder es schweigt sich auch trefflich über sie, angeblich um nicht zu relativieren, beides meist gleichermaßen in der Absicht von einigen dieser Rekorde abzulenken. Vor allem lenkt es aber von den unmittelbaren Tätern ab, dem Volk! Und an dessen Naivität und Verführbarkeit hat sich trotz all der Leiden, trotz Informationszeitalter, trotz tausenden von Büchern und wissenschaftlichen Arbeiten, trotz tausender Prozesse und Sonntagsreden, trotz tausender Gedenkstätten und Veranstaltungen nichts geändert. Weder in Russland noch in Deutschland will man die Parallelen erkennen.

pranger3

Dabei passiert zur Zeit exakt das Gleiche, was vor 75 Jahren passierte. Es sind die gleichen kleinen Kriminellen und zu kurz Gekommenen, die ihren Menschenhass und ihren Sadismus ungestraft austoben dürfen, weil jemand sie braucht und dazu legitimiert. Es ist die gleiche Idealisierung niedrigster Instinkte. Es ist das gleiche Verschwinden von unbequemen Menschen in Lagern oder Gräbern. Es sind die gleichen flüchtenden oder mundtot gemachten Intellektuellen. Es ist das gleiche Ausbluten eines Staates, sein Verlust an Kreativen, an Denkern, an Humanisten, an Humankapital wie auch an ökonomischem Kapital. Es sind die gleichen verschreckten, bisher gesetzestreuen Bürger, die wegsehen oder sich dumm stellen, weil sie ahnen, dass sie diese Verbrechen mitverantworten. Es sind die gleichen skrupellosen Mitläufer und Nutznießer der Situation. Es sind die gleichen Menschen, die statt eines Charakters ein Stück Stoff aus dem Fenster hängen. Es sind die gleiche Gesellschaft und die gleichen Täter, die auf platte Propaganda hereinfallen und glauben, für das Wohle ihres Landes zu morden oder zu sterben, obwohl sie in Wirklichkeit nur die Bauern in einem fürchterlichen letalen Spiel sind, in dem es ausschließlich um die Macht und das Wohlergehen eines Herrschers im Kreml und seiner Günstlinge geht. Genau so wie es schon einmal um die Macht eines Herrschers im Kreml ging und um die Macht und das Wohlergehen eines Herrschers in der Berliner Reichskanzlei und seiner Günstlinge in Deutschland.

pranger2

Wieder wird sich Europa nachhaltig verändern. Auch die Grenzen. Aber vor allem werden sich erneut Angst und Hass nicht mehr aus den Gehirnen einer Generation entfernen lassen. Und auch das verantworten alle mit, die jetzt wegschauen, und sich dabei einreden, dass das den Krieg eindämmt.

pranger

Nein, wir haben es schon einmal durchgenommen in der Deutschstunde: Wer wegsieht und die Klappe hält verhindert keinen Krieg. Er macht ihn erst möglich. Wenn jemand angesichts einer desolaten Wirtschaft, die durch Sanktionen beschleunigt an den Rand des Kollapses gebracht wird, weiter ständig wachsende Militärausgaben plant und eine aggressive Außenpolitik verfolgt, die die Sanktionen weiter verschärfen wird, kann er nur mit Gewinnen kalkulieren, die er sich aus einem Krieg erhofft. Andernfalls würde er das Land in Kürze zu Tode rüsten. Zurück gibt es keinen Weg für ihn. Putin will nicht bluffen, er will Krieg.

 

Holodomor

Holodomor

Es gibt sicher Rechtsradikale in der Ukraine, auch Nazis. Mit Faschisten sieht es schon recht schlecht aus, denn sie müssten klar den Wunsch äußern, staatliche Strukturen in der Ukraine herbeizuführen, die Putin in Russland bereits errichtet hat. Es mag auch sein, dass sich im Sinne einer von Putin intendierten self fulfilling Prophecy unter dem äußeren Druck mehr Rechte als früher unter dem Banner des Rechten Sektors oder des Bataillons Asow zusammenfinden (das übrigens mehrheitlich aus russischsprachigen Ostukrainern bestehen soll) um die Ukraine zu verteidigen. Gesellschaftlich oder strafrechtlich relevant hat es jedoch in den letzten Jahrzehnten nie einen größeren Rechtsextremimus in der Ukraine gegeben, als in irgendeinem anderen europäischen Land, schon gar nicht als in Russland! Das sagen alle ernstzunehmenden Extremismusforscher und alle jüdischen Verbände der Ukraine. Dass Rechtsextremisten, nach allen Umfragen und wie die geringe Zahl an Stimmen aus dem rechtsextremen Lager bei der Präsidentenwahl gezeigt hat, vorübergehend überproportional im aktuellen Kabinet vertreten sind, ist dem Umstand geschuldet, dass sie sich bei der Revolution der ukrainischen Bürger auf dem Maidan, nach Ansicht vieler, große Verdienste erworben haben, diese Revolution nicht scheitern zu lassen. Denn sie waren da und haben den Kopf hingehalten, als der Staat Gewalt gegen friedliche Demonstranten einsetzte. Sie haben dafür gesorgt, dass der staatlichen Gewalt von Seiten der Demonstranten begegnet werden konnte und die von allen gesellschaftlichen Gruppierungen und Schichten getragene Revolution nicht im Terror der Janukowitschregierung unterging.

Etwas schwieriger ist es mit dem von der russischen Propaganda gern und ausgiebig genutzten Umstand, dass sich viele Ukrainer, die häufig nicht einmal rechtsextrem, sondern nur nationalistisch eingestellt sind, auf Bandera und nazistische Symbolik beziehen. Zunächst einmal sollte man sich vor Augen halten, dass Nationalismus nicht zwangsläufig etwas mit Rassismus oder Autokratie zu tun hat, wie es beim Nationalsozialismus der Fall war. Historisch gesehen, war Nationalismus häufig geprägt vom Befreiungskampf eines Volkes von Okkupation und Unterdrückung durch andere Staaten. Etwas, was im Besonderen und auch in besonders brutaler Weise die Ukraine betrifft. In der langen wechselvollen Geschicht die zur Enstehung des Nationalstaates Ukraine führte, wurden immer wieder große Teile der Ukraine von den Türken, den Habsburgern, von Rumänien, Polen und Russland beansprucht, besetzt, oder erobert. Maßgeblich nach Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem Polen und Russland. Gegen beide Staaten führte die OUN, in der Bandera eine führende Rolle spielte, einen Befreiungskampf für eine unabhängige Ukraine. Die Mittel die sie und auch der militante Bandera dabei anwandten, kann niemand gutheißen. Sie halfen dem Dritten Reich bei der Ermordung tausender Juden. Sowohl in Polen, als auch in der sowjetischen Ukraine. Wie übrigens auch zahlreiche Russen. Deshalb kann man und will ich natürlich auch nicht die Bandera-Verehrung vieler ukrainischer Nationalisten gutheißen. Davor sollte ihn auch nicht schützen, dass er später selbst als Opfer im KZ saß, nachdem er sich von den Nazis enttäuscht abwandte, weil sie nicht wie erhofft eine unabhängige Ukraine unterstützten. Wenn man sich allerdings einmal genauer ansieht, mit welchen Verbrechen Stalin die Ukraine überzog, dann muss man den Hass der Ukrainer auf Stalin verstehen. Und die großen Hoffnungen, die sie auf Hitler als vermeintlichen Befreier von Stalins Macht setzten. Der Begriff Holodomor klingt nicht nur so ähnlich wie Holocaust, sondern er steht auch für einen vergleichbaren Vorgang. Russische Historiker stehen inzwischen mit ihrer Behauptung weltweit nahezu allein da, dass die Hungersnöte an denen Millionen in den Jahren 1932 und 1933 in der Ukraine starben, durch Missernten zu erklären seien. Dem steht entgegen, dass die Ukraine zu dieser Zeit die Kornkammer der Sowjetunion war und dass Stalin im großen Umfang Getreide nach Westeuropa verkaufen ließ, während die Menschen in der Ukraine verhungerten. Es war zynische und erklärte Absicht Stalins, die Bauern durch Hunger zu disziplinieren. Wer nicht genug Getreide an die russische Regierung ablieferte, weil er es nicht konnte ohne zu verhungern, wurde noch durch zusätzliche Abgaben bestraft. Wer Überlebensrationen versteckte, wurde von Kossaken ausgepeitscht oder hingerichtet. Die so vorsätzlich erzeugte Hungersnot führte dazu, dass Menschen Gras und Baumrinde aßen, manche auch zu Kannibalen wurden. Es gibt sogar Berichte, dass Mütter ihre eigenen Kinder aßen, bevor sie dann unvermeidlich selbst den Hungertod starben. Berechnungen und Schätzungen der Opferzahlen dieser Vernichtung durch Hunger liegen zwischen 2,5 und 14,5 Millionen Menschen. Ich verzichte lieber auf einen Zahlenvergleich zu anderen Massenmorden, weil ich schon weiß, was mir dann vorgeworfen würde. Es sollte jedenfalls allemal reichen, um die falschen Hoffnungen der Ukrainer zu verstehen, die sie in den anderen großen Massenmörder dieser Zeit setzten. Ich meine allerdings, dass die nationalistischen Ukrainer aus Sicht heutiger Kenntnisse gut daran täten, sich einen anderen Nationalhelden zu suchen.

Wer jedoch die Ukrainer zu faschistischen Tätern stempelt und Russland zum antifaschistischen Retter, verkehrt die Tatsachen. Sowohl auf die Vergangenheit bezogen, wie auch auf die Gegenwart. Und wer für seine eigene Position die Äquidistanz zwischen Russland und der Ukraine sucht, sucht sie zwischen Verbrechern und Opfern. Dort, wo es keinen Mittelweg geben darf!

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-als-stalin-die-menschen-zu-kannibalen-machte-a-458006.html

http://www.holodomorct.org/history.html

Die hier genannte Liste von Büchern über Bandera und Holodomor, die in der Russischen Föderation verboten sind, ist um so bemerkenswerter, wenn man sie in Relation dazu setzt, dass „Mein Kampf“ 1992 vom russischen Index entfernt wurde: http://khpg.org.ua/en/index.php?id=1340879199

Gerade lese ich übrigens, dass Putin aktuell eine Polizeieinheit nach Felix Djerdjinski benannt hat. Damit qualifiziert er sich allerdings als besonders kompetent zur Kritik an der Banderaverehrung einiger Ukrainer: http://www.themoscowtimes.com/news/article/putin-renames-police-unit-after-bloody-secret-police-founder/507588.html

Nachgereicht

, Die Rolle der extremen Rechten in der ukrainischen Revolution:

https://www.academia.edu/8613130/Assessing_the_Role_and_Consequences_of_the_Far_Rights_Involvement_in_the_Ukrainian_Revolution

Der neue deutsche Mensch

PutinAdolf

Der neue deutsche Mensch

Der neue Deutsche reckt eine von Arnold Breker geformte, judogestählte Brust aus einer Camouflagehose der russischen Armee. Seine nackte Brust ist gepierced mit Hakenkreuz- und Hammer-und-Sichel-Orden. Er ist hart wie Donezk-Stahl, zäh wie Elchleder, flink wie Windhundscheiße. Und er hat die Kraft der zwei Herzen.
Rechts unter der vorgestreckten Rechten, das braune Herz, das für AfD, NPD, Alexandr Dulgin und Wladimir Putin schlägt, für den Zar, für den Prunk der russischen Kirche, für Ikonen und Iwan Rebroff. Das Herz, das Ausländer noch nie mochte und alle Juden für Zionisten hält, die heimlich die New World Order aus Washington steuern. Das Herz, das alle westlichen Politiker für Verbrecher hält, die nur die europäischen Banken retten, aber den Bürger am Hartz-IV-Hungertuch nagen lassen. Die nur die russischen Rohstoffe wollen und deshalb die Nato ostwärts immer dichter vor die Tore Moskaus vorantreiben.
Und links unter der emporgereckten Faust das rote Herz, das Stalin, Lenin und Marx verehrt, für Gysi, Die Linke und den Antiimperialismus schlägt und natürlich auch für den KGB und Genossen Putin, der das von der Nato bedrängte Russland befreit. Es schlägt für eine Mauer, die den westlichen Dreck und die westliche Dekadenz fernhält, die us-gesponsorten kopfabschneidenden sunnitischen Araberhorden genauso wie die terroristischen Israelis. Und es schlägt für die arischen Iraner, die die imperialistischen Juden vernichten wollen, die Zionisten, die friedliebende Palästinenser wie Tiere behandeln und die Welt mit Atomwaffen bedrohen.
Der neue Deutsche liest das Neue Deutschland, Junge Freiheit, Compact, Hinter Der Fichte, Alles Schall und Rauch, Honigmann oder Volksbetrug. Die gleichgeschalteten Herrschaftsmedien liest er nur, um in deren Foren Bestätigung für seine Weltsicht zu bekommen und sie dort zu verbreiten. Genauso wie in Facebook oder anderen sozialen Netzwerken.
Der neue Deutsche weiß, dass die jüdisch-amerikanische Weltfinanzoligarchie die Welt regiert. Mit ihrem Geld, ihren Gesetzen und ihren Geheimdiensten. Mit der NSA, die genau weiß, wann er mit der Nachbarin schläft und wann er die Steuer bescheißt und der CIA, die keinen Terror bekämpft, sondern diesen Terror faked. Von der RAF über den NSU bis zum WTC. Nur um gegen harmlose Bürger wie ihn vorgehen zu können. Er weiß, dass nur eine Loslösung aus der Nato und eine Hinwendung zu Putins Russland uns Gerechtigkeit, nationale Identität und Freiheit von der US-Knechtschaft bringen wird. Der neue Deutsche weiß, dass große Länder wie Deutschland oder Russland nur mit harter Hand regiert werden können.
Der neue deutsche Mensch hasst drei Dinge am meisten: Den Liberalismus, die Demokratie und den Rechtsstaat. Er hasst es, wenn Politiker, die er nicht gewählt hat, über sein Leben bestimmen. Er hasst es, wenn eine Regierung Politik für Mehrheiten macht, die nicht seine sind. Für Ausländer und grüne Spinner, für die USA, Juden und Banken. Und er hasst es, wenn diese ihm mit nur für ihre Interessen geschneiderten Gesetzen kommen, mit Gesetzen wie Völkerrecht und Menschenrechten. Mit Gesetzen, die den Bedürfnissen von Ethnien und Völkern widersprechen.
Der neue deutsche Mensch vermehrt sich rasant. Und spätestens wenn er mit Fackeln durch das Brandenburger Tor marschiert, weiß ich, dass Deutschland nicht mehr meine Heimat ist!
Max Liebermann sagte bei dem Anblick eines solchen Fackelzuges: „ Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte.“ Genauso geht es mir auch!

Arnold Breker „Bereitschaft“

The new German

The new German stretches a chest formed by Arnold Breker, toughened by judo out of camouflage trousers of the Russian army. His naked chest is pierced with swastika and hammer and sickle medals. He is hard like Donezk steel, tough like moose leather, nimble like grayhound shit. And he has the strength of the two hearts.
On the right side under the stretched forward right arm, the brown heart which beats for the Tsar for the splendor of the Russian church, for icons and Ivan Rebroff for AfD, NPD, Alexandr Dulgin and Vladimir Putin. The heart which never liked foreigners and regards all Jews as zionists who secretly steer the New World order from Washington. The heart which regards all western politicians as criminals who save only the European banks but let the citizen starv under Hartz IV. Wanting only Russian resources and therefore driving the Nato forward eastward more and more to the gates of Moscow.

And on the left side under the upward stretched fist the red heart which beats for Stalin, Lenin and Marx, for Gysi, for Die Linke and the anti imperialism and of course also for the KGB and comrade Putin who frees Russia that is under pressure from the Nato. It beats for a wall that keeps the western dirt and the western decadence away. And the us-sponsored head cutting Sunni Arab hordes as well as the terrorist Israelis. And it beats for the arian Iranians who want to destroy the imperialistic Jews, the zionists who treat peace-loving Palestinians like animals and threaten the world with nuclear weapons.
The new German reads the Neue Deutschland, Junge Freiheit, Compact, Hinter Der Fichte, Alles Schall und Rauch, Honigmann or Volksbetrug. He only reads the media of the powers to get confirmation for his world view and to spread it there in the forums. Just like in Facebook or other social networks.

The new German knows that the Jewish, American world finance oligarchy rules over the world. With its money, its laws and its secret services. With the NSA that exactly knows, when he is in bed with the neighbor and when he cheats the tax. And with the CIA which doesn’t fight any terror but fakes this terror. Of the RAF about the NSU up to the WTC. Only to be able to proceed against harmless citizens like him. He knows that only a loosening from the Nato and turning to Putins Russia will bring us justice, national identity and liberty from the U. S. slavery. The new German knows that large countries like Germany or Russia can only be ruled by a tough hand.

The new German hates three things most: The liberalism, the democracy and the state under the rule of law. He hates it if politicians that he hasn’t elected decide on his life. He hates it if a government pursues policy for majorities which are not his. For foreigners and green idiots, for the USA, Jews and banks. And he hates it if these come for him with laws like international law and human rights and with laws only tailored for their interests. With laws contradicting the needs of ethnic groups and peoples. The new German person increases rapidly. And at the latest when he marches through the Brandenburg Gate with torches, I know that Germany isn’t my home country any more! Max Liebermann watching such a march of the SA with torches said: „I cannot eat as much as I want to throw up“. That’s exactly how I feel!